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ERWACHET! SEPTEMBER 2015

 UNSERE FAMILIENSEITEN | EHE

„Schatz, es tut mir leid“

„Schatz, es tut mir leid“

DAS PROBLEM

Es gab Streit. Mit dem Partner. So richtig. Und jetzt? „Ich brauche mich nicht zu entschuldigen. Ich hab schließlich nicht angefangen!“

Man redet zwar nicht weiter über die Sache, aber die Spannung ist nur zu deutlich spürbar. Eine Entschuldigung wäre vielleicht doch nicht das Verkehrteste . . . Aber die simplen Worte „Es tut mir leid“ kommen einem einfach nicht über die Lippen.

DIE URSACHEN

Stolz. „Mir fällt es manchmal schwer, Entschuldigung zu sagen — schlicht und einfach, weil mir mein Ego im Weg ist“, gibt Charles * zu. Stolz kann bewirken, dass es einem wie eine allzu große Demütigung vorkommt, eine Mitschuld zuzugeben.

Standpunkt. Man könnte denken, man muss sich nur dann entschuldigen, wenn man das Problem verursacht hat. Jill sagt dazu: „Wenn ich genau weiß, dass ich ganz alleine schuld bin — na klar sag ich dann Entschuldigung. Aber wenn wir beide Sachen gesagt haben, die uns später leidtun, wird es schwieriger. Ich mein: Warum sollte ich mich entschuldigen, wenn wir uns doch beide wie Kamele benommen haben?“

Dieses Gefühl mag noch stärker sein, wenn die Schuld anscheinend ausschließlich beim Partner liegt. „Wenn du dir ganz sicher bist, dass du nichts falsch gemacht hast“, sagt Joseph, „erklärst du durch Nicht-Entschuldigen demonstrativ, wie unschuldig du bist.“

Kinderstube. Wer aus einer Familie kommt, wo das Wort „Entschuldigung“ nur selten zu hören war, hat womöglich nie gelernt, seine Fehler zuzugeben. Und weil einfach die Übung fehlte, hat man sich auch nie angewöhnt, sich aufrichtig zu entschuldigen.

 WAS MAN TUN KANN

Was kann die Flammen eines Konflikts löschen? Eine Entschuldigung.

An den Partner denken. Wenn man aufrichtig um Verzeihung gebeten wird — ist das nicht ein schönes Gefühl? Und dieses schöne Gefühl kann man jetzt seinem Partner geben! Selbst wenn man sich nicht schuldig fühlt, so kann man doch zeigen: Ich wollte nicht, dass das passiert; ich wollte nicht, dass du dich verletzt fühlst. So können Wunden heilen. (Ihr Bibeltipp: Lukas 6:31.)

An die Ehe denken. Eine Entschuldigung ist keine persönliche Niederlage, sondern ein Sieg — für die Ehe. Wer auf Kriegsfuß bleibt, ist „unzugänglicher als eine Festung“, sagt die Bibel in Sprüche 18:19 (Gute Nachricht Bibel [GNB]). Wie soll in so einer Atmosphäre wieder Frieden einkehren? Doch wenn man sich entschuldigt, verhindert man, dass sich jeder in seiner Festung verschanzt. Dann kämpft man nicht für sich, sondern für seine Ehe. (Ihr Bibeltipp: Philipper 2:3.)

Die Entschuldigung nicht hinauszögern. Entschuldigung zu sagen kann zwar echt schwer sein — besonders, wenn man nur eine Teilschuld hat —, aber nur weil der Partner auch Fehler macht, ist das noch lange kein Freibrief für schlechtes Benehmen. Also: Mit der Entschuldigung nicht warten, womöglich in der Hoffnung, dass einfach Gras über die Sache wächst. Wer um Verzeihung bittet, macht es auch seinem Partner leichter, sich ebenfalls zu entschuldigen. Und je öfter man Entschuldigen übt, desto einfacher wird es. (Ihr Bibeltipp: Matthäus 5:25.)

Es aufrichtig meinen. Sich rechtfertigen ist keine Entschuldigung — und ein spitzes „Tut mir leid, dass du so empfindlich bist“ schon mal gar nicht! Niemand sollte sich herausreden oder die Gefühle des Partners herunterspielen — egal, ob man sie nachvollziehen kann oder nicht.

Die Sache sehen, wie sie ist. Jeder macht Fehler. Und man muss sich eingestehen: Das gilt auch für mich. Selbst wenn man glaubt, in einer bestimmten Situation unschuldig zu sein, ist das oft nicht die ganze Wahrheit. Die Bibel erklärt das so: „Wer bei einer Streitsache zuerst spricht, scheint Recht zu haben. Doch dann kommt sein Gegner und stellt alles in Frage“ (Sprüche 18:17, GNB). Wer sich und seine Fehler realistisch einschätzen kann, dem wird es leichter fallen zu sagen: „Entschuldigung, es tut mir leid.“

^ Abs. 7 Einige Namen geändert.

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