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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) FEBRUAR 2013

Achte auf dein Herz

Achte auf dein Herz

„Das Herz ist verräterischer als sonst irgendetwas und ist heillos“, heißt es in der Bibel (Jer. 17:9). Finden wir nicht immer Gründe, uns sehnliche Herzenswünsche zu erfüllen?

Wie die Heilige Schrift warnend sagt, kommen „aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen“ (Mat. 15:19). Unser sinnbildliches Herz kann uns dazu verleiten, ein Verhalten zu rechtfertigen, das Gott missfällt. Und solch eine Täuschung wird uns vielleicht erst bewusst, nachdem wir etwas Unkluges getan haben. Doch was hilft uns, die Absichten unseres Herzens zu erkennen, bevor wir einen falschen Weg einschlagen?

WIE MAN DIE ABSICHTEN DES HERZENS ERKENNT

Wie wirkt sich tägliches Bibellesen auf unser sinnbildliches Herz aus?

Täglich in der Bibel lesen und über das Gelesene nachdenken.

Paulus schrieb: „Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus und ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch selbst bis zur Scheidung von Seele und Geist.“ Die Botschaft Gottes, die wir in der Bibel finden, „ist imstande, Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen“ (Heb. 4:12). Sich im Licht der Heiligen Schrift zu betrachten kann tatsächlich eine große Hilfe sein, die Absichten des Herzens zu erkennen. Wie wichtig ist es doch, täglich in Gottes Wort zu lesen und über das Gelesene nachzudenken! Dadurch machen wir uns die Gedanken und die Sichtweise Jehovas zu eigen.

Auf die Ratschläge der Heiligen Schrift zu achten und ihre Grundsätze einzuhalten wirkt sich auf unser Gewissen aus, auf die innere Stimme, die „Zeugnis  gibt“ (Röm. 9:1). Sie kann uns davor bewahren, ein falsches Verhalten zu rechtfertigen. In der Bibel finden wir Beispiele, die uns „zur Warnung“ dienen können (1. Kor. 10:11). Daraus zu lernen kann uns vor einem Schritt in die falsche Richtung bewahren. Was sollte also jeder von uns tun?

Durch das Gebet lernen wir unser Herz kennen

Gott darum bitten, die Absichten des Herzens besser erkennen zu können.

Jehova prüft das Herz (1. Chr. 29:17). Er ist größer als unser Herz und weiß alles (1. Joh. 3:20). Er lässt sich nicht täuschen. Jehova kann uns helfen, die Absichten unseres Herzens zu erkennen, wenn wir ihm offen unsere Sorgen, Gefühle und Wünsche vortragen. Wir können ihn sogar darum bitten, in uns ein reines Herz zu schaffen (Ps. 51:10). Daher darf das Gebet nicht übersehen werden, wenn es darum geht, die Neigungen unseres Herzens herauszufinden.

Zusammenkünfte helfen uns, die Absichten unseres Herzens herauszufinden

In Zusammenkünften aufmerksam sein.

Sind wir in unseren Zusammenkünften aufmerksam, fällt es uns leichter, unser Herz, also den Menschen, der wir innerlich sind, ehrlich unter die Lupe zu nehmen. Wir lernen zwar nicht unbedingt in allen Zusammenkünften etwas Neues. Sie helfen uns aber, biblische Grundsätze besser zu verstehen. Außerdem werden wir dort an Wertvolles erinnert, sodass wir die Absichten unseres Herzens besser untersuchen können. Wertvoll sind auch die Kommentare unserer Brüder und Schwestern, wenn es darum geht, den Menschen, der wir innerlich sind, zu verbessern (Spr. 27:17). Sich abzusondern und den regelmäßigen guten Umgang mit unseren Glaubensbrüdern zu vernachlässigen, kann sich schlecht auf uns auswirken. Es kann dazu führen, dass wir nach unserem „eigenen selbstsüchtigen Verlangen trachten“ (Spr. 18:1). Es ist also gut, uns zu fragen: Bin ich es gewohnt, alle Zusammenkünfte zu besuchen und Nutzen aus ihnen zu ziehen? (Heb. 10:24, 25).

WOHIN WILL MICH MEIN HERZ FÜHREN?

Das verräterische Herz kann uns in vielen Bereichen irreführen. Betrachten wir nur vier davon: materielle Dinge, Alkohol, Umgang und Entspannung.

Materielle Dinge.

Es ist ganz natürlich, körperliche Bedürfnisse befriedigen zu wollen. Doch Jesus warnte in einem Gleichnis davor, materielle Dinge zu wichtig zu nehmen. Er erzählte von einem reichen Mann, der keinen Platz für seine neuen Ernteerträge hatte, weil seine Vorratslager voll waren. Der Mann beabsichtigte, die Vorratslager abzureißen und größere zu bauen, und sagte sich: „Ich will dorthin all mein Getreide und alle meine guten Dinge einsammeln; und ich will zu meiner Seele sagen: ‚Seele, du hast viele gute Dinge für viele Jahre aufgehäuft; lass dir’s wohl sein, iss, trink und sei fröhlich.‘ “ Der reiche Mann ließ dabei aber etwas außer Acht, worauf er keinen Einfluss hatte: Sein Leben konnte noch in derselben Nacht zu Ende gehen (Luk. 12:16-20).

Mit zunehmendem Alter könnte jemand so sehr um die finanzielle Absicherung im Alter besorgt sein, dass er eher bereit ist, an Zusammenkunftsabenden Überstunden zu machen oder andere christliche Verantwortlichkeiten zu vernachlässigen. Sollte er sich nicht vor einer solchen  Neigung hüten? Oder nehmen wir einen jungen Menschen, der weiß, dass es nichts Besseres als den Vollzeitdienst gibt. Trotzdem verschiebt er den Pionierdienst, weil er meint, er müsse sich zuerst finanziell absichern. Sollte er nicht lieber jetzt sein Bestes geben, um Gott gegenüber reich zu sein? Wer weiß, ob er morgen noch am Leben ist?

Alkohol.

„Begib dich nicht unter starke Weintrinker“, heißt es in Sprüche 23:20. Wer ein starkes Verlangen nach Alkohol hat, versucht vielleicht seinen regelmäßigen Alkoholkonsum zu rechtfertigen. Er sagt womöglich, er trinke, um sich zu entspannen, nicht um sich zu betrinken. Doch wer sich ohne Alkohol nicht entspannen kann, sollte die Neigung seines Herzens ehrlich beurteilen.

Umgang.

Ein gewisser Kontakt zu Ungläubigen — etwa in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Predigtdienst — ist unumgänglich. Aber etwas ganz anderes ist es, geselligen Umgang mit ihnen zu haben oder sogar enge Freundschaften aufzubauen. Versuchen wir, diesen Umgang zu rechtfertigen, indem wir sagen, die Betreffenden hätten viele gute Eigenschaften? „Lasst euch nicht irreführen“, heißt es warnend in der Bibel, „schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Kor. 15:33). Sauberes Wasser kann schon durch ein wenig Schmutz verunreinigt werden. Freundschaften mit Personen, die kein gottgefälliges Leben führen, können unsere geistige Gesinnung beschmutzen und dazu führen, dass wir die Ansichten, den Kleidungsstil, die Sprache und das Verhalten der Welt übernehmen.

Unterhaltung.

Mit der heutigen Technik hat man leicht Zugang zu allen Arten von Unterhaltung. Vieles davon ist fragwürdig oder für einen Diener Gottes unpassend. „Jede Art Unreinheit oder Habgier sollen unter euch nicht einmal erwähnt werden“, schrieb Paulus (Eph. 5:3). Angenommen, unser Herz möchte, dass wir uns etwas Unreines ansehen oder anhören. Vielleicht sagen wir, jeder brauche schließlich etwas Entspannung oder Unterhaltung und was man dafür tue, sei Privatsache. Nehmen wir uns doch den Rat des Paulus zu Herzen und schützen wir unsere Augen und Ohren vor jeglicher Unreinheit!

MAN KANN SICH ÄNDERN

Wer der Neigung seines verräterischen Herzens zum Opfer gefallen ist und sich daran gewöhnt hat, falsches Verhalten zu rechtfertigen, kann sich ändern (Eph. 4:22-24). Nehmen wir zwei Brüder, denen das gelang.

Miguel * musste seine Einstellung zu materiellen Dingen korrigieren. Er berichtet: „Meine Frau, mein Sohn und ich kommen aus einem Land, in dem man auf neueste Technik und entsprechende Annehmlichkeiten viel Wert legt. Ich war so weit, dass ich dachte, ich könnte alles nur Mögliche aus der Welt herausholen und würde trotzdem nicht materialistisch werden. Schon bald erkannte ich, dass das Streben nach materiellen Dingen nie ans Ziel führt. Wegen meiner Einstellung und den Absichten meines Herzens betete ich zu Jehova. Ich sagte ihm, dass wir ihm als Familie so gut wie möglich dienen wollten. Wir kamen zu der Entscheidung, unser Leben zu vereinfachen und dorthin zu ziehen, wo mehr Bedarf war. Schon bald konnten wir mit dem Pionierdienst beginnen. Wir können nur bestätigen: Für ein erfülltes, glückliches Leben benötigt man materiell nicht viel.“

Auch Lee hat sich ehrlich überprüft. Das half ihm, schlechten Umgang aufzugeben. Er erzählt: „Durch meine Arbeit war ich regelmäßig mit ausländischen Lieferanten zusammen. Obwohl ich wusste, dass bei diesen Treffen zu viel getrunken wurde, war es aufregend für mich, dabei zu sein. Nicht selten war ich fast betrunken, was mir nachher immer leidtat. Ich musste mein Herz ehrlich überprüfen. Der Rat aus Gottes Wort und Vorschläge von Ältesten halfen mir, einzusehen, dass ich im Grunde genommen den Umgang mit Menschen suchte, die Jehova nicht lieben. Jetzt wickle ich meine Geschäfte möglichst telefonisch ab und beschränke den Kontakt zu Lieferanten auf ein Mindestmaß.“

Wir müssen ehrlich mit uns selbst sein und die Absichten unseres Herzens erkennen. Dabei sollten wir Jehova um Hilfe bitten und daran denken, dass er „um die Geheimnisse des Herzens“ weiß (Ps. 44:21). Gott hat uns sein Wort gegeben, das für uns wie ein Spiegel sein kann (Jak. 1:22-25). Wertvoll sind auch die Erinnerungen und Ratschläge, die wir in unseren Veröffentlichungen und Zusammenkünften erhalten. So können wir unser Herz behüten und auf dem Pfad der Gerechtigkeit bleiben.

^ Abs. 18 Namen wurden geändert.