Einstellung der Bedienungshilfe

Search

Sprache auswählen

Zurück zum Untermenü

Zum Inhaltsverzeichnis springen

Zurück zum Inhalt

Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JANUAR 2013

Uns nicht von Jehova entfremden

Uns nicht von Jehova entfremden

„Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt“ (JOS. 24:15)

13. (a) Warum ist Josua ein gutes Beispiel für jemand, der richtige Entscheidungen traf? (b) Woran sollten wir vor Entscheidungen denken?

ES IST ein großer Unterschied, ob jemand die Wahl hat oder nicht. Wer die Wahl hat, darf selbst entscheiden. Er kann zum Beispiel bis zu einem gewissen Grad bestimmen, welche Richtung sein Leben nimmt. Stellen wir uns einmal einen Wanderer vor, der plötzlich an eine Weggabelung kommt. Welchen Weg sollte er nehmen? Wenn er ein Ziel hat, kann er sich leichter entscheiden, denn einer der Wege bringt ihn wahrscheinlich seinem Ziel näher und der andere führt ihn weiter davon weg.

2 In der Bibel finden wir viele Beispiele von Menschen, die an einem Scheideweg standen. Da war zum Beispiel Kain. Er hatte zu entscheiden, ob er seinem Zorn nachgab oder sich beherrschte (1. Mo. 4:6, 7). Josua stand vor der Entscheidung, ob er den wahren Gott anbetete oder falsche Götter (Jos. 24:15). Sein Ziel war es, Jehova nahe zu sein. Daher entschied er sich für einen Weg in diese Richtung. Kain hatte dieses Ziel nicht. Er wählte einen Weg, auf dem er sich innerlich von Jehova entfernte.

3 Manchmal stehen auch wir an einem Scheideweg. Denken wir dann immer an unser Ziel: Wir möchten Jehova mit allem, was wir tun, verherrlichen und uns nicht von ihm zurückziehen. (Lies Hebräer 3:12.) In diesem und im nächsten Artikel gehen wir auf sieben Lebensbereiche ein, in denen es darum geht, uns so zu entscheiden, dass wir uns von Jehova nicht innerlich entfernen.

ARBEIT UND BERUFSWAHL

4. Warum ist die Erwerbstätigkeit wichtig?

4 Als Christen sind wir verpflichtet, für uns und unsere Angehörigen zu sorgen. Wer nicht für seine Hausgenossen sorgen will, ist gemäß der Bibel schlimmer als ein Ungläubiger (2. Thes. 3:10; 1. Tim.  5:8, Fn.). Die Erwerbstätigkeit ist bestimmt ein wichtiger Lebensbereich. Passt man aber nicht auf, kann sie dazu führen, dass man sich von Jehova entfernt. Wieso kann man das sagen?

5. Was gilt es zu bedenken, wenn einem eine Stelle angeboten wird?

5 Angenommen, jemand lebt in einem Land mit einer hohen Arbeitslosigkeit und sucht Arbeit. Er könnte versucht sein, das erstbeste Angebot anzunehmen. Doch was wäre, wenn sich diese Arbeit nicht mit biblischen Grundsätzen vereinbaren ließe? Oder wenn er so lange arbeiten oder unterwegs sein müsste, dass er seinen Aufgaben als Diener Gottes nicht nachkommen oder nicht mit seiner Familie zusammen sein könnte? Sollte er das Angebot trotzdem annehmen und denken, eine unpassende Arbeit sei immer noch besser als gar keine? Bedenken wir, dass wir uns von Jehova entfernen könnten, wenn wir uns für den falschen Weg entscheiden (Heb. 2:1). Wie kann man kluge Entscheidungen bei der Arbeitssuche treffen oder wenn man sich beruflich verändern möchte?

6, 7. (a) Welche Ziele könnte jemand mit seiner Arbeit verfolgen? (b) Welches Ziel bringt einen Jehova näher, und warum?

6 Wir müssen, wie bereits erwähnt, unser Ziel im Auge behalten. Fragen wir uns: Was will ich durch meine Berufswahl oder Arbeit erreichen? Jehova wird unsere Anstrengungen segnen, wenn wir die Berufstätigkeit als Mittel zum Zweck betrachten: Wir stehen im Dienst für Jehova und sorgen dabei für uns und unsere Familie (Mat. 6:33). Jehova ist nicht ratlos, falls wir die Arbeit verlieren oder es unerwartet zu einem wirtschaftlichen Abschwung kommt (Jes. 59:1). Er „weiß Menschen von Gottergebenheit aus der Prüfung zu befreien“ (2. Pet. 2:9).

7 Was wäre aber, wenn wir bloß das Ziel hätten, wohlhabend zu werden? Vielleicht würde uns das sogar gelingen. Doch denken wir daran: Es hat seinen Preis — einen zu hohen Preis. (Lies 1. Timotheus 6:9, 10.) Wer Reichtum und Karriere überbewertet, entfremdet sich von Jehova.

8, 9. Woran sollten Eltern denken, wenn es um ihre Einstellung zur Arbeit geht? Erkläre es.

8 Ihr Eltern, denkt daran, wie sich euer Beispiel auf eure Kinder auswirkt. Was sehen sie bei euch? Was ist für euch vorrangig? Berufliches Weiterkommen oder die Freundschaft zwischen euch und Jehova? Wenn euren Kindern auffällt, dass bei euch gesellschaftliche Stellung, Ansehen und Geld an erster Stelle stehen, könnten sie da nicht denselben gefährlichen Weg einschlagen? Hätten sie dann vielleicht weniger Achtung vor euch? Eine Jugendliche erzählte: „So weit ich zurückdenken kann, hat sich bei meinem Vater immer alles um die Arbeit gedreht. Erst sah es so aus, als ob er so viel arbeitete, weil er für uns als Familie nur das Beste wollte. Ihm ging es darum, dass wir gut versorgt sind. Doch in den letzten Jahren hat sich etwas geändert. Er arbeitet und arbeitet und bringt dann Luxusartikel mit nach Hause, die wir gar nicht brauchen. Deswegen sind wir als eine Familie bekannt, die viel Geld hat, aber nicht als eine, die anderen geistige Ziele empfiehlt. Mir wäre es auf jeden Fall viel lieber, mein Vater würde uns geistig unterstützen statt nur finanziell.“

9 Ihr Eltern, legt nicht zu viel Wert auf eure berufliche Laufbahn. Das entfremdet euch nur von Jehova. Die größten Reichtümer, die man besitzen kann, sind geistig, nicht materiell. Lebt euren Kindern vor, dass ihr davon wirklich überzeugt seid (Mat. 5:3).

10. Was sollte ein junger Mensch bei der Wahl der Erwerbstätigkeit berücksichtigen?

 10 Ihr jungen Leute, denkt ihr gerade darüber nach, welche Laufbahn ihr einschlagen sollt? Wie könnt ihr euch für den richtigen Weg entscheiden? Wie bereits gesagt, müsst ihr wissen, wohin euer Lebensweg führen soll. Würde die Ausbildung oder Erwerbstätigkeit, über die ihr gerade nachdenkt, es ermöglichen, dass ihr euch mehr für die Königreichsinteressen einsetzen könnt, oder würdet ihr euch eher von Jehova entfremden? (2. Tim. 4:10). Ist es euer Ziel, die Lebensweise von Menschen zu übernehmen, deren Glück vom Guthaben auf dem Konto oder vom Aktienbestand abhängt? Oder möchtet ihr lieber zuversichtlich sein wie David, der schrieb: „Ein junger Mann bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden, und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen noch seine Nachkommen nach Brot suchen“ (Ps. 37:25). Denkt daran: Der eine Weg führt von Jehova weg, der andere zum besten Leben überhaupt. (Lies Sprüche 10:22; Maleachi 3:10.) Welchen Weg werdet ihr einschlagen? *

ENTSPANNUNG UND UNTERHALTUNG

11. Was wird in der Bibel Positives zum Thema Entspannung gesagt, doch was dürfen wir nicht übersehen?

11 Die Bibel sagt weder, es sei verkehrt, Spaß zu haben, noch bezeichnet sie Entspannung und Unterhaltung als Zeitverschwendung. Wie Paulus an Timotheus schrieb, hat Leibesübung einen gewissen Wert (1. Tim. 4:8). In der Bibel heißt es auch, dass es „eine Zeit zum Lachen“ und „eine Zeit zum Herumhüpfen“ gibt. Außerdem empfiehlt sie ein gesundes Maß an Ruhe (Pred. 3:4; 4:6). Passt man aber nicht auf, könnte die Entspannung dazu führen, dass man sich innerlich von Jehova entfernt. Die Gefahr lauert hauptsächlich auf zwei Gebieten: der Art der Entspannung und der Zeit, die man dafür einsetzt.

Die richtige Entspannung im richtigen Maß ist erfrischend

12. Woran sollten wir denken, bevor wir uns für eine Art der Unterhaltung und Entspannung entscheiden?

12 Betrachten wir zunächst die Art der Entspannung. Es gibt bestimmt schöne Möglichkeiten, sich zu entspannen oder sich unterhalten zu lassen. Allerdings verherrlicht vieles, was heute geboten wird, Dinge, die Gott hasst, wie Gewalt, Spiritismus oder unerlaubten Sex. Wir müssen also die Art unserer Unterhaltung  und Entspannung unter die Lupe nehmen. Wie wirkt sie sich auf uns aus? Fördert sie Gewaltbereitschaft, erbitterten Konkurrenzkampf oder Nationalismus? (Spr. 3:31). Kostet sie zu viel Geld? Könnten andere Anstoß daran nehmen? (Röm. 14:21). Mit wem kommt man in Berührung? (Spr. 13:20). Fördert sie den Wunsch, etwas Schlechtes zu tun? (Jak. 1:14, 15).

13, 14. Woran sollte man denken, wenn es um die Zeit geht, die man für Entspannung einsetzt?

13 Denken wir auch an den Zeitfaktor. Fragen wir uns: Bleibt mir bei meiner Freizeitgestaltung kaum Zeit für geistige Aktivitäten? Wer außergewöhnlich viel Zeit mit Unterhaltung und Entspannung verbringt, wird feststellen, dass er sich gar nicht so erholt fühlt, wie es eigentlich sein könnte. Wer aber der Entspannung den richtigen Platz zuweist, hat mehr davon. Wieso? Weil er weiß, dass er sich zuerst um die „wichtigeren Dinge“ gekümmert hat und sich guten Gewissens entspannen kann. (Lies Philipper 1:10, 11.)

14 Viel Zeit mit Freizeitaktivitäten zu verbringen erscheint vielleicht wünschenswert, doch wir könnten uns dadurch von Jehova entfremden. Das kann die 20-jährige Kim bestätigen. Sie erzählt: „Ich war auf jeder Party. Jedes Wochenende fand irgendetwas Großes statt: Freitag, Samstag und Sonntag. Heute weiß ich, dass es vieles gibt, was wichtiger ist. Jetzt bin ich Pionier und stehe um sechs Uhr auf, damit ich rechtzeitig in den Predigtdienst komme. Da kann ich nicht mehr bis ein, zwei Uhr feiern. Natürlich ist es nicht schlecht, mit anderen zusammen zu sein. Es kann aber eine große Ablenkung sein. Wie mit allem, darf man es auch damit nicht übertreiben.“

15. Wie können Eltern ihren Kindern helfen, die Freizeit so zu gestalten, dass sie ihnen guttut?

15 Eltern sind dafür verantwortlich, für sich und ihre Kinder materiell, geistig und emotional zu sorgen. Dazu gehört auch, Entspannung vorzusehen. Seid als Eltern keine Spielverderber, indem ihr jede Art Entspannung als schlecht hinstellt. Seid aber auf der Hut vor schlechten Einflüssen (1. Kor. 5:6). Mit guter Planung findet ihr für eure Familie bestimmt erholsame Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. * So wählt ihr mit euren Kindern einen Weg, der euch Jehova näherbringt.

FAMILIENBANDE

16, 17. In welcher traurigen Situation befinden sich manche Eltern, und wieso wissen wir, dass Jehova sie versteht?

16 Die Eltern-Kind-Beziehung ist so eng, dass Jehova seine Liebe zu seinem Volk damit verglich (Jes. 49:15). Es ist also ganz natürlich, dass man sehr traurig ist, wenn sich ein Familienmitglied von Jehova abwendet. Eine Schwester, deren Tochter ausgeschlossen wurde, sagt: „Ich war am Boden zerstört und fragte mich, warum sie Jehova verlassen hat, und gab mir dafür die Schuld.“

17 Jehova versteht diesen Schmerz. Denn „es schmerzte ihn in seinem Herzen“, als die ersten Menschen gegen ihn rebellierten und später, vor der Sintflut, sogar fast alle Menschen (1. Mo. 6:5, 6). Wer nie so einen Verlust erlitten hat, kann wohl kaum nachvollziehen, wie niederschmetternd das ist. Es wäre aber nicht klug, sich wegen des falschen Verhaltens eines ausgeschlossenen Familienmitglieds innerlich von Jehova zu entfernen. Wie kann man mit der tiefen Trauer umgehen, die man verspürt, wenn ein Familienmitglied Jehova verlassen hat?

18. Warum sollten sich Eltern nicht die Schuld geben, wenn ein Kind Jehova verlässt?

18 Wir sollten die Schuld für das, was  geschehen ist, nicht uns geben. Jehova lässt jeden frei entscheiden und jedes getaufte Familienmitglied muss „seine eigene Last tragen“ (Gal. 6:5). Letzten Endes zieht Jehova den Sünder für dessen Entscheidung zur Rechenschaft, nicht uns (Hes. 18:20). Geben wir auch keinem anderen die Schuld. Respektieren wir, wie Jehova Zucht erteilt. Widerstehen wir dem Teufel, nicht den Hirten, die ja zum Schutz der Versammlung handeln (1. Pet. 5:8, 9).

Es ist nicht verkehrt, zu hoffen, dass ein Angehöriger wieder zu Jehova zurückkehrt

19, 20. (a) Wie können Eltern, deren Kind ausgeschlossen ist, mit ihrer Trauer umgehen? (b) Worauf hoffen diese Eltern richtigerweise?

19 Wer aber dazu übergeht, Jehova zu grollen, entfremdet sich von ihm. Der nahe Angehörige muss jetzt erkennen, dass man entschlossen Jehova über alles stellt — auch über die Familienbande. Man muss also unbedingt seine geistige Gesinnung bewahren, um mit der Situation zurechtzukommen. Wir dürfen uns nicht von unseren Brüdern und Schwestern absondern (Spr. 18:1). Schütten wir Jehova unser Herz aus (Ps. 62:7, 8). Suchen wir nicht nach Ausreden, um mit ausgeschlossenen Familienmitgliedern in Kontakt zu treten, beispielsweise über E-Mail (1. Kor. 5:11). Gehen wir weiterhin in geistigen Aktivitäten auf! (1. Kor. 15:58). Die zuvor zitierte Schwester sagt: „Ich weiß, dass ich mich eifrig im Dienst für Jehova einsetzen und auf meine geistige Gesinnung achten muss. Dann kann ich meiner Tochter helfen, wenn sie wieder zurückkommt.“

20 Die Liebe „hofft alles“, wie es in der Bibel heißt (1. Kor. 13:4, 7). Auf die Rückkehr eines Angehörigen zu hoffen ist nicht verkehrt. Jedes Jahr bereuen viele Missetäter und kommen zu Jehovas Organisation zurück. Jehova ist darüber nicht verärgert. Im Gegenteil: Er ist „zum Vergeben bereit“ (Ps. 86:5).

WEISE ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN

21, 22. Wie möchtest du deinen freien Willen gebrauchen?

21 Jehova hat die Menschen mit einem freien Willen ausgestattet. (Lies 5. Mose 30:19, 20.) Doch mit Willensfreiheit geht eine ernüchternde Verantwortung einher. Jeder von uns sollte sich fragen: Welchen Weg habe ich eingeschlagen? Habe ich mich vielleicht durch meine Berufswahl und Arbeit, durch Unterhaltung und Entspannung oder wegen der Familienbande innerlich von Jehova entfernt?

22 Jehovas Liebe zu seinem Volk lässt nie nach. Wir werden uns nur dann von Jehova entfernen, wenn wir uns für einen schlechten Weg entscheiden (Röm. 8:38, 39). Das muss aber nicht geschehen! Nehmen wir uns fest vor, uns durch nichts von Jehova entfremden zu lassen. Im nächsten Artikel geht es um vier weitere Bereiche, in denen wir unsere Entschlossenheit beweisen können.

^ Abs. 10 Mehr über die Wahl einer Laufbahn enthält das Kapitel 38 des Buches Fragen junger Leute — praktische Antworten, Band 2.

^ Abs. 15 Vorschläge hierzu sind in Erwachet! vom November 2011, Seite 17 bis 19 zu finden.