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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! MÄRZ 2013

 UNSERE FAMILIENSEITEN | ERZIEHUNG

Regeln aufstellen richtig gemacht

Regeln aufstellen richtig gemacht

DAS PROBLEM

Der Sohn/die Tochter findet: „Meine Eltern sind viel zu streng.“ Das Bauchgefühl der Eltern sagt: „Wenn wir die Zügel locker lassen, geht das garantiert nicht lange gut.“

Man kann Jugendlichen sinnvolle Grenzen setzen. Doch erst einmal muss man verstehen, wie es überhaupt kommt, dass sie sich an den Regeln der Eltern stoßen.

DIE URSACHEN

Falsch: Alle Jugendlichen lehnen sich gegen Regeln auf; das ist in dem Alter einfach so.

Richtig: Jugendliche lehnen sich weniger gegen Regeln auf, wenn sie sinnvoll sind und man sie mit ihnen bespricht.

Wenn Jugendliche rebellieren, kann das mehrere Gründe haben. Nicht selten tragen die Eltern unwissentlich dazu bei — durch Regeln, die zu starr oder dem Alter der Kinder nicht mehr angemessen sind. Was bedeutet das konkret?

  • Zu starr. Machen Eltern ihren Kindern Vorschriften, an denen nichts zu rütteln ist, wirken Regeln für die jungen Leute nicht mehr wie ein Sicherheitsgurt, sondern eher wie eine Zwangsjacke. Die Folge davon ist oft, dass sie heimlich genau das tun, was ihnen ihre Eltern verboten haben.
  • Nicht mehr dem Alter angemessen. „Weil ich es sage“, reicht vielleicht als Erklärung für kleine Kinder aus, nicht jedoch für Teenager — sie brauchen Gründe. Schließlich werden sie bald auf eigenen Beinen stehen und selber wichtige Entscheidungen treffen. Da ist es doch viel besser, sie lernen schon jetzt — unter Anleitung der Eltern —, das Für und Wider einer Sache abzuwägen und gute Entscheidungen zu treffen.

Was aber, wenn sich der Sohn oder die Tochter ständig über die Regeln der Eltern aufregt?

 WAS MAN TUN KANN

Als Erstes muss man sich bewusst machen, dass Jugendliche Grenzen brauchen — und im Grunde auch wollen. Also Regeln aufstellen und dafür sorgen, dass sie verstanden werden. In dem Buch Letting Go With Love and Confidence ist zu lesen: „Wenn Heranwachsenden klare Grenzen gesetzt werden und sie mit einem gewissen Maß an elterlicher Kontrolle rechnen, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie Anlass zu Besorgnis geben.“ Halten sich Eltern dagegen zu sehr aus dem Leben ihrer Kinder heraus und gewähren ihnen zu viel Freiheit, erwecken sie den Eindruck, als wären ihnen die Kinder egal. Da ist Rebellion schon fast vorprogrammiert. (Grundsatz der Bibel: Sprüche 29:15.)

Wie findet man denn das richtige Mittelmaß? Geht es um Familienregeln, sollte man den Jugendlichen zu Wort kommen lassen. Will er zum Beispiel über Ausgehzeiten verhandeln, sollte man zuhören, was er zu sagen hat. Lässt man ihn seinen Standpunkt ausführlich erklären, ist er wahrscheinlich eher bereit, Entscheidungen zu respektieren — auch wenn sie ihm nicht so schmecken. (Grundsatz der Bibel: Jakobus 1:19.)

Bevor man eine Entscheidung trifft, sollte man jedoch bedenken: Während Teenager dazu neigen, mehr Freiheit einzufordern, als gut für sie ist, neigen Eltern dazu, weniger Freiheiten zu gewähren, als möglich wäre. Deshalb: Die Bitten des Kindes nicht leichtfertig abtun. Man könnte sich fragen: Hat mein Kind Verantwortungsbewusstsein bewiesen? Würden die Umstände gewisse Zugeständnisse rechtfertigen? Eltern sollten da flexibel reagieren. (Grundsatz der Bibel: 1. Mose 19:17-22.)

Außer zuhören ist noch etwas anderes wichtig: Jugendliche müssen wissen, welche Bedenken die Eltern haben. So lernen sie, nicht nur ihre eigenen Wünsche, sondern auch die Überlegungen anderer zu berücksichtigen. (Grundsatz der Bibel: 1. Korinther 10:24.)

Der letzte Schritt: Eine Entscheidung treffen und sie begründen. Auch wenn das Kind die Entscheidung nicht gerade berauschend findet, wird es doch froh sein, Eltern zu haben, die es ernst nehmen. Man darf nie vergessen: Jugendliche sind Erwachsene, die noch im Werden sind. Setzt man ihnen sinnvolle Grenzen und bespricht sie mit ihnen, können sie zu verantwortungsbewussten Menschen heranwachsen. (Grundsatz der Bibel: Sprüche 22:6.)

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