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ERWACHET! JUNI 2015

 TITELTHEMA | GESÜNDER LEBEN: 5 TIPPS FÜR JEDEN

So bleiben Sie gesund

So bleiben Sie gesund

WER ist schon gerne krank? Wohl kaum einer, denn krank sein ist nicht gerade lustig. Bei Krankheit können viele nicht arbeiten oder in die Schule gehen, manchmal bedeutet es Lohnausfall und womöglich kann man sich auch nicht so um die Familie kümmern, wie man will. Vielleicht braucht man sogar selbst jemand, der nach einem schaut. Und Medikamente und Behandlungen können auch ganz schön ins Geld gehen.

Bekanntlich ist Vorbeugen ja besser als Heilen. Es stimmt zwar, dass sich nicht jede Krankheit verhindern lässt. Trotzdem hat man es zu einem gewissen Grad selbst in der Hand, ob beziehungsweise wie leicht man krank wird. Viel Spaß bei 5 Gesundheits-Tipps, die nur darauf warten, angewandt zu werden!

 1 IN SACHEN HYGIENE

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung teilt mit: „Händewaschen ist eine einfache und wirksame Maßnahme, die vor einer Ansteckung schützen kann.“ Mit den Händen, an denen sich womöglich Krankheitserreger befinden, an Nase und Mund zu gehen ist umgekehrt eine einfache und wirksame Maßnahme, sich eine Erkältung oder Grippe zu holen. Am besten, man wäscht sich also regelmäßig die Finger. Mit guter Hygiene lassen sich auch schlimmere Krankheiten in Schach halten wie Durchfallerkrankungen oder Lungenentzündung — Leiden, die jedes Jahr über 2 Millionen Kinder unter 5 Jahren das Leben kosten. Selbst Ebola ließe sich durch Händewaschen wesentlich eindämmen.

Händewaschen ist in manchen Situationen noch wichtiger als sonst. Damit man selbst und andere gesund bleiben, sollte man sich die Hände waschen . . .

  • nachdem man auf der Toilette war

  • nachdem man Kindern die Windeln gewechselt oder beim Toilettengang geholfen hat

  • bevor und nachdem man eine Wunde behandelt hat, auch kleine Schnittwunden

  • bevor und nachdem man mit jemand Kontakt hatte, der krank ist

  • wenn man Essen zubereitet oder serviert und auch überhaupt vor dem Essen

  • wenn man geniest, gehustet oder sich die Nase geputzt hat

  • wenn man Tiere oder deren Hinterlassenschaften berührt hat

  • wenn man mit Müll oder Abfällen hantiert hat

Händewaschen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen — denn auch wenn es sich einfach anhört, kann man dabei einiges falsch machen. Zum Beispiel zeigen Studien, dass es ein hoher Prozentsatz mit dem Händewaschen nach dem Benutzen einer öffentlichen Toilette nicht so genau nimmt. Entweder waschen sie sie gar nicht oder nicht gründlich genug. Es folgt eine kleine Händewaschanleitung.

  • Hände unter fließendem, sauberem Wasser nass machen und einseifen

  • Hände aneinanderreiben, sodass es schäumt; Daumen, Handrücken, Fingerzwischenräume und auch die Fingernägel nicht vergessen

  • Sich dafür mindestens 20 Sekunden Zeit nehmen

  • Hände unter fließendem Wasser abspülen

  • Gut mit einem sauberen Stoff- oder Papierhandtuch abtrocknen

So einfach geht’s! Und damit lassen sich Krankheiten vermeiden und sogar Leben retten.

 2 IN SACHEN WASSER

Jeden Tag genug sauberes Wasser für die Familie heranzuschaffen ist in manchen Ländern harte Arbeit. Für uns ist sauberes Wasser meist eine Selbstverständlichkeit. Aber damit kann es im Nu vorbei sein, ob durch Überschwemmung, Unwetter, Rohrbruch oder etwas anderes. Wenn das Wasser, das zur Verfügung steht, unsauber ist oder falsch gelagert wird, können sich Parasiten, zum Beispiel Würmer, ansiedeln. Cholera, lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen, Typhus, Hepatitis und auch andere Infektionskrankheiten können durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. Unsauberes Trinkwasser ist mit eine Ursache dafür, warum jedes Jahr ungefähr 1,7 Milliarden Menschen an Durchfall erkranken.

Man hat es zu einem gewissen Grad selbst in der Hand, ob beziehungsweise wie leicht man krank wird

Cholera zieht man sich für gewöhnlich zu, wenn man etwas isst oder trinkt, das mit Fäkalien von erkrankten Personen kontaminiert ist. Kann man sich irgendwie vor solchen Risiken schützen, gerade auch direkt nach einer Katastrophe? Ja!

  • Sicherstellen, dass das zur Verfügung gestellte Trinkwasser von guter Qualität ist und den Normen entspricht oder dass man Wasser aus original verschlossenen Flaschen von einem vertrauenswürdigen Vertreiber nimmt — auch zum Kochen, Eiswürfelherstellen, Zähneputzen und Säubern von Lebensmitteln oder Geschirr

  • Beim leisesten Verdacht, dass die Leitungen verschmutzt sind, das Wasser abkochen oder mit einer wasserreinigenden Chemikalie behandeln

  • Bei Chlor oder Wasserreinigungstabletten genauestens die Gebrauchsanweisung des Herstellers beachten

  • Hochwertige Wasserfilter nutzen, sofern verfügbar und bezahlbar

  • Aufbereitetes Wasser in sauberen Behältern lagern und verschließen oder abdecken, um erneute Verunreinigung zu vermeiden

  • Schöpfkellen und andere Utensilien, mit denen man Wasser aus dem Vorrat schöpft, sauber halten

  • Wasserbehälter nur mit sauberen Händen anfassen; nicht mit den Händen oder Fingern ans Trinkwasser kommen

 3 IN SACHEN ESSEN

Ohne gute Ernährung keine gute Gesundheit und ohne gesunden und ausgewogenen Speiseplan keine gute Ernährung. Es gilt also, darauf zu achten, wie viel Salz, Fett und Zucker man zu sich nimmt und auch darauf, wie viel man überhaupt zu sich nimmt. Warum nicht mehr Obst und Gemüse essen und für mehr Abwechslung auf dem Tisch sorgen? Kauft man Brot, Müsli, Nudeln oder Reis, besser zu Vollkornprodukten greifen (entsprechende Infos auf der Verpackung). Sie haben einen höheren Nährwert und sind reicher an Ballaststoffen als helle Mehltypen. Um den Eiweißbedarf zu decken, besser kleine, fettarme Fleisch- oder Geflügelportionen essen. Wenn möglich auch mehrmals in der Woche Fisch auf den Tisch. Und auch mit pflanzlicher Kost kann man viel Eiweiß zu sich nehmen.

Zu viel Zucker und Fett kann leicht zu Übergewicht führen. Deshalb ist es gut, süße Getränke durch Wasser zu ersetzen. Statt einer zuckersüßen Nachspeise: Obst! Und lieber nicht zu fett essen, also nicht zu viel Wurst, Fleisch, Butter, Käse, Kuchen oder Kekse. Fürs Kochen nimmt man vielleicht gern gehärtete Fette — gesündere Öle wären da eine gute Alternative.

Wenn man nicht aufpasst, wie viel Salz (bzw. Natrium) man zu sich nimmt, kann der Blutdruck ganz schön hochgehen. Falls man damit ein Problem hat, sollte man auf jeden Fall die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen checken. Vorschlag: Salz weglassen und das Essen mit Kräutern und Gewürzen schmackhaft machen.

Man muss nicht nur aufpassen, was man isst, sondern auch wie viel man isst. Auch wenn es grad richtig gut schmeckt: Besser aufhören, sobald man sich satt fühlt.

Wo wir schon beim Essen sind: Lebensmittelvergiftung ist eine echte Gefahr. Man kann sich mit praktisch jedem Essen vergiften, wenn es nicht richtig zubereitet oder gelagert wurde. Im Verlauf eines Jahres ziehen sich in Deutschland schätzungsweise eine Million Menschen eine Lebensmittelvergiftung zu. Die meisten erholen sich wieder vollständig. Doch man kann an Lebensmittelvergiftung auch sterben. Ein paar Tipps zum Vorbeugen.

  • Gemüse gründlich waschen, bevor man es zubereitet, weil der Boden, in dem es angebaut wird, oft gedüngt ist

  • Hände, Schneidebretter, Utensilien, Geschirr und die Arbeitsfläche beim Essenmachen zwischen jedem Arbeitsschritt mit heißem Seifenwasser reinigen

  • Um die Übertragung von Keimen von einem Lebensmittel auf ein anderes zu vermeiden, Arbeitsflächen oder Teller, die gerade noch mit rohen Eiern, rohem Fleisch, Geflügel oder Fisch in Kontakt waren, säubern, bevor man etwas anderes darauf tut

  • Das Essen bei der richtigen Temperatur durchgaren und alle verderblichen Reste in den Kühlschrank stellen

  • Verderbliche Lebensmittel, die länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur (oder eine Stunde bei mehr als 32°C) stehen geblieben sind, entsorgen

 4 IN SACHEN FITNESS

Ob Alt oder Jung — Bewegung muss sein, sonst rostet man ein. Viele vernachlässigen das heutzutage aber ganz schön. Nur, warum ist es denn so wichtig, körperlich aktiv zu bleiben? Hier ein paar Gründe.

  • Man schläft besser

  • Man bleibt agil

  • Knochen und Muskeln werden gestärkt

  • Man erreicht oder hält ein gesundes Gewicht

  • Das Risiko, Depressionen zu bekommen, verringert sich

  • Die Lebenserwartung steigt

Bewegungsmuffel sind anfälliger für . . .

  • Herzkrankheiten

  • Diabetes Typ 2

  • Bluthochdruck

  • einen hohen Cholesterinspiegel

  • einen Schlaganfall

Wie man sich fit hält, ist ja abhängig von Alter und Gesundheit des Einzelnen. Bevor man sich also in ein neues Fitnessprogramm stürzt, ist es bestimmt keine schlechte Idee, einen Arzt zurate zu ziehen. Eine häufige Empfehlung für Kinder und Heranwachsende ist: täglich mindestens 60 Minuten mäßig anstrengende bis intensive körperliche Aktivität. Erwachsenen wird geraten, sich jede Woche 150 Minuten mäßig anstrengend oder 75 Minuten intensiv körperlich zu betätigen.

Wichtig dabei ist der Spaßfaktor! Man hat so viele Möglichkeiten: Basketball, Tennis, Fußball, Radfahren, Joggen, Walken, Schwimmen, Kanufahren, Gartenarbeit, Holzhacken und, und, und — einfach alles, was den Kreislauf in Schwung bringt. Nur, woher weiß man, was mäßig anstrengend beziehungsweise intensiv ist? Grob gesagt: Bei mäßig anstrengender körperlicher Aktivität kommt man ins Schwitzen; bei intensiver körperlicher Aktivität ist es schon schwierig, sich nebenbei zu unterhalten.

 5 IN SACHEN SCHLAF

Das Schlafbedürfnis ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Normalerweise sagt man, dass Neugeborene 16 bis 18 Stunden Schlaf benötigen, 1- bis 3-Jährige circa 14 Stunden und Kinder im Vorschulalter ungefähr 11 bis 12 Stunden. Schulkinder sollten mindestens 10 Stunden schlafen, bei Heranwachsenden liegt der Bedarf zwischen 9 und 10 Stunden und bei Erwachsenen zwischen 7 und 8 Stunden.

Ausreichend Ruhe ist kein Kann, sondern ein Muss. Experten bestätigen, dass genug Schlaf wichtig ist . . .

  • für die körperliche, mentale und emotionale Entwicklung von Kindern und Heranwachsenden

  • um neue Informationen aufnehmen und behalten zu können

  • für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt, durch den auch Stoffwechsel und Körpergewicht beeinflusst werden

  • für ein gesundes Herz und einen gut funktionierenden Kreislauf

  • um nicht krank zu werden

Schlafmangel gilt mit als Ursache für Fettleibigkeit, Depressionen, Herzerkrankungen, Diabetes und tragische Unfälle. Sind das nicht schlagende Argumente dafür, sich genügend Schlaf zu gönnen?

Wenn man da bei sich ein Problem sieht, ist es sicher hilfreich . . .

  • zu versuchen, jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen zu gehen und aufzustehen

  • dafür zu sorgen, dass es im Schlafzimmer still und dunkel ist, man sich wohlfühlt und es weder zu warm noch zu kalt ist

  • nicht im Bett fernzusehen und auch Smartphone, Tablet, Handy usw. aus der Schlafzone zu verbannen

  • ein gutes Bett zu haben

  • vor dem Schlafengehen schweres Essen, Koffein und Alkohol zu meiden

  • einen qualifizierten Arzt um Rat zu bitten, wenn man trotzdem weiter an Schlaflosigkeit oder anderen Schlafstörungen leidet, wie zum Beispiel starker Tagesmüdigkeit oder Schlafapnoe, bei der immer wieder der Atem aussetzt

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