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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) OKTOBER 2012

„Euer Ja bedeute Ja“

„Euer Ja bedeute Ja“

„Euer Wort Ja bedeute einfach Ja, euer Nein Nein“ (MAT. 5:37)

1. Was sagte Jesus über das Schwören, und warum?

ECHTE Christen haben es im Grunde genommen nicht nötig zu schwören. Warum nicht? Weil sie Jesu Gebot befolgen: „Euer Wort Ja bedeute einfach Ja.“ Demnach sollte man zu seinem Wort stehen. Unmittelbar vor diesem Gebot sagte Jesus: „Schwört überhaupt nicht.“ Er verurteilte die Gewohnheit vieler, in Alltagsgesprächen leichthin immer wieder zu beschwören, sie würden dieses oder jenes tun, obwohl sie in Wirklichkeit gar nicht daran denken. Dass sie sich gedrängt fühlen, über ein einfaches Ja oder Nein „hinauszugehen“, verrät womöglich, dass solche Leute eigentlich unglaubwürdig sind und unter dem Einfluss dessen stehen, „der böse ist“. (Lies Matthäus 5:33-37.)

2. Warum ist es nicht immer verkehrt zu schwören?

2 Soll das heißen, Jesus habe jegliches Schwören verurteilt? Das kann nicht sein, denn wie der vorige Artikel zeigte, haben sowohl Jehova Gott selbst als auch sein gerechter Diener Abraham bei wichtigen Anlässen Eide geschworen. Im Gesetz Mose legte Jehova sogar fest, dass bestimmte Konflikte durch einen Eidschwur gelöst werden sollten (2. Mo. 22:10, 11; 4. Mo. 5:21, 22). Für Christen könnte es nötig werden zu schwören, wenn sie zum Beispiel vor Gericht als Zeugen aussagen sollen. Oder in seltenen Fällen könnte ein Christ einen Eid für erforderlich halten, um andere von der Ernsthaftigkeit seiner Absichten zu überzeugen oder um eine Angelegenheit klarzustellen. Schließlich hat ja Jesus selbst, als er vom jüdischen Sanhedrin unter Eid gestellt wurde, sich nicht dagegen gewehrt, sondern wahrheitsgemäß Auskunft gegeben (Mat. 26:63, 64). Allerdings hatte er es nie nötig, irgendetwas zu beschwören. Trotzdem betonte er die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen häufig auf einzigartige Weise, indem er sie mit den  Worten einleitete: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch“ (Joh. 1:51; 13:16, 20, 21, 38). Was können wir noch von Jesus lernen sowie von Paulus und anderen, deren Ja einfach Ja bedeutete?

JESUS: DAS BESTE BEISPIEL

Von der Taufe bis zum Tod stand Jesus treu zu dem, was er seinem Vater versprochen hatte

3. Was versprach Jesus seinem Vater im Gebet, und wie reagierte dieser darauf?

3 „Siehe! Ich bin gekommen . . . , um deinen Willen, o Gott, zu tun“ (Heb. 10:7). Mit diesen bedeutsamen Worten zeigte Jesus, dass er gern bereit war, alles auszuführen, was Jehova über den versprochenen „Samen“ vorausgesagt hatte, ja sich sogar vom Teufel „die Ferse zermalmen“ zu lassen (1. Mo. 3:15). Kein anderer Mensch hat sich je bereit erklärt, so eine schwere Verantwortung zu übernehmen. Jehova sprach seinem Sohn bei dieser Gelegenheit sein volles Vertrauen aus — ohne zu verlangen, dass Jesus sein Versprechen durch einen Eid bekräftigte (Luk. 3:21, 22).

4. Wie stellte Jesus sicher, dass sein Ja auch immer Ja bedeutete?

4 Jesus hielt sich immer an das, was er anderen predigte. Sein Ja war wirklich ein Ja. Er ließ sich durch nichts von dem Auftrag seines Vaters ablenken, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen und alle, die Jehova zu ihm zog, zu Jüngern zu machen (Joh. 6:44). Dass auf ihn in absolut jeder Hinsicht Verlass war, beschreibt die Bibel mit den bekannten Worten: „So viele Verheißungen Gottes es auch gibt, sie sind durch ihn zum Ja geworden“ (2. Kor. 1:20). Jesus hielt, was er seinem Vater versprochen hatte, und ist damit wirklich das allerbeste Beispiel für uns. Befassen wir uns jetzt mit jemand, der sich nach besten Kräften an Jesu Vorbild orientierte.

PAULUS: EIN MANN, DER WORT HIELT

5. Warum ist der Apostel Paulus ein gutes Beispiel für uns?

5 „Was soll ich tun, Herr?“ (Apg. 22:10). Mit dieser ehrlich gemeinten Frage reagierte Saulus, als ihm der Herr Jesus Christus in einer Vision erschien, damit er aufhörte, seine Jünger zu verfolgen. Saulus bereute daraufhin demütig, was er getan hatte, ließ sich taufen und nahm den besonderen Auftrag an, die gute Botschaft über Jesus zu den Nationen zu tragen. Jesus blieb für ihn von da an sein „Herr“, dem er bis zum Tod treu gehorchte (Apg. 22:6-16; 2. Kor. 4:5; 2. Tim. 4:8). Wie ganz anders verhielten sich Personen, über die Jesus gesagt hatte: „Warum denn nennt ihr mich ‚Herr! Herr!‘, tut aber die Dinge nicht, die ich sage?“ (Luk. 6:46). Jesus erwartet somit von allen, die ihn als ihren Herrn annehmen, dass sie auch entsprechend handeln — genau wie der Apostel Paulus.

6, 7. (a) Warum änderte Paulus seine Reisepläne, und warum waren seine Kritiker in Korinth im Unrecht? (b) Wie wollen wir denen unter uns begegnen, die mit der Führung betraut sind?

 6 Unermüdlich predigte Paulus die Botschaft vom Königreich in ganz Kleinasien und bis in Europa. Er gründete viele Versammlungen und besuchte sie wiederholt. Manchmal sah er sich genötigt, seine Aussagen wie durch einen Eid zu bekräftigen (Gal. 1:20). In Korinth zum Beispiel wurde ihm von manchen vorgeworfen, er sei nicht vertrauenswürdig. Seine Erwiderung? Er rief Gott als Zeugen dafür an, „dass unser an euch gerichtetes Wort nicht Ja und doch Nein ist“ (2. Kor. 1:18). Als er das schrieb, war er auf dem Weg von Ephesus durch Mazedonien nach Korinth. Ursprünglich hatte er Korinth besuchen wollen, bevor er nach Mazedonien reiste (2. Kor. 1:15, 16). Doch manchmal kommt es eben anders als geplant. Reisende Aufseher heute müssen auch hin und wieder ihre Reiseroute ändern — nicht wegen Kleinigkeiten oder aus Bequemlichkeit, sondern weil es triftige Gründe dafür gibt. Im Fall von Paulus kam es der Versammlung in Korinth sogar zugute, dass er seinen Besuch dort verschob. Wieso?

7 Nun, seine Reiseroute war eigentlich schon geplant gewesen, da erhielt er beunruhigende Nachrichten aus Korinth. Die Versammlung dort litt unter Spaltungen und tolerierte Unsittlichkeit (1. Kor. 1:11; 5:1). Um dem entgegenzuwirken, gab Paulus im ersten Korintherbrief sehr ernsten Rat. Und statt direkt von Ephesus nach Korinth zu reisen, beschloss er dann, seinen Brüdern erst Zeit zu geben, den Rat umzusetzen. So würde sein Besuch letztlich ermunternder ausfallen. Dass das der wahre Grund für seine geänderten Reisepläne war, versicherte Paulus ihnen in seinem zweiten Brief mit den Worten: „Nun rufe ich Gott zum Zeugen gegen meine eigene Seele an, dass ich, um euch zu schonen, noch nicht nach Korinth gekommen bin“ (2. Kor. 1:23). Die Lehre für uns? Gleichen wir nicht den Kritikern des Paulus, sondern begegnen wir denen unter uns, die mit der Führung betraut sind, vielmehr mit tiefem Respekt. Paulus war wirklich vertrauenswürdig, und an ihm wollen wir uns genauso ein Beispiel nehmen wie er an Christus (1. Kor. 11:1; Heb. 13:7).

WEITERE GUTE BEISPIELE

8. Wieso können wir uns an Rebekka ein Beispiel nehmen?

8 „Ich will gehen“ (1. Mo. 24:58). Mit diesen einfachen Worten beantwortete Rebekka die Frage ihrer Mutter und ihres Bruders, ob sie bereit sei, noch am selben Tag ihr Zuhause zu verlassen und mit einem Fremden über 800 Kilometer weit zu reisen, um die Frau Isaaks, des Sohnes Abrahams, zu werden (1. Mo. 24:50-58). Ihr Ja bedeutete wirklich Ja, und sie wurde Isaak eine gute Frau, die Jehova treu diente. Sie lebte als Ausländerin im Land der Verheißung und wohnte dort bis zu ihrem Tod in Zelten. Der Lohn für ihre Treue? Sie wurde eine Vorfahrin des versprochenen „Samens“, Jesus Christus (Heb. 11:9, 13).

9. Wie hielt Ruth treu ihr Wort?

9 „Nein, sondern mit dir werden wir zu deinem Volk zurückkehren“ (Ruth 1:10). Das sagten die verwitweten Moabiterinnen Ruth und Orpa wiederholt zu Noomi, ihrer verwitweten Schwiegermutter, als sie von Moab nach Bethlehem zurückkehrte. Auf Noomis Drängen hin kehrte Orpa dann doch in ihre Heimat zurück. Ruths Nein aber bedeutete Nein. (Lies Ruth 1:16, 17.) Sie gab ihre Familie und die falsche Religion Moabs für immer auf, hielt fest zu Noomi und diente ihr Leben lang treu Jehova. Ihr Lohn? In der Abstammungslinie des Christus werden nur fünf Frauen eigens von Matthäus erwähnt — und Ruth ist eine davon (Mat. 1:1, 3, 5, 6, 16).

10. Wieso ist Jesaja ein gutes Beispiel für uns?

 10 „Hier bin ich! Sende mich“ (Jes. 6:8). Das sagte Jesaja, nachdem er in einer herrlichen Vision Jehova auf seinem Thron gesehen hatte. In der Vision hörte er Jehova sagen: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ Es ging dabei um den Auftrag, Jehovas Botschaften einem widerspenstigen Volk zu übermitteln. Jesaja hielt sein Versprechen; sein Ja bedeutete wirklich Ja. Mindestens 46 Jahre lang diente er treu als Prophet und Sprecher Jehovas, kündigte schwere Strafen an, äußerte aber auch wunderbare Voraussagen darüber, wie die wahre Anbetung wiederhergestellt würde.

11. (a) Warum ist es so wichtig, dass wir zu unserem Wort stehen? (b) Welche abschreckenden Beispiele finden wir in der Bibel von Menschen, die nicht Wort hielten?

11 Warum hat Jehova all diese Beispiele für uns aufzeichnen lassen? Wie wichtig ist es, dass unser Ja wirklich Ja bedeutet? „Gegen jede Vereinbarung“ zu handeln wird in der Bibel warnend als Verhaltensweise angeprangert, für die jemand „den Tod verdient“ (Röm. 1:31, 32, Fn.). Der ägyptische Pharao zur Zeit von Moses, der jüdische König Zedekia wie auch Ananias und Sapphira gehören zu den abschreckenden Beispielen von Personen, deren Ja eben nicht Ja bedeutete und denen es allen sehr schlecht erging (2. Mo. 9:27, 28, 34, 35; Hes. 17:13-15, 19, 20; Apg. 5:1-10).

12. Was hilft uns, immer zu unserem Wort zu stehen?

12 In den heutigen „letzten Tagen“ sind wir umgeben von Menschen, die „nicht loyal“ sind, die „eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen“ (2. Tim. 3:1-5). Soweit nur irgend möglich wollen wir diesen schlechten Umgang meiden. Viel lieber versammeln wir uns doch regelmäßig mit denen, die sich ebenfalls bemühen, immer zu ihrem Wort zu stehen (Heb. 10:24, 25).

DEIN WICHTIGSTES JA

13. Was ist das allerwichtigste Ja eines Nachfolgers Jesu Christi?

13 Das allerwichtigste Versprechen, das jemand ablegen kann, ist die Hingabe an Gott. Wer ein Jünger Jesu Christi werden will, wird drei Mal ausdrücklich gefragt, ob er es damit wirklich ernst meint (Mat. 16:24). Bevor er ein ungetaufter Verkündiger wird, fragen ihn die beiden Ältesten, die mit ihm zusammenkommen, ob er wirklich ein Zeuge Jehovas werden möchte. Hat er dann so weit Fortschritte gemacht, dass er sich taufen lassen will, fragen ihn die Ältesten: „Hast du dich persönlich im Gebet Jehova hingegeben?“ Und am Tag der Taufe schließlich werden alle Taufbewerber gefragt: „Hast du auf der Grundlage des Opfers Jesu Christi deine Sünden bereut und dich Jehova hingegeben, um seinen Willen zu tun?“ Vor Zeugen bekräftigen sie dann ihr Versprechen,  Jehova für immer zu dienen, mit einem lauten Ja.

Stehst du zu deinem wichtigsten Ja?

14. Was sollten wir uns immer mal wieder fragen?

14 Ob du dich erst vor Kurzem hast taufen lassen oder Jehova schon seit Jahrzehnten dienst — es wäre gut, dich immer mal wieder zu fragen: Nehme ich mir an Jesus ein Beispiel und stehe nach wie vor zu meinem allerwichtigsten Versprechen? Höre ich weiter auf ihn und stelle das Predigen und Jüngermachen in meinem Leben allem voran? (Lies 2. Korinther 13:5.)

15. In welchen Lebensbereichen ist es noch wichtig, dass unser Ja auch wirklich Ja bedeutet?

15 Unser Hingabeversprechen zu halten erfordert, dass wir auch in anderen wichtigen Bereichen zuverlässig sind. Bist du zum Beispiel verheiratet? Dann steh weiter treu zu deinem feierlichen Versprechen, deinen Ehepartner zu lieben und zu ehren. Hast du einen Vertrag unterschrieben? Dann erfülle die damit verbundenen Verpflichtungen. Hast du dich dafür beworben, eine besondere Dienstaufgabe in der Versammlung oder der Organisation Jehovas zu übernehmen? Dann halte, was du auf dem Bewerbungsformular versprochen hast. Hast du eine Einladung bei jemand angenommen, der nicht gerade wohlhabend ist? Dann steh zu deinem Wort — auch wenn du danach eine scheinbar „bessere“ Einladung erhältst. Oder hat im Haus-zu-Haus-Dienst jemand Interesse gezeigt und du hast ihm versprochen wiederzukommen? Dann halte unbedingt Wort. Jehova wird dich dafür segnen. (Lies Lukas 16:10.)

WIE UNS UNSER HOHER PRIESTER UND KÖNIG HILFT

16. Was sollten wir tun, wenn wir einmal nicht Wort gehalten haben?

16 Wie die Bibel sagt, passiert es uns unvollkommenen Menschen oft, dass wir „straucheln“, also Fehler machen — vor allem beim Reden (Jak. 3:2). Was tun, wenn uns bewusst wird, dass wir einmal nicht Wort gehalten haben? Im Gesetz Mose schuf Jehova barmherzigerweise eine Regelung für den Fall, dass jemand „mit seinen Lippen unbesonnen redet“ (3. Mo. 5:4-7, 11). Auch für Christen, die so eine Sünde begehen, gibt es eine liebevolle Regelung. Bekennen wir sie Jehova ganz konkret, ist er so barmherzig, uns dank der Dienste unseres Hohen Priesters, Jesus Christus, zu vergeben (1. Joh. 2:1, 2). Damit er uns aber weiter segnen kann, müssen wir unserer Reue entsprechend handeln: Wir dürfen uns solche Übertretungen nicht zur Gewohnheit machen und sollten unser Möglichstes tun, den durch unser gedankenloses Reden angerichteten Schaden wiedergutzumachen (Spr. 6:2, 3). Viel, viel besser ist es natürlich, gut nachzudenken und erst gar nichts zu versprechen, was man womöglich nicht halten kann. (Lies Prediger 5:2.)

17, 18. Welche herrliche Zukunft erwartet alle, die sich anstrengen, zu ihrem Wort zu stehen?

17 Allen Anbetern Jehovas, die ihr Bestes tun, damit ihr Ja auch wirklich Ja bedeutet, steht eine wunderbare Zukunft in Aussicht! Die 144 000 Geistgesalbten werden unsterbliches Leben im Himmel erhalten, wo sie mit Jesus zusammenarbeiten und „als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren“ werden (Offb. 20:6). Und zahllose Millionen werden im Paradies auf der Erde leben dürfen. Unter der Königreichsherrschaft Christi wird ihnen geholfen, in jeder Hinsicht vollkommen zu werden (Offb. 21:3-5).

18 Bleiben wir in der Schlussprüfung nach Ablauf der Tausendjahrherrschaft treu, werden wir nie wieder Grund haben, irgendjemandes Versprechen zu misstrauen (Offb. 20:7-10). Jedes Ja wird dann Ja bedeuten, und jedes Nein Nein. Denn jeder, der dann lebt, wird auf vollkommene Weise unseren liebevollen himmlischen Vater Jehova nachahmen — den „Gott der Wahrheit“ (Ps. 31:5).