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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! MAI 2011

 Junge Leute fragen

Warum mache ich immer alles falsch?

Warum mache ich immer alles falsch?

„Ich hatte ständig das Gefühl, meine Freundin sei viel besser als ich. Ihr fiel alles so leicht . . . als würde sie das mit links machen. Da habe ich mich schon gefragt, was in aller Welt mit mir nicht stimmt. Ich stehe mir immer selbst im Weg“ (Annette). *

FEHLT dir oft der Mut, bestimmte Sachen anzugehen, weil du meinst, sowieso nichts auf die Reihe zu kriegen? Wie reagierst du auf gut gemeinte Kritik von Leuten, die du respektierst? Lässt du dich dann schnell verunsichern? Traust du dich nicht mehr an etwas heran, was dir schon mal misslungen ist? Wenn ja, wie könntest du damit umgehen — egal ob wirklich mal etwas schiefgegangen ist oder ob dir das nur so vorkommt?

Missgeschicke passieren nun mal — und zwar jedem (Römer 3:23). Wer lernt, damit umzugehen, ist wie ein Stehaufmännchen: Er ordnet seinen Fehler richtig ein, steht wieder auf und versucht es noch einmal. Und wahrscheinlich klappt es beim nächsten Mal sogar besser. Hier einige Tipps zu drei typischen Situationen.

SITUATION 1 → ES KÖNNTE JA WAS SCHIEFGEHEN.

Du rechnest mit dem Schlimmsten und gibst lieber gleich auf, weil du denkst, du hättest eh keine Chance.

Erkenne das Problem. Mache einen ✔ neben dem Punkt, an den du dich gern herantrauen würdest — obwohl du sicher bist, dass das Ganze sowieso schiefgeht.

  • In der Schule meinen Glauben vertreten

  • Mich um eine Stelle bewerben

  • Vor Publikum sprechen

  • Bei einer Sportart mitmachen

  • Singen oder ein Instrument spielen

  • Oder .....

Spiel es einmal durch. Stell dir vor, wie die Sache ausgehen könnte, für die du dich entschieden hast. Dazu zwei Fragen:

Welches Ergebnis wäre mir am liebsten?

.....

Wovor hätte ich Angst?

.....

Schreibe kurz auf, warum du es trotzdem versuchen willst.

.....

Ein Beispiel aus der Bibel. Als Moses von Jehova Gott beauftragt wurde, das Volk Israel zu führen, dachte er sofort daran, was alles schiefgehen könnte. „Angenommen aber, sie glauben mir nicht“, protestierte er. Dann zählte er auf, warum er sich für absolut ungeeignet hielt: Erstens habe er noch nie gut reden können, und zweitens wisse er nie, was er sagen soll. Sogar als Jehova versprach, ihm zu helfen,  bettelte er: „Schick doch einen andern!“ (2. Mose 4:1, 10, 13, Einheitsübersetzung). Am Ende übernahm Moses die Aufgabe doch, und der Rest ist gut bekannt. 40 Jahre lang führte er die Israeliten, und Jehova half ihm dabei.

Was du tun kannst. König Salomo schrieb: „Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft“ (Prediger 9:10). Anders ausgedrückt: Gib einfach dein Bestes und lass dich nicht von der Angst lähmen, zu versagen. Denk doch mal an die Fälle, in denen dir etwas viel besser gelungen ist, als du vorher dachtest. Was hast du dabei über dich selbst gelernt? Wie kann dir das weiterhelfen, wenn du wieder einmal Angst hast, alles falsch zu machen?

Tipp: Du könntest auch deine Eltern oder andere Erwachsene fragen, wie du mehr Selbstvertrauen entwickeln kannst. *

SITUATION 2 → DU DENKST, DU HÄTTEST VERSAGT.

Du vergleichst dich mit jemandem, der Erfolg hat, und fühlst dich daneben wie ein Versager.

Erkenne das Problem. Mit wem vergleichst du dich? Und warum genau meinst du, er oder sie sei dir überlegen?

.....

Denk einen Schritt weiter. Hast du wirklich versagt, nur weil dem anderen etwas gut gelungen ist? Schreibe doch mal ein Beispiel aus der Freizeit oder aus der Schule auf, wo deine Leistung ganz in Ordnung war, aber jemand anders war halt besser.

.....

Jetzt schreibe auf, warum sich deine Mühe trotzdem gelohnt hat.

.....

Ein Beispiel aus der Bibel. Kain war „in Zorn entbrannt“, als er merkte, dass Jehova sich über seinen Bruder Abel freute. Jehova sprach Kain auf seine Eifersucht an; gleichzeitig redete er ihm gut zu und machte ihm klar, dass er es in der Hand hatte, erfolgreich zu sein: „Wird es nicht Erhebung geben, wenn  du darangehst, gut zu handeln?“ (1. Mose 4:6, 7). *

Was du tun kannst. Meide Konkurrenzdenken schon im Ansatz und erkenne die Leistungen anderer an (Galater 5:26; Römer 12:15). Mach dir gleichzeitig bewusst, dass auch du ganz individuelle Fähigkeiten hast — natürlich ohne damit anzugeben. In der Bibel heißt es dazu: „Vielmehr sollte jeder das eigene Tun überprüfen. Dann hat er etwas, worauf er stolz sein kann“ (Galater 6:4, BasisBibel).

SITUATION 3 → ES IST WIRKLICH ETWAS SCHIEFGEGANGEN.

Du denkst an einen echten Misserfolg zurück und glaubst, die ganze Mühe lohne sich nicht.

Erkenne das Problem. Was macht dir am meisten zu schaffen?

.....

Wer gesundes Selbstvertrauen hat, steht wieder auf — wenn nötig, mit der Hilfe von anderen

Denk einen Schritt weiter. Bedeutet dieser Fehler, dass du als Mensch versagt hast? Angenommen, du hast einer Schwäche nachgegeben. Bist du deshalb gleich ein hoffnungsloser Fall? Wahrscheinlich brauchst du einfach nur jemanden, der dir hilft. Wer beim Sport hinfällt, lässt sich ja auch wieder aufhelfen und gibt nicht gleich auf. Mach es bei eigenen Fehlern doch genauso — oder wenn du mal von dir enttäuscht bist. Schreibe hier auf, mit wem du über dein Problem reden würdest. *

.....

Ein Beispiel aus der Bibel. Der Apostel Paulus war wegen seiner Schwächen manchmal entmutigt und sagte über sich: „Ich elender Mensch!“ (Römer 7:24). Aber er wusste auch, dass er nicht nur aus Fehlern bestand, denn er schrieb: „Ich habe den vortrefflichen Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt“ (2. Timotheus 4:7).

Was du tun kannst. Grüble nicht so sehr über deine Fehler nach, sondern konzentriere dich — wie Jehova — eher auf deine Stärken. Immerhin heißt es in der Bibel: „Gott ist nicht ungerecht, dass er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt“ (Hebräer 6:10; Psalm 110:3).

Vergiss nicht: Niemand ist vollkommen. Jeder macht mal irgendwas falsch. Wenn du ein gesundes Selbstvertrauen entwickelst und nicht den Mut verlierst, wirst du als Erwachsener enorm davon profitieren. In Sprüche 24:16 heißt es: „Der Gerechte mag sogar siebenmal fallen, und er wird bestimmt aufstehen.“ Das schaffst du auch!

 

^ Abs. 3 Name geändert.

^ Abs. 23 Dazu auch Erwachet! vom Mai 2010, Seite 26—28.

^ Abs. 31 Kain schlug Jehovas Warnung bewusst in den Wind. Sein Fall macht deutlich, wie wichtig es ist, niemals auf den Erfolg anderer neidisch zu werden (Philipper 2:3).

^ Abs. 36 Falls ein Christ einen schweren Fehler gemacht hat, ist es angebracht, sich einem Ältesten anzuvertrauen (Jakobus 5:14, 16).