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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! DEZEMBER 2014

 UNSERE FAMILIENSEITEN | EHE

Wie trifft man sich in der Mitte?

Wie trifft man sich in der Mitte?

DAS PROBLEM

ER hat seine Vorstellungen. SIE stellt sich die Sache ganz anders vor. Im Grunde gibt es da jetzt drei Möglichkeiten:

  1. Einfach auf stur schalten, bis man den eigenen Kopf durchgesetzt hat.

  2. Sich willenlos den Wünschen des anderen fügen.

  3. Sich gemeinsam auf den goldenen Mittelweg einigen.

„Aber jeder Kompromiss ist ein fauler Kompromiss“, sagt jetzt vielleicht der eine oder andere. „Am Ende bekommt dann keiner von uns beiden, was er eigentlich wollte!“

Doch eins ist sicher: Wenn man die Sache richtig angeht, gibt es keinen Verlierer. Und wie geht man die Sache richtig an? Zunächst ein paar Dinge, die man über die Kunst des Kompromissschließens wissen muss.

WAS MAN WISSEN SOLLTE

Teamwork ist gefragt. Als Unverheirateter ist man vielleicht immer so etwas wie der Alleinherrscher in seinem Leben gewesen. Doch jetzt ist das anders. Jetzt müssen beide Eheleute ihre Beziehung über ihre persönlichen Vorlieben stellen. Das klingt vielleicht nach einem Nachteil, hat aber in Wirklichkeit seine Vorteile. „Wenn man zu zweit seine Ideen kombiniert, kommt man oft auf eine Lösung, die viel besser ist, als die Idee, auf die man allein gekommen wäre“, sagt Alexandra aus eigener Erfahrung.

Offen sein ist unverzichtbar. „Sie müssen nicht mit allem übereinstimmen, was der andere sagt oder glaubt, doch Sie müssen seine Position ehrlich in Betracht ziehen“, schreibt der Eheberater John M. Gottman. „Wenn Sie feststellen, dass Sie selbst mit verschränkten Armen dasitzen und den Kopf schütteln (oder auch nur ‚nein‘ denken), wenn Ihr Partner versucht, mit Ihnen über ein Problem zu sprechen, dann wird Ihre Diskussion niemals irgendwohin führen.“ *

Selbstlos sein ist angesagt. Wer ist schon gern mit jemand zusammen, bei dem immer alles nach seiner Nase gehen muss? Viel schöner ist eine Partnerschaft, in der beide selbstlos sind. „Manchmal gebe ich nach, damit mein Mann sich freut, und manchmal tut mein Mann dasselbe für mich“, erzählt June. „So wünscht man es sich doch auch in einer Ehe — jeder gibt und nimmt, nicht einer nimmt immer nur.“

 WAS MAN TUN KANN

Richtig anfangen. Dabei macht der Ton die Musik. Denn Diskussionen enden meistens genauso, wie sie begonnen haben. Wenn man gleich lospoltert, sind die Aussichten auf eine friedliche Konfliktlösung recht überschaubar. Am besten hilft hier, was in der Bibel steht: „Kleidet euch nun in tiefes Mitgefühl, in Freundlichkeit, Bescheidenheit, Rücksichtnahme und Geduld“ (Kolosser 3:12, Neue Genfer Übersetzung). So können beide Partner Streit von vornherein vermeiden und das Problem anpacken. (Grundsatz der Bibel: Kolosser 4:6.)

Einen gemeinsamen Nenner finden. Wenn in einer Partnerschaft Kompromissversuche oft im Streit enden, sehen beide vielleicht zu sehr auf die Punkte, in denen sie sich nicht einig sind. Viel mehr bringt es, sich auf das zu konzentrieren, worin man eigentlich einer Meinung ist. Dazu eine kleine Übung:

Beide Partner machen sich eine Liste mit zwei Spalten. In die erste Spalte schreibt jeder, was ihm am wichtigsten ist. In die zweite Spalte, bei welchen Punkten verhandelt werden kann. Dann geht man die Listen gemeinsam durch. Und siehe da — die Punkte, die beiden am wichtigsten sind, passen womöglich gar nicht so schlecht zusammen. In diesem Fall wird es wohl nicht allzu schwer sein, einen Kompromiss zu finden. Und wenn es doch nicht so gut passt, hat es bestimmt etwas gebracht, die ganze Sache schwarz auf weiß klar zu definieren.

Ideen kombinieren. Manchmal ist man sich zunächst nicht ganz einig, schafft es aber verhältnismäßig leicht, die Sache zu regeln. Und wenn die Geschichte komplizierter ist? Dann kann man gemeinsam eine Lösung entwickeln, auf die vielleicht keiner von beiden allein gekommen wäre. Das stärkt auch noch das Wir-Gefühl. (Grundsatz der Bibel: Prediger 4:9.)

Mit sich reden lassen. In der Bibel steht, dass „jeder Ehemann seine Frau so lieben soll, wie er sich selbst liebt, und dass die Ehefrau ihren Mann achten und respektieren soll“ (Epheser 5:33, Begegnung fürs Leben). In einer Atmosphäre von Liebe und Respekt sind Mann und Frau eher bereit zu versuchen, den Standpunkt des anderen zu verstehen, und sich vielleicht sogar von ihm umstimmen zu lassen. Cameron, selbst Ehemann, sagt: „Manche Sachen findet man erst nicht sehr verlockend, aber weil man sich von seinem Partner inspirieren lässt, entdeckt man dann, wie toll sie eigentlich sind.“ (Grundsatz der Bibel: 1. Mose 2:18.)

^ Abs. 12 Aus Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe.

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