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Jehovas Zeugen

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Erwachet!  |  September 2013

 UNSERE FAMILIENSEITEN | EHE

Verzeihen können

Verzeihen können

DAS PROBLEM

Bei einem Ehestreit werden oft alte Geschichten ausgekramt, die eigentlich längst begraben sein sollten. Woran liegt das? Ein Partner oder beide haben vielleicht noch nicht gelernt zu verzeihen.

Man kann es aber lernen. Doch warum fällt es Mann und Frau eigentlich so schwer, einander zu vergeben?

DIE URSACHEN

Machtmittel. Manche Männer und Frauen zögern mit dem Verzeihen, um eine gewisse Macht über ihren Ehepartner auszuüben. Kommt es dann wieder zu einem Konflikt, ziehen sie den vergangenen Fehler als Trumpf aus dem Ärmel.

Alte Wunden. Es dauert oft lange, bis emotionale Narben verheilen. Vielleicht sagt man zwar, dass man dem anderen verziehen hat, nimmt ihm den Fehler aber immer noch übel und würde es ihm am liebsten heimzahlen.

Enttäuschung. Manche gehen mit der Überzeugung in die Ehe, für sie würde jetzt ein Leben wie im Märchen beginnen. Entsteht dann eine Meinungsverschiedenheit, schalten sie auf stur, weil sie einfach nicht begreifen können, dass ihr „Traumpartner“ einen anderen Standpunkt vertritt als sie. Wenn man unrealistische Erwartungen hat, findet man beim anderen schneller Fehler und tut sich schwerer damit, zu verzeihen.

Denkfehler. Viele sind nicht bereit zu verzeihen, weil sie falsche Vorstellungen darüber haben. Zum Beispiel:

Verzeihen heißt den Fehler kleinreden.

Verzeihen heißt, man muss die Sache vergessen.

Verzeihen ist eine Einladung, so weiterzumachen.

Keine dieser Aussagen ist richtig. Dennoch ist es gar nicht so leicht, zu verzeihen, besonders in der engen Beziehung zwischen Ehepartnern.

 WAS MAN TUN KANN

Verstehen, was mit Vergeben gemeint ist. In der Bibel bedeutet „vergeben“ mitunter „loslassen“. Vergeben erfordert also nicht immer, dass man vergisst, was geschehen ist, oder dass man die Sache entschuldigt. Manchmal muss man das Ganze einfach auf sich beruhen lassen. Das tut einem selbst und der Ehe gut.

An die Folgen von Unversöhnlichkeit denken. Unversöhnlichkeit kann die Ursache vieler körperlicher und emotionaler Probleme sein, darunter Depressionen und Bluthochdruck, ganz zu schweigen von dem Schaden, den sie in der Ehe anrichtet. Nicht umsonst sagt die Bibel: „Werdet aber gütig zueinander, voll zarten Erbarmens, einander bereitwillig vergebend“ (Epheser 4:32).

An die Vorteile des Verzeihens denken. Haben beide Ehepartner die innere Bereitschaft zu verzeihen, werden sie keine Strichliste über irgendwelche Fehler führen, sondern dem anderen einen Vertrauensvorschuss geben. Das schafft dann wiederum eine Atmosphäre, in der gar nicht erst Verbitterung aufkommt, sondern die Liebe wachsen kann. (Grundsatz der Bibel: Kolosser 3:13.)

Realistisch sein. Es ist leichter zu verzeihen, wenn man seinen Ehepartner so akzeptiert, wie er ist, mit allen seinen Fehlern und Schwächen. „Wenn Sie sich nur auf das konzentrieren, was Sie nicht haben, vergessen Sie schnell das Gute, was Sie eigentlich schon haben. Worauf möchten Sie sich in Ihrer jetzigen Lebensphase konzentrieren?“, gibt das Buch Fighting for Your Marriage zu bedenken. Niemand ist vollkommen — man selber auch nicht. (Grundsatz der Bibel: Jakobus 3:2.)

Einsicht zeigen. Fühlt man sich mal wieder durch etwas, was der Partner sagt oder tut, verletzt, könnte man sich fragen: „Ist die Sache wirklich so wichtig, dass ich auf einer Entschuldigung bestehen muss, oder kann ich einfach darüber hinwegsehen?“ (Grundsatz der Bibel: 1. Petrus 4:8.)

Sich wenn nötig aussprechen. In ruhigem Ton zu erklären, was einen verletzt hat und warum man so empfindet, ist besser, als dem anderen schlechte Beweggründe zu unterstellen oder dogmatische Aussagen zu machen. Denn das führt nur dazu, dass der Partner auf Abwehr geht. Am besten, man sagt ihm einfach, wie einen sein Verhalten berührt.

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