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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! DEZEMBER 2010

 Was sagt die Bibel?

Warum räumt Gott den Teufel nicht einfach aus dem Weg?

Warum räumt Gott den Teufel nicht einfach aus dem Weg?

WÜRDE nicht jeder das Leid anderer lindern, wenn er es könnte? Nach Naturkatastrophen reisen Rettungskräfte oft blitzschnell an, um völlig Fremden zu helfen oder ihnen sogar das Leben zu retten. Und Gott? Warum lässt er sich so viel Zeit, bis er endlich den Teufel beseitigt, der immer wieder unbeschreibliches Leid über die Menschen bringt?

Man könnte an diese Frage herangehen, indem man sich gedanklich in einen Gerichtssaal versetzt. Der Mörder setzt alles daran, das Verfahren zu verschleppen, und behauptet, der Richter sei an einem gerechten Prozess gar nicht interessiert und würde sogar die Geschworenen bestechen. Daher werden unzählige Zeugen vorgeladen.

Der Richter weiß, dass ein langes Verfahren viele Unannehmlichkeiten mit sich bringt; deshalb will er es ohne unnötige Verzögerung abschließen. Aber er weiß auch: Will er einen verbindlichen Präzedenzfall für künftige Urteile schaffen, müssen beide Seiten ausreichend Zeit erhalten, ihren Standpunkt darzulegen.

Will man bei einem Prozess einen verbindlichen Präzedenzfall schaffen, müssen beide Seiten ausreichend Zeit erhalten, ihren Standpunkt darzulegen

Wie passt dieses Bild zu einer Anklage, die der Teufel (in der Bibel auch als Drache, Urschlange und Satan bezeichnet) gegen Jehova, den „Höchsten über die ganze Erde“, vorgebracht hat? (Offenbarung 12:9; Psalm 83:18). Wer ist der Teufel überhaupt? Was wirft er Jehova Gott vor? Und wann wird Gott ihn unschädlich machen?

Ein Präzedenzfall — Warum nötig?

Der Teufel war ursprünglich ein vollkommenes Geistgeschöpf, ein Engel Gottes (Hiob 1:6, 7). Erst als er von egoistischem Ehrgeiz besessen   war und von Menschen angebetet werden wollte, machte er sich selbst zum Teufel. Er stellte nicht nur Gottes Recht zu herrschen infrage, sondern ließ sogar durchblicken, Gott verdiene es gar nicht, angebetet zu werden. Außerdem behauptete er, Gott würde die Menschen bestechen und sie würden ihm nur dienen, solange es ihnen dabei gut gehe. Doch bei Problemen würde jeder seinem Schöpfer „direkt ins Angesicht fluchen“ (Hiob 1:8-11; 2:4, 5).

Derartige Anklagen Satans ließen sich nicht einfach durch eine Machtdemonstration aus der Welt schaffen, sondern verlangten Antworten. Hätte Gott den Teufel gleich nach dem Vorfall im Garten Eden eliminiert, wäre vielleicht der Eindruck entstanden, dieser habe gar nicht so unrecht gehabt. Deshalb leitete Gott in seiner absoluten Autorität sozusagen ein gerichtliches Verfahren ein, bei dem die strittigen Fragen vor aller Augen geklärt werden sollten.

Als ein Gott hoher Grundsätze und vollkommener Gerechtigkeit sorgte Jehova dafür, dass beide Parteien Zeit hätten, in diesem Rechtsstreit ihre Zeugen zu präsentieren. Damit erhielten Adams Nachkommen eine Chance: Sie konnten auch in schwierigen Lebenslagen ihre Liebe und Treue zu Gott unter Beweis stellen und so auf seiner Seite in den Zeugenstand treten.

Wie lange noch?

Jehova Gott weiß besser als jeder andere, dass Menschen leiden, während das „Gerichtsverfahren“ seinen Gang geht. Doch er ist entschlossen, den Fall so bald wie irgend möglich abzuschließen. Die Bibel beschreibt ihn als „Vater inniger Erbarmungen“ und „Gott allen Trostes“ (2. Korinther 1:3). Der „Gott allen Trostes“ wird den Teufel ganz bestimmt nicht länger am Leben lassen als nötig, und er wird die Folgen seines Einflusses beheben. Er wird ihn aber auch nicht zu früh beseitigen, sondern erst dann, wenn der Gerichtsfall von universeller Bedeutung restlos geklärt ist.

Wenn die Akten geschlossen werden, wird Jehovas Recht zu herrschen gründlich gerechtfertigt sein. Das Verfahren gegen Satan wird für alle Zeiten als Prüfstein dienen: Sollte jemals wieder eine ähnliche Anklage vorgebracht werden, macht dieser Präzedenzfall jedes neue Verfahren überflüssig.

Genau zur rechten Zeit wird Gott seinen Sohn anweisen, den Teufel unschädlich zu machen und alles wiedergutzumachen, was dieser angerichtet hat. Laut der Bibel wird Christus dann „Regierungen von aller Art und alle Gewalt und Macht“ vernichten, „denn er muss als König regieren, bis Gott alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod zunichte gemacht.“ Schließlich wird er seinem Gott und Vater das Königreich übergeben (1. Korinther 15:24-26).

Laut der Bibel werden einmal weltweit paradiesische Verhältnisse herrschen. Die Menschen werden in echtem Frieden leben, so wie Gott es ursprünglich vorgesehen hatte: „Die Sanftmütigen . . . werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens.“ Ja, „die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37:11, 29).

Wie beschreibt die Bibel noch, was für eine herrliche Zukunft alle erwartet, die Gott dienen? „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:3, 4).