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ERWACHET! NOVEMBER 2015

 UNSERE FAMILIENSEITEN | ELTERN

Kinder richtig loben

Kinder richtig loben

DAS PROBLEM

Einige sagen, dass man sein Kind gar nicht genug loben kann. Andere behaupten, Dauerlob schade Kindern und gebe ihnen das Gefühl, Anspruch darauf zu haben, als würde die Welt ihnen das schulden.

Abgesehen davon, wie oft man sein Kind lobt, sollte man auch über die Art des Lobes nachdenken. Was wird das Kind motivieren, was eher verunsichern? Mit welchem Lob erreicht man das beste Ergebnis?

WAS MAN WISSEN SOLLTE

Lob ist nicht gleich Lob. Dazu einige Überlegungen.

Zu viel Lob kann schaden. Einige Eltern loben ihre Kinder auch dann, wenn es nicht angebracht ist. Sie versuchen so, das Selbstwertgefühl ihrer Kinder zu stärken. Doch Kinder „sind klug genug, um Übertreibungen zu durchschauen, und schließen daraus, dass Sie nicht wirklich hinter dem stehen, was Sie sagen“, gibt Dr. David Walsh zu bedenken. Es „ist ihnen bewusst, dass ihre Leistung . . . [das Lob] gar nicht verdient hat. . . . Das Letzte, was Sie wollen können, ist, dass Ihr Kind Ihren Aussagen nicht traut.“ *

Fähigkeiten loben ist besser. Angenommen ein Kind kann gut zeichnen. Natürlich möchten die Eltern es dafür loben und es motivieren, seine Fähigkeit noch zu verbessern. Die Sache hat aber einen Haken: Loben die Eltern ausschließlich das Talent, könnte das Kind denken, es lohne sich nur, Fähigkeiten zu entwickeln, die ihm sowieso leichtfallen. Womöglich schreckt es sogar vor neuen Aufgaben zurück, weil es Angst hat zu versagen. Sobald eine Sache Anstrengung und Mühe erfordert, sagt sich das Kind vielleicht: „Dafür bin ich einfach nicht geschaffen — warum es erst versuchen?“

Anstrengungen loben ist am besten. Lobt man Kinder für ihre harte Arbeit und ihre Ausdauer statt einfach für ihre Talente, wird ihnen etwas Wichtiges klar: Sich Fähigkeiten  anzueignen erfordert Geduld und Anstrengung. Ist ihnen das bewusst, „bringen sie den nötigen Einsatz, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Selbst wenn sie scheitern, betrachten sie sich nicht als Versager, sondern als Lernende“ (Letting Go With Love and Confidence).

WAS MAN TUN KANN

Den Einsatz loben, nicht nur das Talent. Sagt man seinem Kind: „In deinem Bild stecken ja eine Menge Ideen“, bewirkt man vielleicht mehr, als wenn man sagt: „Du bist ein kleiner Picasso“. Beides ist Lob, aber das zweite könnte unbewusst den Eindruck erwecken, dass das Kind nur auf Gebieten gut sein wird, in denen es natürliche Fähigkeiten hat.

Lobt man dagegen den Einsatz, bringt man seinem Kind bei, dass sich Fähigkeiten durch Übung verbessern lassen. Das Kind hat dann vielleicht mehr Mut, an neue Aufgaben heranzugehen. (Ihr Bibeltipp: Sprüche 14:23.)

Dem Kind helfen, mit Misserfolgen umzugehen. Auch Menschen mit Erfahrung machen Fehler, vielleicht sogar wiederholt (Sprüche 24:16). Läuft etwas schief, geben sie nicht gleich auf, sondern lernen daraus und machen weiter. Wie kann man seinem Kind helfen, mit Misserfolgen genauso umzugehen?

Auch hier gilt wieder: Den Einsatz loben. Was könnte zum Beispiel passieren, wenn man seiner Tochter immer wieder sagt, sie sei ein Mathe-Genie, sie dann aber die Mathearbeit verhaut? Sie könnte zu dem Schluss kommen, sie habe ihr Talent verloren — warum sich also weiter anstrengen?

Konzentriert man sich dagegen auf die Anstrengung, fördert man die Ausdauer. Man hilft seinem Kind, einen Rückschlag nicht als Katastrophe zu sehen. Statt aufzugeben, wird das Kind vielleicht versuchen, es anders anzugehen, oder sich einfach mehr anstrengen. (Ihr Bibeltipp: Jakobus 3:2.)

Aufbauende Kritik. Diese Art Kritik wird einem Kind helfen, und es nicht mutlos machen. Geizt man außerdem nicht mit angebrachtem Lob, wird das Kind wahrscheinlich für Tipps offen sein, wie es sich noch weiter verbessern kann. Erfolge werden dann bei Eltern und Kindern für zufriedene Gesichter sorgen. (Ihr Bibeltipp: Sprüche 13:4.)

^ Abs. 8 Aus dem Buch Nein: Warum Kinder dieses Wort hören sollen.

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