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ERWACHET! OKTOBER 2013

 UNSERE FAMILIENSEITEN | EHE

Wenn eine Freundschaft zu eng wird

Wenn eine Freundschaft zu eng wird

DAS PROBLEM

Fallbeispiel: Julia hat einen guten Bekannten, bei dem sie sich so richtig verstanden fühlt. Die zwei können über alles reden und tun das auch. „Wir sind nur Freunde“, sagt sich Julia. Doch wenn ihr Mann von den ausführlichen Gesprächen der beiden wüsste, wäre er wohl anderer Meinung.

Ist eine Freundschaft einmal an so einem Punkt angelangt, ist sie wahrscheinlich schon zu eng, und es besteht Handlungsbedarf. Überlegen wir jedoch zunächst, wie es überhaupt so weit kommen kann.

DIE URSACHEN

Wunsch nach Bestätigung. Einfach ausgedrückt: Schenkt einem jemand vom anderen Geschlecht seine Aufmerksamkeit, tut das gut. Man fühlt sich geschmeichelt, weil man geschätzt wird, und hat das Gefühl, attraktiv zu sein. Falls die Heirat schon etwas zurückliegt, kann es sein, dass man plötzlich bei jemand anderem als dem Ehepartner Bestätigung findet. Aber Achtung: Den Wunsch nach Bestätigung auf die Art zu befriedigen hat seinen Preis! Eine unangebrachte emotionale Bindung zu einem anderen Mann/einer anderen Frau aufzubauen, schwächt die eigene Ehe. In gewissem Sinn stiehlt man seinem Ehepartner die Zuneigung, die ihm zusteht.

• Frage zur Selbstanalyse: Was gibt mir diese Freundschaft, das mir eigentlich meine Ehe geben sollte?

Anfälligkeit. Wer heiratet, muss sich auf gewisse Probleme oder „Drangsal“ einstellen, wie die Bibel sagt (1. Korinther 7:28). Zum Beispiel kann es sein, dass man sich manchmal vernachlässigt oder unbeachtet fühlt, oder man ist verbittert, weil ein ungelöster Konflikt die Ehe belastet. Der Partner weicht dem Problem vielleicht aus. Man ist frustriert — und anfällig für die Aufmerksamkeit von jemand anders. Die Bereitschaft, wunde Punkte anzusprechen, kann laut Experten ein guter Anzeiger dafür sein, ob eine Ehe glücklich oder unglücklich wird, oder sogar, ob sie scheidungsgefährdet ist.

• Frage zur Selbstanalyse: Fehlt in meiner Ehe etwas, was mich für eine unangebrachte Freundschaft anfällig gemacht hat?

 WAS MAN TUN KANN

Die Gefahr erkennen. In der Bibel steht: „Kann man etwa Feuer in der Manteltasche tragen, ohne den Mantel in Brand zu stecken?“ (Sprüche 6:27, Hoffnung für alle). Fakt ist: Als Verheirateter eine Freundschaft einzugehen, bei der Verliebtheit im Spiel ist, wirkt zerstörerisch auf die eigene Ehe (Jakobus 1:14, 15). Dabei geht es nicht lediglich darum, wozu das führen könnte, sondern wozu es schon geführt hat. Wer sich nämlich so auf jemand anders fixiert, nimmt seinem Ehepartner etwas weg, was ihm zusteht.

Sich nichts vormachen. Eine enge Freundschaft kann dazu führen, dass man sich ausmalt, wie es gewesen wäre, wenn man statt des Ehepartners den anderen geheiratet hätte. Wahrscheinlich wird man dabei aber die Stärken des einen mit den Schwächen des anderen vergleichen — was gelinde gesagt unfair ist. Übrigens: Das Glücksgefühl, das der Freund/die Freundin jetzt auslöst, wird man wohl anfangs auch beim Ehepartner gehabt haben. (Grundsatz der Bibel: Jeremia 17:9.)

Grenzen setzen. Um ihr Auto oder ihr Haus gegen Diebstahl zu sichern, lassen viele Alarmanlagen einbauen. So einen Schutz gibt es auch für die Ehe. „Behüte dein Herz“, heißt es in der Bibel (Sprüche 4:23). Hier einige Vorschläge, wie das aussehen könnte.

  • Deutlich signalisieren, dass man emotional schon gebunden ist — zum Beispiel indem man am Arbeitsplatz Fotos vom Ehepartner aufhängt. (Grundsatz der Bibel: 1. Mose 2:24.)

  • Festlegen, was man tolerieren will und was nicht. Beispielsweise wäre es wohl kaum angebracht, mit einer befreundeten Person vom anderen Geschlecht über Eheprobleme zu reden oder — im Fall eines Kollegen/einer Kollegin — nach der Arbeit etwas trinken zu gehen.

  • Ist eine Freundschaft zu eng geworden, sollte man einen Schlussstrich ziehen. Falls das unmöglich erscheint, müsste man sich nach dem Grund fragen. Statt die Beziehung zu rechtfertigen, sollte man zu seinem Ehepartner stehen und etwas unternehmen, um die eigene Ehe zu schützen. (Grundsatz der Bibel: Sprüche 5:18, 19.)