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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! MAI 2012

 Junge Leute fragen

Warum kommen wir nicht auf einen Nenner?

Warum kommen wir nicht auf einen Nenner?

DENK DICH IN FOLGENDE SITUATION HINEIN:

Freitagabend, 18 Uhr. Max, 17 Jahre alt, hat es unheimlich eilig, aus dem Haus zu kommen. „Bis dann!“, ruft er seinen Eltern schnell noch zu und hofft, dass die unumgängliche Frage ausbleibt.

Doch es kommt, wie es kommen musste.

„Wann bist du denn wieder zurück, Maxi?“, fragt seine Mutter.

Max bremst abrupt ab. „Ähm . . . ich glaub, ihr braucht nicht auf mich warten“, druckst er herum. Max steht schon mit einem Fuß draußen, als sein Vater ihn zurückpfeift: „Nicht so schnell, junger Mann!“

Wieder bleibt Max wie angewurzelt stehen. „Du weißt ja“, sagt sein Vater, „Punkt zehn und keine Minute später!“

„Mensch, Papa!“, stöhnt Max. „Weißt du überhaupt, wie peinlich es ist, wenn ich meinen Freunden sagen muss, dass ich so früh zu Hause sein soll?“

Doch sein Vater kennt kein Pardon: „Punkt zehn, Maximilian, und keine Minute später!“

KENNST du das auch? Ob es um Musik, Freunde, Kleidung oder darum geht, wann du zu Hause sein musst — was deine Eltern sagen, ist Gesetz, und daran gibt es nichts zu rütteln! Ein paar Beispiele:

„Als meine Mama wieder geheiratet hat, bin ich mit meinem Stiefvater ständig wegen meiner Musik aneinandergeraten. Am Ende musste ich alle meine CDs wegschmeißen“ (Brandon). *

 „Meine Mama beschwert sich immer, dass ich keine Freunde habe. Aber wenn ich mich dann mal mit Leuten treffen will, sagt sie Nein, weil sie die nicht kennt. Das nervt total!“ (Carol).

„Mein Vater und meine Stiefmutter lassen mich nur T-Shirts tragen, die eine Nummer zu groß sind. Und für meinen Vater müssen Shorts mindestens bis zu den Knien gehen“ (Serena).

Was kannst du machen, wenn du mit deinen Eltern einfach nicht auf einen Nenner kommst? Wie wärs mit reden? Leicht gesagt. „Meistens wollen mir meine Eltern überhaupt nicht zuhören“, beklagt sich Joanne (17). Und Amy (15) meint: „Wenn ich das Gefühl habe, meine Eltern verstehen mich sowieso nicht, dann sag ich einfach nichts mehr.“

Aber gib nicht gleich auf. Vielleicht sind deine Eltern ja gar nicht so abgeneigt, dir zuzuhören.

Überleg mal: Selbst Gott, der höchste Richter, hört Menschen an, die mit einem Anliegen vor ihm erscheinen. Er ging zum Beispiel auf Moses ein, als dieser für die halsstarrigen Israeliten Fürsprache einlegte (2. Mose 32:7-14; 5. Mose 9:14, 19).

Wahrscheinlich denkst du jetzt, dass deine Eltern ja längst nicht so großmütig sind wie Gott. Und natürlich ist es auch ein Riesenunterschied, ob Moses mit Jehova über das Schicksal einer ganzen Nation spricht oder ob du mit deinen Eltern darüber verhandelst, wie lange du wegbleiben darfst. Aber es gibt da ein Grundprinzip, das in beiden Fällen gilt:

Wenn dein Anliegen berechtigt ist, wirst du bei einer übergeordneten Instanz — in diesem Fall bei deinen Eltern — höchstwahrscheinlich Gehör finden.

Viel hängt davon ab, wie du deinen Fall vorträgst. Hier eine Erfolg versprechende Strategie:

  1.   Beschreibe das Problem. Notiere, worüber du dir mit deinen Eltern nicht einig wirst.
  2. Beschreibe, was du fühlst. Schreib auf, wie du die Haltung deiner Eltern empfindest. Zum Beispiel „Das verletzt mich“, „Es macht mich traurig“, „Es ist mir peinlich“, „Sie vertrauen mir nicht“. (In unserer einleitenden Geschichte beschwert sich Max, dass er es peinlich findet, so früh zu Hause sein zu müssen.)
  3. Schlüpf in die Elternrolle. Stell dir vor, du hättest ein Kind, das vor demselben Problem steht wie du. Was wäre deine größte Sorge als Vater oder Mutter, und warum? (Die Eltern von Max haben wahrscheinlich Angst um seine Sicherheit.)
  4. Überdenke die Situation. Beantworte folgende Fragen:
    Was findest du gut am Standpunkt deiner Eltern?
    Wie kannst du ihre Bedenken zerstreuen?
  5. Sprich mit deinen Eltern und entwickelt zusammen eine Lösung. Diese 5-Punkte-Strategie und die Vorschläge in dem Kasten „ Die Kommunikation verbessern“ können dir helfen, die Gespräche mit deinen Eltern auf eine sachlichere Ebene zu bringen. Bei Kellie und ihren Eltern klappt das gut. „Ständig dagegenzuhalten bringt überhaupt nichts, außer dass du garantiert den Kürzeren ziehst“, sagt sie. „Mein Erfolgsrezept ist, in Ruhe mit meinen Eltern zu reden. Wir treffen uns fast immer irgendwo in der Mitte und alle sind zufrieden.“

^ Abs. 12 Einige Namen wurden geändert.