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ERWACHET! AUGUST 2013

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Länger leben: Wo sind die Grenzen?

Länger leben: Wo sind die Grenzen?

HARRIET starb 2006 mit ungefähr 175 Jahren. Harriet war natürlich kein Mensch. Sie war eine Galapagos-Riesenschildkröte in einem australischen Zoo. Verglichen mit uns Menschen lebte sie sehr lange. Doch gemessen an anderen Tieren oder Pflanzen war ihr Alter nicht außergewöhnlich. Hier einige Beispiele:

  • Flussperlmuscheln können nach Angaben von Forschern aus Finnland 200 Jahre alt werden

  • Die Islandmuschel wird oft über 100, in seltenen Fällen sogar über 400 Jahre alt

  • Verschiedene Kiefern und Zypressengewächse (zum Beispiel die Langlebige Kiefer, der Riesenmammutbaum oder die Patagonische Zypresse) bringen es auf mehrere Tausend Jahre

Der Mensch dagegen, den man gewöhnlich als das höchste irdische Lebewesen betrachtet, schneidet schon gut ab, wenn er 80 oder 90 Jahre alt wird — und das trotz teils enormer Anstrengungen, die Lebensspanne zu verlängern.

Sind acht oder neun Jahrzehnte wirklich alles, was wir erwarten dürfen? Oder gibt es eine Möglichkeit, weit länger zu leben? Viele setzen ihre Hoffnungen auf Wissenschaft und Medizin.

Hat die Wissenschaft eine Lösung?

Durch wissenschaftliche Forschungen ist auf dem Gebiet der Medizin und Medizintechnik viel erreicht worden. In den Vereinigten  Staaten sterben laut der Zeitschrift Scientific American weniger Menschen an Infektionskrankheiten oder an Komplikationen bei der Entbindung. Die Kindersterblichkeit sei seit 1960 um 75 Prozent gesunken. Die Lebenserwartung Erwachsener wurde durch die Wissenschaft allerdings kaum gesteigert. „Selbst nach jahrzehntelanger Forschung ist und bleibt das Altern im Großen und Ganzen ein Geheimnis“, wird in einer anderen Ausgabe der Zeitschrift gesagt. Nach neueren Erkenntnissen könnte der Alterungsprozess jedoch damit zusammenhängen, „dass genetische Programme zur Steuerung zellulärer Entwicklungen fehlerhaft ablaufen“. Weiter heißt es: „Wenn das Altern in erster Linie ein genetischer Prozess ist, könnte man es theoretisch eines Tages verhindern.“

„Selbst nach jahrzehntelanger Forschung ist und bleibt das Altern im Großen und Ganzen ein Geheimnis“

Bei der Suche nach den Ursachen des Alterns — dazu gehört auch die Erforschung altersbedingter Krankheiten — befassen sich Wissenschaftler mit jüngsten Entwicklungen auf einem Spezialgebiet der Genetik: der Epigenetik. Was versteht man darunter?

Lebende Zellen enthalten genetische Informationen, die für die Zellneubildung wichtig sind. Ein Großteil dieser Informationen liegt im Genom, der Gesamtheit der DNA in einer Zelle. Neuerdings befassen sich Wissenschaftler jedoch eingehender mit noch anderen Zellvorgängen, die mit dem Epigenom (wörtlich „auf“ oder „über“ dem Genom) zusammenhängen. Der Wissenschaftszweig der Epigenetik erforscht diesen erstaunlichen Komplex von chemischen Mechanismen.

Die molekulare Beschaffenheit des Epigenoms ist ganz anders als die der DNA. Die DNA ähnelt einer verdrehten Strickleiter (Doppelhelix), wogegen das Epigenom im Wesentlichen ein System chemischer Marker ist, die an die DNA angedockt sind. Welche Funktion hat es? Wie ein Dirigent in einem Orchester dirigiert es die Umsetzung genetischer Informationen der DNA. Diese molekularen Marker können — abhängig von den Bedürfnissen der Zelle und äußeren Faktoren wie Ernährung, Giften oder Stress — Gensequenzen an- oder abschalten. Neuere Entdeckungen im Bereich des Epigenoms haben die Biowissenschaften insofern revolutioniert, als man bestimmte Krankheiten und sogar das Altern mit epigenetischen Faktoren in Verbindung bringt.

Wie die Epigenetikerin Nessa Carey erklärt, spielen solche Faktoren eine Rolle „bei Krankheiten von Schizophrenie über rheumatoide Arthritis und Krebs bis hin zu chronischen Schmerzen“. Und sie spielen „eindeutig eine Rolle beim Altern“. Epigenetische Forschungen könnten somit wirksame Therapien zur Verbesserung der Gesundheit und zur Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs ermöglichen und so unser Leben verlängern. Zurzeit sind jedoch noch keine größeren Durchbrüche abzusehen. Carey meint: „Momentan gilt also weiter die alte Faustregel: viel Gemüse, viel Bewegung.“

Warum versucht der Mensch so verbissen, länger zu leben? Warum haben wir den Wunsch, nie zu sterben? Die Londoner Times formulierte es so: „Wieso ist alle Welt so darauf versessen, den Tod auszutricksen — ob durch Unsterblichkeit, Auferstehung, Leben im Jenseits oder Reinkarnation?“ Wie wir gleich sehen werden, wirft die Antwort auf diese Fragen Licht auf die eigentlichen Ursachen des Alterns.

Warum haben wir den Wunsch, ewig zu leben?

Mit dieser Frage schlägt man sich schon seit Jahrtausenden herum. Gibt es eine logische, plausible Erklärung für unseren Wunsch, ewig zu leben — eine, die auch unserer körperlichen Beschaffenheit Rechnung  trägt? Millionen Menschen würden das mit einem entschiedenen Ja beantworten. Warum? Weil sie in der Bibel höchst befriedigende Antworten auf Fragen über die menschliche Natur gefunden haben.

Schon zu Beginn wird in der Bibel deutlich gesagt, dass der Mensch — obwohl er einiges mit anderen Lebewesen gemeinsam hat — sich grundlegend von ihnen unterscheidet. In 1. Mose 1:27 heißt es beispielsweise, dass Gott den Menschen in seinem Bild erschaffen hat. Was bedeutet das? Gott hat uns die Fähigkeit gegeben, Liebe zu zeigen sowie gerecht und weise zu denken und zu handeln. Und er, der selbst ewig lebt, hat auch uns den Wunsch eingepflanzt, ewig zu leben. Die Bibel erklärt in Prediger 3:11: „Die Ewigkeit hat er den Menschen ins Herz gelegt“ (Neue evangelistische Übersetzung).

Ein greifbarer Beweis dafür, dass der Mensch ursprünglich viel länger leben sollte, ist unser Gehirn — genauer gesagt sein Lernpotenzial. In einer Fachenzyklopädie heißt es, die Kapazität unseres Langzeitgedächtnisses sei „praktisch unbegrenzt“. Wieso sollte so eine Kapazität ungenutzt bleiben? Man kann somit an ganz grundlegenden Dingen erkennen, was Gott ursprünglich für die Menschheit vorgesehen hatte. Aber warum werden wir dann alt, müssen leiden und sterben?

 Warum wir alt werden und sterben

Der erste Mann und die erste Frau hatten einen vollkommenen Körper und besaßen Willensfreiheit. Leider missbrauchten sie ihren freien Willen, indem sie sich gegen ihren Schöpfer auflehnten (1. Mose 2:16, 17; 3:6-11). * Ihr Ungehorsam — ihre Sünde — hatte zur Folge, dass sie sich zutiefst schämten und schuldig fühlten. Auch ihr Körper nahm durch die Sünde Schaden; es begann ein langsamer, unaufhaltsamer Verfall bis zum Tod. „Der Stachel, der den Tod verursacht, ist die Sünde“, so zu lesen in 1. Korinther 15:56.

Bedingt durch die Vererbungsgesetze ging die Unvollkommenheit auf alle Nachkommen Adams und Evas über und damit auch die Neigung zu sündigen, das heißt verkehrt zu handeln. In Römer 5:12 steht, dass „durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten“.

Fazit: Das Geheimnis des ewigen Lebens wird nie im Labor gelüftet werden. Nur Gott kann den durch die Sünde entstandenen Schaden beheben. Wird er das tun? Die Antwort der Bibel ist ein deutliches Ja!

„Er wird . . . den Tod für immer verschlingen“

Gott hat bereits einen entscheidenden Schritt unternommen, um Sünde und Tod zu beseitigen. Er sandte Jesus Christus, damit er sein Leben für uns gab. Wie kann uns sein Tod nutzen? Jesus wurde als vollkommener Mensch geboren und „beging keine Sünde“ (1. Petrus 2:22). Er hatte daher das Recht auf vollkommenes, ewiges Leben auf der Erde. Doch er opferte es, um für unsere Sünden zu bezahlen. Er gab sein Leben als „Lösegeld im Austausch gegen viele“ (Matthäus 20:28). Dieses Lösegeld wird uns bald in vollem Maß zugutekommen. Was bedeutet das für uns individuell? Lassen wir die Bibel sprechen:

  • „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16)

  • „Er wird tatsächlich den Tod für immer verschlingen, und der Souveräne Herr Jehova wird gewiss die Tränen von allen Gesichtern abwischen“ (Jesaja 25:8)

  • „Als letzter Feind wird der Tod zunichte gemacht“ (1. Korinther 15:26)

  • „Das Zelt Gottes ist bei den Menschen . . . Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein“ (Offenbarung 21:3, 4)

Wie lange können wir leben? Die Antwort der Bibel ist eindeutig: Menschen können auf ewiges Leben hoffen — eine Hoffnung, die Realität wird, wenn Gott die Erde von allem Schlechten gereinigt hat (Psalm 37:28, 29). Diese kostbare Zukunftshoffnung hatte Jesus im Sinn, als er zu einem Mann, der neben ihm hingerichtet wurde, sagte: „Du wirst mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23:43).

Ewig leben zu wollen ist natürlich und vernünftig. Gott hat uns so geschaffen. Und er wird unseren Wunsch erfüllen! (Psalm 145:16). Doch wir müssen auch etwas tun — zum Beispiel an Gott glauben und diesen Glauben vertiefen. Laut Hebräer 11:6 ist es ohne Glauben unmöglich, Gott „wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“. Damit ist allerdings keine Leichtgläubigkeit gemeint, sondern eine logisch begründete Überzeugung, die auf genauer Bibelkenntnis beruht (Hebräer 11:1). Wenn Sie einen solchen Glauben aufbauen möchten, sprechen Sie Jehovas Zeugen in Ihrer Gegend an oder besuchen Sie unsere Website www.jw.org.

^ Abs. 21 Durch die Auflehnung von Adam und Eva wurden wichtige moralische Fragen aufgeworfen, die Gott betreffen und erklären, warum er das Böse eine gewisse Zeit zulässt. Das Buch Was lehrt die Bibel wirklich? geht darauf ein. Man kann es auf www.jw.org lesen.

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