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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! OKTOBER 2011

 Junge Leute fragen

Wer bin ich?

Wer bin ich?

Sebastian sieht Robin auf sich zukommen und kriegt die Panik. „Na, Basti, willst du nicht mal probieren?“, fragt Robin und hält die Hand auf. Genau damit hat Sebastian schon gerechnet: ein frisch gedrehter Joint. Eigentlich möchte er mit so etwas nicht anfangen, aber er will auch nicht als Außenseiter dastehen. „Ich weiß nicht“, sagt er unsicher, „vielleicht ein andermal, okay?“

Jessica sieht Robin auf sich zukommen und bleibt ganz ruhig. „Na, Jessi, willst du nicht mal probieren?“, fragt Robin und hält die Hand auf. Genau damit hat Jessica schon gerechnet: ein frisch gedrehter Joint. „Nein danke“, sagt sie souverän. „Ich hab keine Lust, mein Leben wegzuschmeißen. Und dich hätte ich auch für ein bisschen intelligenter gehalten.“

WARUM fällt es Jessica leichter, Nein zu sagen? Weil sie gegenüber Sebastian einen entscheidenden Vorteil hat: Sie besitzt eine Identität — das Bewusstsein, wer man ist und was man vertritt. Dieses Bewusstsein versetzt dich in die Lage, Herausforderungen zu begegnen und selbst über dein Leben zu bestimmen, statt andere über dich bestimmen zu lassen. Wie kannst du mehr Selbstbewusstsein entwickeln? Die folgenden Fragen sind eine gute Ausgangsbasis dafür.

1 WIE SEHEN MEINE STÄRKEN AUS?

Warum wichtig? Deine Fähigkeiten und guten Eigenschaften zu kennen steigert dein Selbstvertrauen.

Eine Überlegung: Jeder hat irgendwelche Begabungen. Manche haben künstlerisches Talent, andere sind musikalisch, wieder andere sind gut in Sport. Raquel schraubt zum Beispiel gerne an Autos herum. * „Mit ungefähr 15 wusste ich, dass ich einmal Automechanikerin werden will“, sagt sie.

Beispiel aus der Bibel: Der Apostel Paulus schrieb: „Wenn ich auch in der Rede ungeübt bin, so bin ich es bestimmt nicht in der Erkenntnis“ (2. Korinther 11:6). Durch seine gute Bibelkenntnis konnte er sich gegen seine Kritiker behaupten. Er ließ sich von ihnen nicht verunsichern (2. Korinther 10:10; 11:5).

Selbstanalyse: Welche Fähigkeit oder Begabung hast du?

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Nenne eine gute Eigenschaft von dir (z. B.  Einfühlsamkeit, Großzügigkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit).

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„Ich versuche für andere da zu sein. Wenn jemand kommt und reden will, nehme ich mir Zeit für ihn, egal was ich gerade zu tun habe“ (Brianne).

Falls dir keine gute Eigenschaft einfällt, denk an etwas, worin du dich seit deiner Kindheit verbessert hast. (Beispiele findest du in dem Kasten  „Was andere Jugendliche sagen“.)

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2 WIE SEHEN MEINE SCHWÄCHEN AUS?

Warum wichtig? Eine Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Wenn du nicht gegen deine Schwächen ankämpfst, können sie dir leicht zum Verhängnis werden.

Eine Überlegung: Nobody is perfect (Römer 3:23). Jeder hat irgendeinen Charakterzug, den er gern ändern würde. „Warum muss ich immer gleich aus der Haut fahren?“, seufzt Seija. „Ich rege mich über jede Kleinigkeit auf und hab mich dann auf einmal nicht mehr im Griff.“

Beispiel aus der Bibel: Paulus kannte seine Schwächen. Er erklärte: „Ich habe wirklich Lust an dem Gesetz Gottes gemäß dem Menschen, der ich innerlich bin, aber ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich gefangen nimmt unter das Gesetz der Sünde“ (Römer 7:22, 23).

Selbstanalyse: Was ist deine größte Schwäche?

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„Nach Liebesfilmen bin ich immer irgendwie traurig und möchte mich am liebsten sofort in jemanden verlieben. Bei dieser Art von Unterhaltung muss ich also aufpassen“ (Bridget).

3 WIE SEHEN MEINE ZIELE AUS?

Warum wichtig? Ziele geben deinem Leben einen Sinn und eine Richtung. Du meidest dann eher Leute oder Situationen, die deinen Zielen im Weg stehen.

Eine Überlegung: Würdest du dir ein Taxi nehmen und dem Fahrer sagen, er soll so lange um den Block fahren, bis der Tank leer ist? Das wäre nicht nur völlig unsinnig, sondern auch ganz schön teuer. Ziele verhindern, dass du dich immer nur im Kreis drehst. Du weißt dann, wohin du willst, und hast auch eine Vorstellung, wie du das erreichst.

Beispiel aus der Bibel: Paulus schrieb: „Ich laufe nicht aufs Ungewisse“ (1. Korinther 9:26). Er ließ die Dinge nicht einfach nur auf sich zukommen, sondern steckte sich Ziele und richtete sein Leben danach aus (Philipper 3:12-14).

 Selbstanalyse: Welche drei Ziele möchtest du in den nächsten 12 Monaten erreichen?

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Schreib nun auf, welches dieser Ziele dir am wichtigsten ist und wie du sofort losstarten kannst.

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„Wenn ich mich nicht anstrenge, lass ich mich einfach nur treiben. Es ist viel besser, Ziele zu haben und sie zu verwirklichen“ (José).

4 WIE SIEHT MEINE ÜBERZEUGUNG AUS?

Warum wichtig? Ohne feste Überzeugung hast du keine klare Linie. Du bist dann wie ein Chamäleon, das ständig die Farbe wechselt, um sich seinem Umfeld anzupassen — ein sicheres Zeichen dafür, dass du deine Identität noch nicht gefunden hast.

Eine Überlegung: Die Bibel fordert uns dazu auf festzustellen, „was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist“ (Römer 12:2). Wenn du nach deiner Überzeugung handelst, bleibst du dir selbst treu, egal was andere tun.

Beispiel aus der Bibel: Der Prophet Daniel „beschloss in seinem Herzen“, sich an Gottes Gebote zu halten, obwohl er als Jugendlicher weit weg von seiner Familie und von Gleichgesinnten war (Daniel 1:8). Dadurch blieb er sich selbst treu. Er rückte nie von seiner Überzeugung ab.

Selbstanalyse: Wovon bist du überzeugt? Zum Beispiel:

  • Glaubst du an Gott? Wenn ja, warum? Was überzeugt dich persönlich davon, dass er existiert?
  • Glaubst du, dass Gottes Moralgesetze gut sind? Wenn ja, warum? Was überzeugt dich davon, dass das, was die Bibel über Sex sagt, im Endeffekt glücklicher macht als der „freie“ Lebensstil anderer Jugendlicher?

Die Antworten wirst du wahrscheinlich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln können. Nimm dir ruhig Zeit, Argumente für deine Glaubensansichten zu sammeln. So wird es dir leichter fallen, deine Überzeugung zu verteidigen (Sprüche 14:15; 1. Petrus 3:15).

„Die anderen in der Schule merken gleich, wenn du unsicher bist, und machen dich fertig. Und gerade bei meinem Glauben wollte ich nicht unsicher rüberkommen. Deshalb habe ich mir gute, stichhaltige Argumente zusammengesucht. Statt zu sagen: ‚Meine Religion verbietet mir das ‘, konnte ich dann sagen: ‚Ich finde das nicht in Ordnung.‘ Es war meine Überzeugung“ (Danielle).

Möchtest du wie ein heruntergefallenes Blatt sein, das von jedem Lüftchen hin und her geweht wird? Oder willst du nicht lieber wie ein Baum sein, der selbst dem heftigsten Sturm trotzt? Dann arbeite an deiner Identität und du weißt, wer du bist.

Mit einer starken Identität bist du wie ein fest verwurzelter Baum, der heftigen Stürmen trotzt

^ Abs. 8 Einige Namen wurden geändert.