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Erwachet!  |  Februar 2015

 UNSERE FAMILIENSEITEN | ELTERN

Mit Kindern über den Tod sprechen

Mit Kindern über den Tod sprechen

DAS PROBLEM

„Stirbst du auch irgendwann?“ Wenn der oder die kleine 6-Jährige so etwas fragt, fühlt man sich als Mutter oder Vater schon mal leicht überfordert. Was sagt man da? Ist das Kind alt genug für die Antwort? Wie soll man bloß über das Thema Tod reden?

WAS MAN WISSEN SOLLTE

So gut wie jedes Kind denkt über den Tod nach. Manchmal spielen Kinder sogar, dass jemand stirbt. Man sollte diesem Thema also nicht aus dem Weg gehen, und es ist sogar gut, wenn das Kind Fragen dazu stellt. Spricht man hin und wieder offen mit seinem Kind über den Tod, wird es besser damit zurechtkommen, wenn jemand stirbt, den es lieb hatte.

Man schadet dem Kind nicht, wenn man mit ihm über den Tod spricht. Vielmehr nimmt man ihm damit seine Ängste. Und man kann auch manches klarstellen. Zum Beispiel sagen manche Experten, dass Kinder unter 6 Jahren oft denken, der Tod könnte einfach rückgängig gemacht werden. Wenn sie spielen, sind sie in dem einen Moment „tot“ und im nächsten wieder quicklebendig.

Aber je älter das Kind wird, desto besser versteht es, wie schlimm der Tod ist. Mit diesem Bewusstsein kommen dann Fragen, Sorgen oder sogar Ängste, besonders wenn tatsächlich ein Todesfall eintritt. Deswegen ist es ganz wichtig, mit dem Kind zu reden. Die Psychologin Marion Haza stellt fest: „Wenn ein Kind das Gefühl hat, dass es zu Hause nicht offen über den Tod sprechen darf, wird es Ängste in Verbindung mit dem Tod entwickeln.“

Man braucht es sich nicht unnötig kompliziert zu machen. Gemäß einer Studie möchten Kinder, dass man ihnen „nett sagt, wie es wirklich ist“. Wenn ein Kind eine Frage stellt, ist es normalerweise auch bereit für die Antwort.

 WAS MAN TUN KANN

Über den Tod sprechen, wenn es passt. Sieht man zum Beispiel einen toten Vogel auf der Straße oder ist das Haustier gestorben, könnte man so einfache Fragen stellen wie: „Meinst du, ihm tut noch was weh? Ob ihm kalt ist oder es noch Hunger hat? Was denkst du, woher man weiß, dass ein Tier oder ein Mensch tot ist?“ (Ihr Bibeltipp: Prediger 3:1, 7.)

Nicht die Wahrheit verschleiern. Wenn ein Bekannter oder jemand aus der Verwandtschaft gestorben ist, sollte man lieber nicht so etwas Verhüllendes sagen wie: „Er hat seine letzte Reise angetreten.“ Das Kind denkt dann vielleicht, dass derjenige bald zurückkommt. Besser, man erklärt es dem Kind ganz klar und einfach. Zum Beispiel könnte man sagen: „Als Oma gestorben ist, hat ihr Körper aufgehört zu funktionieren. Mit Oma können wir jetzt zwar nicht mehr reden, aber wir können uns immer an sie erinnern.“ (Ihr Bibeltipp: Epheser 4:25.)

Weil kleine Kinder manchmal denken, der Tod sei ansteckend, sollte man ihnen sagen, dass sie deswegen keine Angst zu haben brauchen

Beruhigen. Vielleicht denkt das Kind, dass es schuld ist, weil es irgendetwas Falsches gedacht oder gesagt hat. Statt einfach nur zu sagen: „Es ist nicht deine Schuld“, ist es gut zu fragen: „Warum denkst du denn, dass du schuld bist?“ Dann heißt es: gut zuhören und die Gefühle auf keinen Fall herunterspielen. Kleine Kinder denken außerdem manchmal, der Tod sei ansteckend. Deshalb sollte man ihnen sagen, dass sie deswegen keine Angst zu haben brauchen.

Dem Kind helfen, frei über den Tod zu sprechen. Ein Kind traut sich eher, über Verstorbene zu reden oder an sie zu denken, wenn man selbst offen über tote Freunde oder Verwandte redet, auch solche, die es nicht gekannt hat. Man könnte zum Beispiel von schönen oder auch lustigen Erlebnissen mit der Tante, dem Onkel oder den Großeltern erzählen. Allerdings sollte man sein Kind nicht auf Biegen und Brechen dazu bringen, über den Tod zu reden. Vielleicht ergibt sich später eine passendere Gelegenheit. (Ihr Bibeltipp: Sprüche 20:5.)

In dem Buch Lerne von dem großen Lehrer in Kapitel 34 und 35 wird kindgerecht erklärt, was die Bibel über den Tod sagt. (Unter: PUBLIKATIONEN > BÜCHER & BROSCHÜREN)

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