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ERWACHET! NOVEMBER 2009

Wir sind alle eine Familie

Wir sind alle eine Familie

WIE stehen wir zu Menschen einer anderen Hautfarbe oder Nationalität? Sehen wir sie als gleichwertig an? Leider betrachten viele bestimmte Menschengruppen wegen dieser Unterschiede als minderwertig. Laut Wörterbuch ist Rassismus die „Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen“.

Diese Theorie hat viel Schlimmes angerichtet. Mit der Idee der rassischen Überlegenheit „ließen sich koloniale Unterdrückung und die Versklavung von Menschengruppen begründen“, schrieb Professor Wen-Shing Tseng in seinem Handbuch für kulturelle Psychiatrie. Außerdem sei damit „soziale, wirtschaftliche und politische Ungleichheit gerechtfertigt worden“. Noch heute stößt man in aller Welt auf Rassismus. Ist diese Theorie, die so viel Leid gebracht hat, jedoch überhaupt haltbar? Was sagt die Wissenschaft und was die Bibel?

Was sagt die Wissenschaft?

Die Genforschung hat das Rassenkonzept ad absurdum geführt. Bei Studien mit Personen von verschiedenen Kontinenten stellte sich heraus: Man kann praktisch irgendwo auf der Welt zwei beliebige Personen auswählen, ihre genetischen Unterschiede liegen bei rund 0,5 Prozent. * Davon sind 86 bis 90 Prozent innerhalb der einzelnen Hauptgruppen zu finden und folglich höchstens 14 Prozent zwischen den Gruppen.

„Menschen sind genetisch homogen“, so heißt es in der Fachzeitschrift Nature, „deshalb kann und sollte die Genforschung ein wichtiges Instrument sein, um Licht in die Rassenthematik zu bringen und sie zu entschärfen.“

„Menschen sind genetisch homogen“, das heißt im Wesentlichen identisch

Dieser Ansatz ist nicht neu. Seit den 50er-Jahren hat die UNESCO im Kampf gegen den Rassismus eine Reihe von Erklärungen veröffentlicht, die von Anthropologen, Genforschern und  Soziologen verfasst wurden. Dennoch hält sich das Rassendenken hartnäckig. Faktenwissen allein reicht also eindeutig nicht. Auch das Herz, das Innerste eines Menschen, muss angesprochen werden. Denn „böse Überlegungen“ kommen „aus dem Herzen“, so sagte schon Jesus Christus (Matthäus 15:19, 20).

Was die Bibel sagt

Die Bibel ist so geschrieben, dass sie das Herz anspricht. Neben der wissenschaftlichen Tatsache, nach der Gott „aus e i n e m Menschen jede Nation der Menschen gemacht [hat], damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen“, erklärt sie zum Beispiel noch, dass „Gott nicht parteiisch ist, sondern dass für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apostelgeschichte 10:34, 35; 17:26). Geht einem bei dem Gedanken an so einen gerechten Gott nicht das Herz auf? (5. Mose 32:4).

Sein Wunsch ist, dass wir ihm unsere Liebe zeigen, indem wir so werden wie er. In Epheser 5:1, 2 ist zu lesen: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder, und wandelt weiterhin in der Liebe.“ Dazu gehört, andere so zu lieben, wie Jehova Gott sie liebt, egal, welche Hautfarbe sie haben oder woher sie kommen (Markus 12:31).

Gott akzeptiert in den Reihen seiner Diener niemand, der ein schlechtes Herz hat — der zum Beispiel andere hasst und Rassenvorurteile hat (1. Johannes 3:15). Er wird sogar schon sehr bald alle schlechten Menschen von der Erde wegfegen. Am Leben bleiben nur die, die seine Eigenschaften nachahmen. Dann wird die Menschheit wirklich eine einzige Familie sein — nicht nur blutsverwandt, sondern auch verwandt im Glauben (Psalm 37:29, 34, 38).

^ Abs. 5 Die verhältnismäßig wenigen genetischen Unterschiede zwischen Menschen könnten allerdings medizinisch relevant sein, da bei manchen Krankheiten eine genetische Komponente hineinzuspielen scheint.