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Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) SEPTEMBER 2012

Jehova versammelt sein freudiges Volk

Jehova versammelt sein freudiges Volk

„Versammle das Volk, die Männer und die Frauen und die Kleinen und deinen ansässigen Fremdling“ (5. MO. 31:12)

1, 2. Wovon handelt dieser Artikel?

INTERNATIONALE und Bezirkskongresse gab es schon früh in der neuzeitlichen Geschichte der Zeugen Jehovas. Viele von uns sind über Jahrzehnte bei Dutzenden dieser freudigen Anlässe zugegen gewesen und erinnern sich gern daran.

2 Bereits vor Tausenden von Jahren hielt Gottes Volk heilige Zusammenkünfte ab. Von welchen großen Zusammenkünften ist in der Bibel die Rede? Was hatten sie mit unseren Kongressen gemeinsam und von welchem Nutzen waren sie für die Anwesenden? (Ps. 44:1; Röm. 15:4).

GROSSE ZUSAMMENKÜNFTE — MEILENSTEINE IN ALTER UND NEUER ZEIT

3. (a) Was fällt an der ersten großen Zusammenkunft des Volkes Gottes auf? (b) Wie wurden die Israeliten zusammengerufen?

3 Die erste große Zusammenkunft des Volkes Gottes, über die es Aufzeichnungen gibt, fand am Fuß des Sinai statt. Sie war für die Unterweisung in der reinen Anbetung ein Meilenstein. Begleitet von einer eindrucksvollen Machtdemonstration gab Jehova den Israeliten sein Gesetz. Das haben treue Israeliten bestimmt nie vergessen (2. Mo. 19:2-9, 16-19). (Lies 2. Mose 20:18; 5. Mose 4:9, 10.) Dieses Ereignis war dafür ausschlaggebend, wie Gott mit den Israeliten handelte. Kurze Zeit danach bestimmte er, wie sein Volk zusammenzurufen sei. Er wies Moses an, zwei Trompeten aus Silber herzustellen. Damit sollte „die ganze Gemeinde“ an den „Eingang des Zeltes der Zusammenkunft“ gerufen werden (4. Mo. 10:1-4). Welch eine Begeisterung wohl bei solchen Anlässen herrschte!

4, 5. Wieso waren die von Moses und Josua abgehaltenen Zusammenkünfte von besonderer Bedeutung?

4 Gegen Ende des 40-jährigen Aufenthalts der  Israeliten in der Wildnis versammelte Moses das ganze Volk. Es war ein entscheidender Zeitpunkt in der Geschichte der verhältnismäßig jungen Nation. Die Israeliten waren im Begriff, das Land der Verheißung zu betreten. Das war für Moses die richtige Zeit, seine Brüder an alles zu erinnern, was Jehova für sie getan hatte und noch tun würde (5. Mo. 29:1-15; 30:15-20; 31:30).

5 Bei dieser Zusammenkunft sprach Moses wahrscheinlich auch davon, dass Gottes Volk regelmäßig versammelt und belehrt werden sollte. In Sabbatjahren sollten sich die Männer, Frauen, Kinder und ansässigen Fremdlinge zum Laubhüttenfest an dem Ort versammeln, den Jehova erwählte. Sie sollten hören und lernen, Jehova fürchten und darauf achten, alle Worte des Gesetzes auszuführen. (Lies 5. Mose 31:1, 10-12.) Bereits zu einem so frühen Zeitpunkt in der Geschichte des Volkes Gottes wurde dafür gesorgt, dass es sich immer wieder versammelte, um Jehovas Wort und seine Vorsätze besser kennenzulernen. Nach der Eroberung des Landes der Verheißung gab es jenseits der Grenzen immer noch heidnische Völker. Deswegen versammelte Josua das ganze Volk, um es in dem Entschluss zu bestärken, Jehova treu zu bleiben. Bei diesem Anlass schworen die Israeliten, Gott zu dienen (Jos. 23:1, 2; 24:1, 15, 21-24).

6, 7. Wieso kann man einige neuzeitliche Kongresse des Volkes Jehovas als Meilensteine bezeichnen?

6 In der neuzeitlichen Geschichte des Volkes Jehovas waren Kongresse ebenfalls Meilensteine und leiteten bedeutende Entwicklungen in der theokratischen Tätigkeit und im biblischen Verständnis ein (Spr. 4:18). Der erste große Kongress, den die Bibelforscher nach dem Ersten Weltkrieg abhielten, fand 1919 in Cedar Point (Ohio) statt. Die etwa 7 000 Anwesenden wurden auf einen globalen Predigtfeldzug vorbereitet. Diese Tätigkeit erhielt starken Auftrieb durch einen neuntägigen Kongress, der 1922 am selben Ort abgehalten wurde. Bruder Rutherford forderte die gespannte Zuhörerschaft auf: „Seid treue und glaubensstarke Zeugen für den Herrn! Geht vorwärts in dem Kampfe, bis jede Spur Babylons wüst und öde gemacht ist! Verkündet die Botschaft weit und breit! Die Welt muss wissen, dass Jehova Gott ist und dass Jesus Christus König der Könige und Herr der Herren ist! Dies ist der Tag aller Tage. Seht, der König regiert! Ihr seid seine öffentlichen Verkündiger. Deshalb verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich.“ Die Anwesenden und alle anderen Diener Gottes weltweit nahmen sich diesen Aufruf zu Herzen.

7 Auf dem Kongress 1931 in Columbus (Ohio) nahmen die Bibelforscher begeistert den Namen Jehovas Zeugen an. 1935 erklärte Bruder Rutherford in Washington (D. C.), um wen es sich bei der in der Offenbarung erwähnten „großen Volksmenge“ handelt, die „vor dem Thron und vor dem Lamm“ steht (Offb. 7:9-17). 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, hielt Nathan H. Knorr den aufrüttelnden Vortrag „Weltfriede — ist er von Bestand?“. Darin wurde die Identität des scharlachfarbenen wilden Tieres aus Offenbarung 17 erklärt und darauf hingewiesen, dass nach dem Krieg noch ein umfangreiches Predigtwerk bevorstand.

Internationaler Kongress 1950 in New York City

8, 9. Wieso waren einige Kongresse besonders bewegend?

8 Auf dem „Theokratischen Kongress fröhlicher Nationen“, der 1946 in Cleveland (Ohio) stattfand, war Bruder Knorrs Vortrag „Die Aufgaben des Wiederaufbaus und der Ausdehnung des Werkes“ besonders bemerkenswert. Ein Anwesender fing in einem Bericht die durch den Vortrag hervorgerufene  Begeisterung ein. Er schrieb: „Ich hatte das Vorrecht, an jenem Abend hinter ihm [Bruder Knorr] auf der Bühne zu sitzen; während er das Werk umriss und dann von Plänen zur Erweiterung des Brooklyner Bethelheimes und der Fabrik erzählte, brach die gewaltige Zuhörerschaft immer wieder in Applaus aus. Von der Bühne aus konnte man zwar kein Gesicht erkennen, aber es war nicht schwer, ihre Freude zu spüren.“ Auf einem internationalen Kongress 1950 in New York City freuten sich die Anwesenden über die englische Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften, die erste in der Gegenwartssprache veröffentlichte Bibel, in der Gottes Eigenname wieder seinen rechtmäßigen Platz fand (Jer. 16:21).

9 Kongresse, zu denen Jehova seine treuen Zeugen nach Verfolgungs- oder Verbotszeiten versammelte, waren besonders bewegend. Adolf Hitler hatte sich geschworen, Jehovas Zeugen aus Deutschland auszurotten, doch 1955 füllten bei einem Kongress in Nürnberg 107 000 seinen früheren Paradeplatz. Viele von ihnen vergossen Freudentränen. 1989 fanden drei Kongresse „Gottergebenheit“ in Polen statt. Viele der 166 518 Anwesenden waren aus der Sowjetunion und der Tschechoslowakei sowie aus anderen osteuropäischen Ländern angereist. Für einige Besucher dieser Kongresse war es das erste Mal, dass sie sich mit mehr als 15 bis 20 Dienern Jehovas versammelten. Und welch eine Freude herrschte doch 1993 auf dem internationalen Kongress „Göttliche Belehrung“ in Kiew, wo sich 7 402 taufen ließen — die größte je registrierte Massentaufe von Zeugen Jehovas (Jes. 60:22; Hag. 2:7).

10. Was waren für dich besondere Kongresse, und warum?

10 Manche internationale oder Bezirkskongresse vergisst man nie. Erinnern wir uns noch an unseren ersten Kongress oder an den, auf dem wir uns taufen ließen? Sicher waren es für uns Meilensteine. Bewahren wir diese kostbaren Erinnerungen! (Ps. 42:4).

REGELMÄSSIGE FREUDIGE FESTE

11. Welche regelmäßigen Festzeiten führte Gott beim Volk Israel ein?

11 Jehova verlangte von den Israeliten, sich jedes Jahr zu drei Festzeiten in Jerusalem zu versammeln: zum Fest der ungesäuerten Brote, zum Fest der Wochen (später Pfingsten genannt) und zum Laubhüttenfest. Er gebot: „Bei drei Anlässen im Jahr wird jede deiner männlichen Personen vor dem Angesicht des wahren Herrn, Jehovas, erscheinen“ (2. Mo. 23:14-17). Viele Männer kamen mit ihrer ganzen Familie, weil sie den hohen geistigen Wert dieser Feste erkannt hatten (1. Sam. 1:1-7; Luk. 2:41, 42).

12, 13. Was bedeutete für viele Israeliten die Anwesenheit bei den jährlichen Festen?

12 Was bedeutete es für eine Familie, eine solche Reise zu unternehmen?  Joseph und Maria mussten von Nazareth nach Jerusalem zum Beispiel etwa 100 Kilometer zurücklegen. Wie lange waren wohl Familien mit kleinen Kindern zu Fuß unterwegs? Verwandte und Bekannte sind wahrscheinlich als Gruppe gereist, wie aus dem Bericht über den 12-jährigen Jesus in Jerusalem hervorgeht. Gemeinsam zu reisen, Essen zuzubereiten und an fremden Orten eine passende Schlafgelegenheit zu suchen — das alles muss an sich schon ein Erlebnis gewesen sein. Zudem konnte man sich sicher fühlen und einem Jungen wie Jesus eine gewisse Freiheit lassen. Besonders für Kinder und Jugendliche war eine solche Reise zweifellos unvergesslich (Luk. 2:44-46).

13 Als die Israeliten weit über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus zerstreut waren, kamen die Festbesucher aus vielen Nationen. Juden und Proselyten, die gern in Jerusalem dabei sein wollten, reisten Pfingsten 33 u. Z. unter anderem aus Italien, Libyen, Kreta, Kleinasien und Mesopotamien an (Apg. 2:5-11; 20:16).

14. Welchen Nutzen zogen die Israeliten aus den jährlichen Festen?

14 Bei solchen Reisen war für treue Israeliten die geistige Zielsetzung das Wichtigste: die Anbetung Jehovas an der Seite von Tausenden dankbaren Festteilnehmern. Wie wirkte sich das auf die Besucher aus? Das ist an den Anweisungen zu erkennen, die Jehova seinem Volk zum Laubhüttenfest gab: „Du sollst dich während deines Festes freuen, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und der Levit und der ansässige Fremdling und der vaterlose Knabe und die Witwe, die innerhalb deiner Tore sind. Sieben Tage wirst du das Fest Jehova, deinem Gott, an dem Ort feiern, den Jehova erwählen wird, denn Jehova, dein Gott, wird dich in all deinem Ertrag und in jeder Tat deiner Hand segnen, und du sollst nichts anderes als erfreut werden“ (5. Mo. 16:14, 15). (Lies Matthäus 5:3.)

WARUM FÜR KONGRESSE DANKBAR SEIN?

15, 16. (a) Was hast du schon auf dich genommen, um Kongresse zu besuchen? (b) Warum ist es die Mühe wert gewesen?

15 Können wir uns von diesen Zusammenkünften in alter Zeit nicht so manches abschauen? Vieles hat sich zwar im Laufe der Jahrhunderte geändert, aber nicht die wesentlichen Merkmale großer Zusammenkünfte. In biblischer Zeit mussten Besucher einiges auf sich nehmen, um bei den Festen anwesend zu sein. Das trifft auch heute oftmals zu. Doch es ist die Mühe wert. Die damaligen Zusammenkünfte waren Höhepunkte. Das gilt auch für die heutigen Kongresse. Es wird vieles vermittelt und wir verstehen besser, wie wir ein enges Verhältnis zu Gott bewahren können. Auf Kongressen werden wir angespornt, das umzusetzen, was wir lernen. Es wird uns geholfen, Probleme zu vermeiden. Und wir werden ermuntert, an Zielen und Interessen festzuhalten, die uns nicht belasten, sondern glücklich machen (Ps. 122:1-4).

Südkorea

16 Kongresse sind immer wieder ein Anlass zur Freude. In einem Bericht über einen großen Kongress 1946 hieß es: „Die vielen Tausende von Zeugen, die bequem Platz hatten, boten einen begeisternden Anblick. Eine noch größere Freude war es, einem großen Orchester zu lauschen, mit dem sich die Stimmen der Menge vereinten, sodass die Ränge von den freudigen Königreichsliedern zum Lobpreis Jehovas widerhallten.“ Weiter hieß es: „In der Abteilung Freiwilligendienst meldeten sich Delegierte aus lauter Freude, ihren Brüdern zu dienen, als Helfer, sodass alle  Abteilungen besetzt werden konnten.“ Hast auch du schon eine solche Begeisterung auf Bezirkskongressen oder internationalen Kongressen erlebt? (Ps. 110:3; Jes. 42:10-12).

17. Was hat sich in neuerer Zeit bei Kongressen geändert?

17 Manches hat sich inzwischen geändert. Einige von uns kennen noch achttägige Kongresse. Es gab ein Vormittags-, Nachmittags- und Abendprogramm. Auch Predigtdienst gehörte dazu. Manchmal begann das Programm morgens um neun Uhr und dauerte bis abends neun Uhr. Freiwillige Helfer arbeiteten lange und hart, um für die Besucher Frühstück, Mittag- und Abendessen zuzubereiten. Heute ist das Kongressprogramm kürzer und die Anwesenden haben ihr Essen schon dabei. So können sich alle besser der geistigen Speise widmen.

Mosambik

18, 19. Worauf freust du dich bei Kongressen besonders, und warum?

18 Bestimmte Programmpunkte werden immer mit Spannung erwartet. Vorträge und neue Veröffentlichungen sind geistige „Speise zur rechten Zeit“ und machen Prophezeiungen und Lehren verständlicher (Mat. 24:45). Durch viele dieser Veröffentlichungen wird aufrichtigen Menschen die biblische Wahrheit nähergebracht. Aufrüttelnde biblische Dramen bewegen Jung und Alt dazu, ihre Beweggründe zu überprüfen und sich vor dem Einfluss des gottlosen Denkens der Welt zu schützen. Bei der Taufansprache haben die Anwesenden Gelegenheit, darüber nachzudenken, was in ihrem Leben Vorrang hat. Und ist es nicht eine Freude, mitzuerleben, wie sich andere zum Zeichen ihrer Hingabe an Jehova taufen lassen?

19 Große Zusammenkünfte gehören also schon lange zur wahren Anbetung. Sie rüsten Jehovas freudiges Volk aus, ihm auch in schwierigen Zeiten so zu dienen, wie er es möchte. Diese Zusammenkünfte sind ein Ansporn, sie bieten Gelegenheit, neue Freunde kennenzulernen, steigern unsere Wertschätzung für die weltweite Bruderschaft und sind ein überwältigender Ausdruck des Segens und der Fürsorge Jehovas für sein Volk. Bestimmt strengen wir uns alle an, es so einzurichten, dass wir bei jedem Kongress alle Programmteile mitverfolgen können und daraus Nutzen ziehen.