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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Dezember 2012

Dein Weg zu echtem Erfolg

Dein Weg zu echtem Erfolg

Du wirst deinen Weg zum Erfolg machen und weise handeln (JOS. 1:8)

1, 2. (a) Woran messen viele Erfolg? (b) Wie kannst du dir über deine Ansicht dazu klar werden?

WORAN ist Erfolg im Leben zu messen? Auf diese Frage wird man die unterschiedlichsten Antworten bekommen. Viele machen Erfolg daran fest, ob sich jemand durch besondere Leistungen auszeichnet: viel Geld verdient, sehr gebildet ist oder ganz oben auf der Karriereleiter steht. Anderen ist zudem wichtig, wie gut man mit seinen Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen auskommt. Für manchen, der Jehova dient, könnte es sogar eine Rolle spielen, welche Aufgaben jemand in der Versammlung hat oder was man im Predigtdienst erreicht.

2 Wie denkst du über Erfolg? Um dir darüber klar zu werden, könntest du dir ein paar Namen von Personen aufschreiben, die du sehr achtest und bewunderst — die du also für erfolgreich hältst. Fällt dir etwas auf, was sie alle gemeinsam haben? Sind sie reich oder berühmt? Haben sie Einfluss? Genießen sie großes Ansehen? Die Antworten können viel darüber verraten, was dir tief im Herzen wichtig ist. Und das wiederum wirkt sich maßgeblich auf deine Entscheidungen und Ziele im Leben aus (Luk. 6:45).

3. (a) Was musste Josua tun, um seinen Weg zum Erfolg zu machen? (b) Womit wollen wir uns jetzt beschäftigen?

3 Am allerwichtigsten ist die Frage: Wie denkt Jehova über Erfolg? Hält er mich für erfolgreich? Schließlich hängt davon unser ewiges Leben ab! Als Josua den wichtigen Auftrag erhielt, die Israeliten in das Land der Verheißung zu führen, sagte ihm Jehova, er solle „Tag und Nacht“ im Gesetz Mose lesen und sich gewissenhaft daran halten. Er versprach ihm: „Dann wirst du deinen Weg zum Erfolg machen, und dann wirst du weise handeln“ (Jos. 1:7, 8). Wie wir wissen, hatte Josua tatsächlich Erfolg. Dasselbe wünschen wir uns auch. Und deshalb ist es so wichtig, uns zu vergewissern, dass wir über Erfolg genauso denken wie Jehova.  Wie können wir das herausfinden? Werfen wir dazu einen Blick auf den Lebenslauf von zwei Männern aus der Bibel.

WAR SALOMO ERFOLGREICH?

4. Warum war Salomo erfolgreich?

4 Außergewöhnlich erfolgreich — und das gleich auf vielerlei Gebieten — war König Salomo. Worauf war das zurückzuführen? Über viele Jahre hinweg bewies er Ehrfurcht vor Jehova, hörte auf ihn und wurde dafür sehr gesegnet. Jehova hatte ihm ja gesagt, er dürfe sich etwas von ihm wünschen, worauf Salomo um Weisheit bat, damit er dem Volk ein guter König sein könnte. Darauf segnete ihn Jehova nicht nur mit Weisheit, sondern auch mit großem Reichtum. (Lies 1. Könige 3:10-14.) Salomos Weisheit war „größer als die Weisheit aller Orientalen und als alle Weisheit Ägyptens“. Sein Ruhm „drang zu allen Nationen ringsum“ (1. Kö. 4:30, 31). Und was seinen Reichtum angeht: Allein seine jährlichen Einkünfte an Gold beliefen sich auf fast 23 Tonnen! (2. Chr. 9:13). Er erwies sich als brillanter Unternehmer, herausragender Diplomat und genialer Bauherr. Solange Salomo also Jehova treu blieb, war er auch erfolgreich (2. Chr. 9:22-24).

5. Was sagte Salomo darüber, wer aus Gottes Sicht wirklich Erfolg hat?

5 Was Salomo im Bibelbuch Prediger schrieb, zeigt deutlich, dass er sich nicht zu dem Trugschluss verleiten ließ: Nur wer reich und berühmt ist, kann Erfolg haben und glücklich sein. Im Gegenteil, er erklärte: „Ich habe erkannt, dass es nichts Besseres für sie gibt, als sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, und auch, dass jeder Mensch essen und trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes“ (Pred. 3:12, 13). Ihm war auch klar: Die angenehmen Seiten des Lebens bringen nur dem echte Freude, der ein gutes Verhältnis zu seinem Schöpfer hat. Auf den Punkt brachte er das mit den Worten: „Der Abschluss der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Pred. 12:13).

6. Wie hilft uns Salomos Beispiel verstehen, was echten Erfolg ausmacht?

6 Daran hielt sich Salomo über viele Jahre hinweg. Die Bibel berichtet: „Salomo liebte Jehova weiterhin, indem er in den Satzungen Davids, seines Vaters, wandelte“ (1. Kö. 3:3). Klingt das nicht nach echtem Erfolg? Unter Jehovas Leitung baute Salomo ihm einen herrlichen Tempel und schrieb drei Bibelbücher. Natürlich würden wir nicht erwarten, das Gleiche zu leisten wie er. Wir können uns aber durchaus an seinem Beispiel während dieser Zeit orientieren, wenn es darum geht, woran echter Erfolg zu messen ist und wie wir erfolgreich sein können. Unter dem Einfluss von Gottes Geist schrieb er ja zum Beispiel viel über Reichtum, Wissen, Ruhm und Macht — aus Sicht der meisten Menschen heute alles Gradmesser für Erfolg. Doch nach Salomos Worten könnte jemand, der sich dafür abplagt, genauso gut versuchen, den Wind einzufangen. Nichts davon macht wirklich glücklich. Wie oft haben wir schon beobachtet: Wer Geld liebt, kriegt nie genug davon. Das, was er hat, lässt ihn nicht ruhig schlafen. Und eines Tages wird sowieso alles anderen gehören. (Lies Prediger 2:8-11, 17; 5:10-12.)

7, 8. Wie kam es, dass Salomo untreu wurde? Welche Folgen hatte das?

7 Wir wissen über Salomo aber auch, dass er letzten Endes vom Weg der Treue abwich. Gottes Wort sagt: „Es geschah zu der Zeit, als Salomo alt wurde, dass seine eigenen Frauen sein Herz geneigt hatten, anderen Göttern zu folgen; und es erwies sich, dass sein Herz nicht ungeteilt mit Jehova, seinem Gott, war wie das Herz Davids, seines Vaters. . . . Salomo begann zu tun, was böse war in den Augen Jehovas“ (1. Kö. 11:4-6).

8 Zu Recht erzürnt sagte Jehova zu Salomo: „Darum, dass . . . du meinen Bund und  meine Satzungen nicht gehalten hast, die ich dir als Befehl auferlegt habe, werde ich dir ganz bestimmt das Königreich entreißen, und ich werde es gewiss deinem Knecht geben“ (1. Kö. 11:11). Wie traurig! So erfolgreich Salomo in vielen Bereichen gewesen war, im allerwichtigsten Lebensbereich — der Treue gegenüber Jehova — versagte er schließlich und enttäuschte seinen Gott! Wäre es da nicht gut, sich ganz ehrlich zu fragen: Lasse ich mir das Leben Salomos eine Lehre sein?

EIN WIRKLICH ERFOLGREICHES LEBEN

9. Warum war Paulus aus Sicht der Allgemeinheit alles andere als erfolgreich?

9 Ganz anders als das Leben König Salomos verlief das Leben des Apostels Paulus. Statt auf einem Elfenbeinthron zu sitzen und mit Königen zu tafeln, machte er Zeiten durch, in denen er kaum etwas zu essen, zu trinken oder anzuziehen hatte (2. Kor. 11:24-27). Nachdem er Jesus als Messias angenommen hatte, war es mit seinem Rang und Namen im Judentum vorbei. Von nun an hassten ihn die Religionsführer der Juden. Wiederholt wurde er ins Gefängnis geworfen, ausgepeitscht, mit Ruten geschlagen, ja einmal sogar gesteinigt. Wie er selbst einräumte, wurden er und seine Glaubensbrüder beschimpft, gehasst und verfolgt. „Wir sind wie der Kehricht der Welt geworden“, schrieb er, „der Abschaum aller Dinge, bis jetzt“ (1. Kor. 4:11-13).

Nach menschlichen Maßstäben schien Saulus auf Erfolgskurs zu sein

10. Warum hätte man meinen können, Paulus habe seine Erfolgschancen regelrecht weggeworfen?

10 Der junge Saulus schien optimale Voraussetzungen für eine Karriere zu haben. Offenbar in eine angesehene Familie hineingeboren, ging er bei dem hoch geachteten Lehrer Gamaliel in die Schule und machte, wie er später einmal erwähnte, „größere Fortschritte im Judentum als viele Altersgenossen“ (Gal. 1:14). Sowohl Hebräisch als auch Griechisch beherrschte er fließend. Auch besaß er das römische Bürgerrecht samt allen damit verbundenen heiß begehrten Privilegien. Hätte er diese Karriere weiterverfolgt, hätte er vermutlich noch angesehener und wohlhabender werden können. Stattdessen schlug er eine Laufbahn ein, die anderen — so manchen Verwandten eingeschlossen — völlig irrsinnig vorgekommen sein muss. Warum entschied er sich so?

11. Welche Werte und welches Ziel lagen Paulus am Herzen, und warum?

11 Paulus liebte Jehova. Deshalb war ihm ein guter Name bei Gott viel wichtiger als Reichtum oder Ansehen bei Menschen. Dank einer genauen Erkenntnis der Wahrheit lernte er das schätzen, worauf die Welt im Allgemeinen so gar keinen Wert legt: das Lösegeld, den Dienst für Jehova, die Hoffnung auf Leben im Himmel.  Er wusste, der Teufel hatte behauptet, er könne jeden Menschen davon abbringen, Gott zu dienen. Ihm war auch klar, wie er dazu beitragen konnte, den Teufel zum Lügner zu stempeln (Hiob 1:9-11; 2:3-5). Paulus wollte daher unbedingt durchhalten und Jehova treu bleiben, komme, was da wolle — ein Ziel, das auf der Liste der Erfolgsziele dieser Welt gar nicht auftaucht.

Paulus war wirklich erfolgreich

12. Warum hast du beschlossen, deine Hoffnung auf Gott zu setzen?

12 Hast du dasselbe Ziel wie Paulus? Tagaus, tagein treu zu bleiben, ist nicht immer einfach. Aber wir wissen: Jehova freut sich darüber und segnet uns dafür. Und genau das ist es doch, was echten Erfolg ausmacht! (Spr. 10:22). Wir werden heute schon gesegnet, und wir können uns auf eine herrliche Zukunft freuen. (Lies Markus 10:29, 30.) Das ist doch bestimmt Grund genug, unsere Hoffnung „nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alle Dinge reichlich darbietet zum Genuss“! So können wir „sichere Schätze sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft“ und „das wirkliche Leben fest ergreifen“ (1. Tim. 6:17-19). Und dann werden wir garantiert in hundert, ja in tausend und noch mehr Jahren zurückblicken und sagen können: „Das war der einzig richtige Weg zum Erfolg!“

WO DEIN SCHATZ IST . . .

13. Welchen Rat gab Jesus zum Thema Reichtum?

13 Jesus sagte einmal über Reichtümer: „Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen, wo Motte und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen. Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ (Mat. 6:19-21).

14. Warum ist es unvernünftig, sich Schätze auf der Erde aufzuhäufen?

14 Zu den „Schätzen auf der Erde“ gehört mehr als nur Geld. Man könnte eigentlich alles dazuzählen, woran sich aus menschlicher Sicht Erfolg messen lässt: Ruhm, Geltung oder Macht — wie von Salomo so treffend im Bibelbuch Prediger beschrieben. Genau wie er macht auch Jesus deutlich: Die Reichtümer dieser Welt sind vergänglich. Wie gewonnen, so zerronnen — wer hat das nicht schon beobachtet! Der Bibelgelehrte F. Dale Bruner kommentierte diese Verse so: „Ruhm ist bekanntlich sehr launisch. Letzten Samstag war man noch der Held, schon kurz darauf ist man weg vom Fenster. Dieses Jahr feiert man Rekordgewinne, nächstes Jahr ist man bankrott. . . . Jesus liebt die Menschen und warnt sie dringend vor der Ernüchterung, die flüchtiger Ruhm zwangsläufig nach sich zieht. Er ist einfach nicht von Dauer. Diese Enttäuschung möchte Jesus seinen Jüngern ersparen. Kein Tag vergeht, an dem nicht jemand, der gerade noch ganz oben war, eiskalt fallen gelassen wird.“ Dem würden wohl die meisten zustimmen. Aber wie viele lassen sich von  diesen Tatsachen dazu bewegen, ihr Leben anders zu gestalten? Und du?

15. Welche Art von Erfolg sollten wir anstreben?

15 Manche Religionsführer haben rundweg jegliches Streben nach Erfolg verurteilt und gepredigt, man müsse derlei Bemühungen schon im Keim ersticken. Das hat Jesus aber nicht gelehrt. Er forderte seine Jünger vielmehr auf, ihre Bemühungen in die richtige Richtung zu lenken — sich unvergängliche „Schätze im Himmel“ aufzuhäufen. Unser wichtigstes Ziel ist, dass uns Jehova als erfolgreich einstuft. Jesu Worte machen uns bewusst: Wir können wählen, wonach wir streben wollen. Im Endeffekt aber wird jeder nach dem streben, wozu ihn sein Herz drängt, also was ihm wertvoll ist.

16. Worauf können wir uns felsenfest verlassen?

16 Drängt uns unser Herz, Jehova zu gefallen, wird er uns mit dem versorgen, was wir brauchen — darauf können wir bauen. Zwar lässt er vielleicht zu, dass wir wie der Apostel Paulus hin und wieder „Hunger und auch Durst“ leiden (1. Kor. 4:11). Trotzdem sollten wir voller Vertrauen Jesu Rat befolgen: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: ‚Was sollen wir essen?‘, oder: ‚Was sollen wir trinken?‘, oder: ‚Was sollen wir anziehen?‘, denn all diesen Dingen streben die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all diese Dinge benötigt. So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden“ (Mat. 6:31-33).

DU KANNST IN GOTTES AUGEN ERFOLGREICH SEIN

17, 18. (a) Wovon hängt echter Erfolg ab? (b) Und wovon hängt Erfolg nicht ab?

17 Der springende Punkt ist also: Echter Erfolg hängt nicht davon ab, was wir aus Sicht der Welt geleistet oder erreicht haben. Und echter Erfolg ist auch nicht daran zu messen, ob man eine verantwortliche Stellung in Jehovas Organisation bekleidet. Andererseits kann eine schöne Dienstaufgabe durchaus auf das zurückzuführen sein, was die eigentliche Grundlage für Erfolg ist: dass wir auf Jehova hören und ihm treu sind. Wie er uns nämlich sagen lässt, erwartet er von einem Verwalter, dass er „als treu befunden werde“ (1. Kor. 4:2). Und diese Treue muss etwas Beständiges sein, denn Jesus versicherte: „Wer . . . bis zum Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden“ (Mat. 10:22). Gerettet werden — wenn das kein Erfolg ist!

18 Lässt man diese Gedanken auf sich wirken, wird einem klar: Treue gegenüber Gott hat nichts mit Ruhm, Bildung, Bankkonto oder gesellschaftlichem Ansehen zu tun — ebensowenig mit Intelligenz, Talenten oder Fähigkeiten. Gott treu sein, das können wir ganz unabhängig von unseren Lebensumständen. Unter Gottes Dienern im 1. Jahrhundert waren einige reich, andere arm. Für die Reichen galt der Rat des Paulus, „Gutes zu wirken, reich zu sein an vortrefflichen Werken, freigebig zu sein, bereit zu teilen“. Aber beide, Reich und Arm, konnten „das wirkliche Leben fest ergreifen“ (1. Tim. 6:17-19). Das ist heute nicht anders. Wir alle haben die gleiche Chance und die gleiche Verantwortung: treu zu bleiben und „reich zu sein an vortrefflichen Werken“. Dann sind wir in den Augen unseres Schöpfers erfolgreich — und es macht uns glücklich zu wissen, dass er sich über uns freut (Spr. 27:11).

19. Was hast du vor, um erfolgreich zu sein?

19 Vielleicht kannst du an deinen Umständen nicht viel ändern, aber du hast es durchaus in der Hand, was du daraus machst. Ganz gleich, in welcher Lage du dich befindest: Bleibe treu — es lohnt sich! Jehova wird dich garantiert sehr segnen, heute schon und bis in alle Ewigkeit. Vergiss nie, was Jesus geistgesalbten Christen sagen ließ: „Erweise dich als treu selbst bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben“ (Offb. 2:10). DAS ist wahrer Erfolg!