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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) OKTOBER 2012

Sie boten bereitwillig ihre Hilfe an — in Brasilien

Sie boten bereitwillig ihre Hilfe an — in Brasilien

VOR einigen Jahren besuchte Rúbia, jetzt 30 Jahre alt, Sandra, die in einer kleinen Versammlung im Süden Brasiliens im Pionierdienst war. Dort erlebte sie etwas Ungewöhnliches, was ihr Leben veränderte. Was war das? Lassen wir Rúbia erzählen.

„ICH DACHTE, ICH HÖR NICHT RICHTIG“

„Ich begleitete Sandra zu einer Frau, mit der sie die Bibel studierte. Während des Studiums sagte sie auf einmal: ,Sandra, drei meiner Arbeitskolleginnen wollen auch die Bibel studieren. Ich habe ihnen jedoch gesagt, sie müssten warten, bis sie dran sind — du bist ja schon das ganze Jahr ausgebucht.‘ Ich dachte, ich hör nicht  richtig. Menschen, die Jehova kennenlernen wollen, kommen auf eine Warteliste! In meiner Heimatversammlung war man schon über e i n Bibelstudium froh. In diesem Moment verspürte ich den brennenden Wunsch, den Menschen in diesem kleinen Ort zu helfen. Bald darauf kehrte ich der Großstadt den Rücken und zog dorthin, wo Sandra im Pionierdienst war.“

Wie ging es mit Rúbia weiter? Sie erzählt: „Nach zwei Monaten leitete ich 15 Bibelstudien und — es ist kaum zu glauben — im Nu hatte auch ich eine Warteliste!“

DEN DIENST UNTER DIE LUPE GENOMMEN

Diego, ein Bruder Anfang 20, besuchte einige Pioniere in Prudentópolis, einer Kleinstadt im Süden. Der Besuch hinterließ einen tiefen Eindruck und veranlasste ihn, seinen Dienst unter die Lupe zu nehmen. Er berichtet: „Zu Hause machte ich es mir ziemlich leicht. Ich gab mich mit ein paar Stunden Predigtdienst im Monat zufrieden. Doch als ich die schönen Erfahrungen dieser Pioniere hörte und ihre Freude sah, wurde mir meine eher gleichgültige Einstellung zum Dienst bewusst. Sie waren so glücklich und begeistert. Solch ein Leben wünschte ich mir auch.“

Bist du ebenfalls ein junger Zeuge, gehst in die Zusammenkünfte und beteiligst dich am Predigtdienst? Hast du vielleicht das Gefühl, dass der Dienst irgendwie zur Routine geworden ist und es dir an Begeisterung fehlt? Und wenn ja, könntest du dann etwas in deinem Leben ändern und dorthin ziehen, wo großer Bedarf an Verkündigern besteht, um mehr Freude zu erleben? Der Gedanke, ein bequemes Leben aufzugeben, wirkt vielleicht abschreckend. Doch viele junge Leute haben genau das getan. Sie waren bereit, ihre persönlichen Ziele und Wünsche zurückzustellen, um Jehova vermehrt zu dienen. Einer von ihnen war Bruno.

MUSIKER ODER PREDIGER?

Bruno studierte vor einigen Jahren an einer berühmten Musikhochschule und sein Ziel war es, Dirigent zu werden. Er machte so gute Fortschritte, dass  er mehrmals die Gelegenheit erhielt, ein Sinfonieorchester zu leiten. Eine vielversprechende Karriere lag vor ihm. „In meinem Leben fehlte jedoch etwas“, erzählt der jetzt 28-jährige Bruno. „Ich hatte mich Jehova hingegeben, gab ihm jedoch nicht mein Bestes, und das machte mir zu schaffen. Ich sprach mit Jehova über meine Gefühle und unterhielt mich auch mit erfahrenen Brüdern. Nach reiflicher Überlegung setzte ich meinen Dienst für Jehova an die erste Stelle. Ich verließ die Musikhochschule und beschloss, in ein Gebiet zu ziehen, wo mehr Königreichsverkündiger gebraucht werden.“ Wie hat sich sein Entschluss ausgewirkt?

Bruno ging nach Guapiara — ein Städtchen mit etwa 7 000 Einwohnern, rund 260 Kilometer von São Paulo entfernt. Das war eine große Umstellung. Er erzählt: „Ich zog in ein kleines Haus ohne Kühlschrank, Fernseher und Internetanschluss. Doch es gab etwas, was ich noch nie besessen hatte: einen Obst- und Gemüsegarten.“ Bruno unterstützte eine kleine Versammlung. Einmal in der Woche packte er etwas zu essen, Wasser und Literatur ein und fuhr mit seinem Motorrad zum Predigen ins Landgebiet. Viele Menschen dort hatten noch nie etwas von der guten Botschaft gehört. „Ich leitete sage und schreibe 18 Bibelstudien, und zu sehen, wie diese Menschen ihr Leben änderten, war einfach begeisternd“, berichtet Bruno. „Auf einmal wurde mir bewusst, was in meinem Leben gefehlt hatte: die tiefe Zufriedenheit, die man verspürt, wenn man den Dienst für Jehova an die erste Stelle setzt. All das wäre mir entgangen, hätte ich weiter materialistische Ziele verfolgt.“ Und wie verdiente Bruno in Guapiara seinen Lebensunterhalt? „Ich gab Gitarrenunterricht“, sagt er schmunzelnd. Er war also immer noch Musiker.

„ICH MUSSTE EINFACH BLEIBEN“

Mariana, inzwischen Ende zwanzig, erging es ähnlich wie Bruno. Trotz ihres einträglichen Berufs als Anwältin war sie nicht richtig glücklich. Sie sagt: „Mein Leben kam mir vor wie ,ein Haschen nach Wind‘ “ (Pred. 1:17). Einige Brüder und Schwestern ermutigten sie, über den Pionierdienst nachzudenken. Daraufhin beschloss Mariana mit ihren Freundinnen  Bianca, Caroline und Juliana, eine Versammlung in Barra do Bugres zu unterstützen. Diese abgelegene Stadt unweit von Bolivien war Tausende Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Was geschah dann?

Mariana berichtet: „Ich hatte vor, drei Monate zu bleiben. Doch als die Zeit abgelaufen war, führte ich 15 Bibelstudien durch. Natürlich brauchten diese Menschen noch mehr Unterstützung, um Fortschritte zu machen. Ihnen zu sagen, dass ich weggehen würde, brachte ich nicht übers Herz. Ich musste einfach bleiben.“ Und ihre drei Freundinnen entschieden sich genauso. Ist Marianas Leben durch diesen Entschluss bereichert worden? Sie sagt: „Es ist wunderbar, von Jehova gebraucht zu werden. Ich darf Menschen helfen, ihr Leben zum Positiven zu verändern. Zeit und Energie für etwas Sinnvolles einzusetzen macht wirklich Freude.“ Caroline spricht aus, was alle vier empfinden: „Wenn ich mich abends schlafen lege, bin ich richtig zufrieden, weil ich mich im Dienst für Jehova eingesetzt habe. Mein Leben dreht sich jetzt um die Menschen, mit denen ich die Bibel studiere. Es ist so schön, ihre Fortschritte zu beobachten. Wie wahr doch die Worte sind: ,Schmeckt und seht, dass Jehova gut ist‘ “ (Ps. 34:8).

Immer mehr junge Brüder und Schwestern weltweit bieten bereitwillig ihre Hilfe an und predigen die gute Botschaft vom Königreich in abgelegenen Gebieten. Wie sehr muss sich doch Jehova über sie freuen! (Ps. 110:3; Spr. 27:11). Und alle diese fleißigen Helfer verspüren seinen reichen Segen (Spr. 10:22).

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