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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Februar 2013

Im schützenden Tal Jehovas bleiben

Im schützenden Tal Jehovas bleiben

„Jehova wird . . . gegen jene Nationen Krieg führen wie am Tag seiner Kriegführung, am Tag des Kampfes“ (SACH. 14:3)

1, 2. Welcher Krieg zieht am Horizont auf, und was brauchen Gottes Diener in diesem Krieg nicht zu tun?

AM 30. Oktober 1938 hörten Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten eine beliebte Rundfunksendung, in der Hörspiele gebracht wurden. An jenem Abend wurde eine Bearbeitung des Zukunftsromans Der Krieg der Welten ausgestrahlt. Schauspieler schilderten als Nachrichtensprecher die Landung einer vom Mars kommenden Invasionsarmee, die auf der Erde großflächige Zerstörungen anrichten würde. Zwar war bekannt gegeben worden, dass es sich lediglich um ein Hörspiel handelt, aber viele der Zuhörer fürchteten sich, weil sie dachten, es wäre ein wirklicher Angriff. Einige versuchten sogar, sich irgendwie vor den angeblichen Außerirdischen zu schützen.

2 Heute zieht ein wirklicher Krieg am Horizont auf. Aber darauf reagiert man nicht. Dieser Krieg wurde vorausgesagt — nicht in einem Zukunftsroman, sondern in der Bibel, dem Wort Gottes. Um welchen Krieg handelt es sich? Um den Krieg von Harmagedon, Gottes Krieg gegen das gegenwärtige böse System der Dinge (Offb. 16:14-16). In diesem Krieg brauchen sich Diener Gottes nicht vor Außerirdischen von einem anderen Planeten zu schützen. Doch sie werden beim Anblick der erstaunlichen Ereignisse und der furchteinflößenden Zurschaustellung der Macht Gottes von Ehrfurcht ergriffen sein.

3. Mit welcher Prophezeiung werden wir uns befassen, und warum ist sie für uns von Interesse?

3 Die Prophezeiung in Sacharja, Kapitel 14 hat direkt mit dem Krieg von Harmagedon zu tun. Obschon die Voraussage etwa 2 500 Jahre alt ist, wird unser Leben unmittelbar davon berührt (Röm. 15:4). Vieles, was darin gesagt wird, bezieht sich auf Situationen, die sich seit der Aufrichtung des messianischen Königreichs 1914 im Himmel auf Gottes Volk auswirken, und auch auf spannende Ereignisse in der nahen Zukunft. Auffallend in der Prophezeiung  ist unter anderem die Entstehung eines „sehr großen Tals“ und das Ausgehen „lebendiger Wasser“ (Sach. 14:4, 8). Das Tal ist wichtig für den Schutz der Anbeter Jehovas. Und wenn wir verstehen, was die lebendigen Wasser für uns bedeuten können, erkennen wir nicht nur, dass wir davon trinken müssen, sondern werden auch davon trinken wollen. Es ist also gut, uns mit dieser Prophezeiung eingehend zu befassen (2. Pet. 1:19, 20).

EIN „TAG, DER JEHOVA GEHÖRT“, BEGINNT

4. (a) Wann begann der „Tag, der Jehova gehört“? (b) Was verkündeten Jehovas Anbeter Jahrzehnte vor 1914, und wie reagierten die Führer der Welt?

4 Zu Beginn von Sacharja, Kapitel 14 ist von einem „Tag, der Jehova gehört“, die Rede. (Lies Sacharja 14:1, 2.) Um welchen Tag handelt es sich? Um den „Tag des Herrn“. Er begann, als das „Königreich der Welt“ „das Königreich unseres Herrn und seines Christus“ wurde (Offb. 1:10; 11:15). Das geschah 1914 bei der Geburt des messianischen Königreichs im Himmel. Schon Jahrzehnte zuvor hatten Jehovas Anbeter den Nationen verkündet, die „bestimmten Zeiten der Nationen“ würden in diesem Jahr enden und für die Welt würde eine Zeit nie dagewesener Schwierigkeiten anbrechen (Luk. 21:24). Wie reagierten die Nationen darauf? Politische und religiöse Führer schlugen diese zeitgemäße Warnung in den Wind und verachteten und verfolgten die eifrigen gesalbten Evangeliumsverkündiger. Damit verhöhnten sie in Wirklichkeit den allmächtigen Gott, denn gesalbte Gesandte vertreten das „himmlische Jerusalem“, das messianische Königreich, zu dem sie gehören (Heb. 12:22, 28).

5, 6. (a) Was haben die Nationen wie vorausgesagt gegen die „Stadt“ und ihre „Bürger“ unternommen? (b) Wer sind die „Übriggebliebenen des Volkes“?

5 Sacharja sagte voraus, was die Nationen unternehmen würden: „Die Stadt [Jerusalem] wird tatsächlich eingenommen . . . werden.“ Die „Stadt“ steht für Gottes messianisches Königreich. Auf der Erde wird es durch seine „Bürger“, die Gesalbten, vertreten (Phil. 3:20). Im Ersten Weltkrieg wurden führende Mitglieder des irdischen Teils der Organisation Jehovas „eingenommen“, das heißt verhaftet, und in die Bundesstrafanstalt nach Atlanta (Georgia, USA) gebracht. Diese und andere Unschuldige, die ihre unversehrte Lauterkeit bewahrten, überhäufte man mit Ungerechtigkeit und Brutalität. So wurden sozusagen „die Häuser . . . geplündert“. Den Reichtum, das heißt den Einfluss, den die Gesalbten hatten, versuchten die Angreifer zu rauben, indem sie Druckschriften der Gesalbten verboten und ihre Tätigkeit als Königreichsverkündiger unterdrückten.

6 Obwohl Gottes Volk zahlenmäßig unterlegen war und Falschdarstellungen, Widerstand und Verfolgung durch die Angreifer zu erdulden hatte, konnte die wahre Anbetung nicht ausgelöscht werden. Es gab noch „Übriggebliebene des Volkes“, den gesalbten Überrest, der es aus Loyalität nicht zuließ, „aus der Stadt weggetilgt [zu] werden“.

7. Welches Beispiel geben gesalbte Zeugen heute allen anderen Anbetern Jehovas?

7 Hatte sich die Prophezeiung am Ende des Ersten Weltkriegs vollständig erfüllt? Nein. Die Gesalbten und ihre treuen Gefährten mit der Aussicht auf irdisches Leben sollten weiterhin von den Nationen angegriffen werden (Offb. 12:17). Das zeigte sich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Gottes treue gesalbte Zeugen bewahrten die Lauterkeit. Dadurch werden Gottes Diener heute angespornt, alle Prüfungen zu ertragen, auch den Widerstand von ungläubigen Verwandten, Arbeitskollegen oder Mitschülern,  von denen sie wegen ihres Glaubens verspottet werden (1. Pet. 1:6, 7). Treue Anbeter Jehovas, ganz gleich wo sie leben, sind mehr denn je entschlossen, „in e i n e m Geist“ festzustehen und sich nicht von Gegnern erschrecken zu lassen (Phil. 1:27, 28). Wo aber werden Jehovas Diener in einer Welt, die sie hasst, Schutz finden? (Joh. 15:17-19).

JEHOVA SCHAFFT EIN „SEHR GROSSES TAL“

8. (a) Was kann in der Bibel durch Berge versinnbildlicht werden? (b) Was stellt der „Berg der Olivenbäume“ dar?

8 Da Jerusalem — die „Stadt“ — ein Sinnbild des himmlischen Jerusalem ist, muss auch der „Berg der Olivenbäume . . . , der vor Jerusalem . . . ist“ sinnbildlich verstanden werden. Was stellt dieser Berg dar? Wie wird er sich „in seiner Mitte spalten“, sodass zwei Berge daraus entstehen? Warum bezeichnet Jehova sie als „meine Berge“? (Lies Sacharja 14:3-5.) In der Bibel können Berge Reiche oder Regierungen darstellen. Und mit Gottes Berg werden auch Segnungen und Schutz in Verbindung gebracht (Ps. 72:3; Jes. 25:6, 7). Der Berg der Olivenbäume im Osten des irdischen Jerusalem, auf dem Jehova steht, stellt seine universelle Souveränität dar, seine Oberherrschaft.

9. In welchem Sinn spaltet sich der „Ölberg“?

9 Worauf deutet das Spalten des Bergs der Olivenbäume hin? Der Berg im Osten von Jerusalem spaltet sich in dem Sinn, dass Jehova eine andere, eine untergeordnete Herrschaft aufrichtet. Bei dieser sekundären Herrschaft handelt es sich um das messianische Königreich mit Jesus Christus an der Spitze. Jehova bezeichnet die zwei Berge, die durch die Spaltung des „Ölbergs“ entstanden sind, als „meine Berge“, weil beide ihm gehören (Sach. 14:4, Fn.).

10. Wofür steht das „sehr große Tal“ zwischen den zwei Bergen?

10 Als sich der sinnbildliche Berg in eine nördliche und eine südliche Hälfte spaltet, bleibt Jehova auf beiden Bergen stehen. Unter ihm entsteht ein „sehr großes Tal“. Dieses symbolische Tal steht für göttlichen Schutz. Gottes Diener sind unter Jehovas universeller Souveränität und dem messianischen Königreich seines Sohnes in Sicherheit. Jehova wird nie zulassen, dass die wahre Anbetung ausgelöscht wird. Wann spaltete sich der Berg der Olivenbäume? Das geschah, als das messianische Königreich 1914 aufgerichtet wurde und die Zeiten der Nationen abliefen. Ab wann flohen wahre Anbeter in das sinnbildliche Tal?

DIE FLUCHT IN DAS TAL BEGINNT!

11, 12. (a) Wann begann die Flucht in das sinnbildliche Tal? (b) Was beweist, dass Jehovas starker Arm mit seinem Volk ist?

11 Jesus sagte zu seinen Nachfolgern warnend: „Ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (Mat. 24:9). In den letzten Tagen des gegenwärtigen Systems der Dinge, die 1914 begannen, ist dieser Hass besonders deutlich geworden. Trotz hinterhältiger Angriffe auf die Gesalbten während des Ersten Weltkriegs wurde diese Gruppe treuer Diener Gottes nicht vernichtet. 1919 wurden sie aus den Klauen Groß-Babylons, des Weltimperiums der falschen Religion, befreit (Offb. 11:11, 12). * Damals begann die Flucht in das Tal zwischen den Bergen Jehovas.

12 Seit 1919 finden wahre Anbeter auf der ganzen Erde in diesem Tal göttlichen Schutz. Über die Jahrzehnte hinweg wurden in vielen Teilen der Welt die Predigttätigkeit und die biblischen Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas verboten  oder Beschränkungen unterworfen. In bestimmten Ländern bestehen solche Einschränkungen immer noch. Die Nationen versuchen zwar, die wahre Anbetung auszulöschen. Doch das gelingt ihnen nicht! Es erweist sich, dass Jehovas mächtiger Arm mit seinem Volk ist (5. Mo. 11:2).

13. Wie bleiben wir in dem schützenden Tal Jehovas, und warum ist das jetzt so wichtig wie nie zuvor?

13 Wenn wir fest zu Jehova und zur Wahrheit halten, werden er und sein Sohn, Jesus Christus, ihren Teil tun. Gott wird nicht zulassen, dass uns irgendjemand oder irgendetwas aus seiner Hand reißt (Joh. 10:28, 29). Jehova ist bereit, uns mit allem Nötigen zu helfen, damit wir ihm, dem universellen Souverän, weiterhin gehorchen können und treue Untertanen des messianischen Königreichs sind. In dem schützenden Tal müssen wir unbedingt bleiben, denn dieses Tal wird in der bevorstehenden großen Drangsal für treue Anbeter noch größere Bedeutung erlangen.

DER „TAG SEINER KRIEGFÜHRUNG“ KOMMT

14, 15. Wie wird es am Tag der Kriegführung Gottes denjenigen ergehen, die sich außerhalb des Tals befinden?

14 Je mehr sich das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge nähert, umso intensiver greift Satan die Diener Jehovas an. Schließlich wird der „Tag der Kriegführung“ kommen, an dem Jehova gegen seine Feinde vorgeht. Er wird dafür sorgen, dass einer der Angriffe Satans der letzte sein wird. An diesem Tag wird sich der Souverän des Universums als Kriegsmann noch glanzvoller hervortun als an irgendeinem früheren „Tag des Kampfes“ (Sach. 14:3).

15 Wie wird es denjenigen ergehen, die sich am Tag der Kriegführung Gottes nicht in dem schützenden „großen Tal“ befinden? Auf sie scheint „kein kostbares Licht“ göttlicher Gunst. Dieser künftige Tag des Kampfes wird sich auch auf das Pferd, das Maultier, das Kamel, den Esel und jede Art Haustier (Sinnbilder für die militärische Ausrüstung der Nationen) auswirken. Die Ausrüstung wird „erstarrt sein“, außer Funktion gesetzt, als wäre sie steif vor Kälte. Jehova wird auch Seuchen und die „schlagartige Plage“ einsetzen lassen. Die schlagartige Plage, sei sie nun buchstäblich aufzufassen oder nicht, wird erschreckende Drohungen verstummen lassen. An diesem Tag werden „jemandes Augen . . . und selbst jemandes Zunge . . . verwesen“, das heißt, die Angreifer können nur blind um sich schlagen und ihre herausfordernden Reden werden zum Schweigen gebracht (Sach. 14:6, 7, 12, 15). Kein Teil der Erde bleibt verschont. In der Schlacht werden auf Satans Seite gewaltige Streitkräfte antreten (Offb. 19:19-21). „Die von Jehova Erschlagenen werden schließlich an jenem Tag gewiss von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde sein“ (Jer. 25:32, 33).

16. Was sollten wir uns angesichts des herannahenden Tags der Kriegführung Jehovas durch den Kopf gehen lassen, und was müssen wir tun?

16 Krieg bringt immer Entbehrungen mit sich, selbst für die, die schließlich als Sieger hervorgehen. Die Nahrungsmittel können knapp werden. Besitz kann verloren gehen. Der Lebensstandard kann sinken. Persönliche Freiheiten können beschnitten werden. Wie würden wir reagieren, falls wir davon betroffen wären? Würden wir in Panik geraten? Würden wir unter Druck unseren Glauben verleugnen? Würden wir die Hoffnung sinken lassen und in Mutlosigkeit verfallen? Wie wichtig wird es doch in der großen Drangsal sein, weiterhin auf die rettende Macht Jehovas zu vertrauen und in seinem schützenden Tal zu bleiben! (Lies Habakuk 3:17, 18.)

 „LEBENDIGE WASSER“ WERDEN AUSSTRÖMEN

17, 18. (a) Was sind die „lebendigen Wasser“? (b) Was stellen das „östliche“ und das „westliche Meer“ dar? (c) Wozu sind wir angesichts der Zukunft entschlossen?

17 Nach Harmagedon werden vom Sitz des messianischen Königreichs weiterhin „lebendige Wasser“ ausströmen: Jehovas Leben spendende Gaben. Das „östliche Meer“ steht für das Tote Meer, das „westliche Meer“ für das Mittelmeer. Mit beiden Meeren sind Menschen gemeint. Durch das Tote Meer werden diejenigen dargestellt, die sich im allgemeinen Grab der Menschheit befinden. Da es im Mittelmeer von Leben wimmelt, veranschaulicht es treffend die „große Volksmenge“, die Harmagedon überlebt hat (Offb. 7:9-15). (Lies Sacharja 14:8, 9.) Beide Gruppen werden einmal nicht mehr dem adamischen Tod unterworfen sein, weil sie ihren Durst mit symbolischem „lebendigen Wasser“ aus dem „Strom von Wasser des Lebens“ stillen (Offb. 22:1, 2).

Sei entschlossen, Jehovas schützendes Tal nicht zu verlassen!

18 Unter dem Schutz Jehovas werden wir das Ende des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge überleben und in seine gerechte neue Welt gelangen. Wir werden zwar von allen Nationen gehasst. Doch seien wir entschlossen, treue Untertanen des Königreiches Gottes zu bleiben und das schützende Tal Jehovas nicht zu verlassen!

^ Abs. 11 Siehe Die Offenbarung — ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!, Seite 169 und 170.