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ERWACHET! MÄRZ 2009

Der Mensch und das Geld: Wer beherrscht wen?

Der Mensch und das Geld: Wer beherrscht wen?

KRANKHEITSBILD: Geldsorgen. Neuerdings leiden weltweit immer mehr Menschen unter einer Art Geldkrankheit. Worum handelt es sich?

Dr. Roger Henderson, ein britischer Fachmann für psychische Krankheiten, prägte unlängst den Begriff „Money Sickness Syndrome“, um die physischen und psychischen Symptome zusammenzufassen, die Menschen mit chronischen Geldsorgen aufweisen. Dazu gehören Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag, Appetitlosigkeit, unerklärliche Wutanfälle, Nervosität und negatives Denken. „Geldsorgen sind eine wesentliche Stressursache“, so Dr. Henderson.

Es überrascht sicher nicht, dass in den letzten Monaten immer mehr Menschen die schlimmen Folgen von Geldsorgen zu spüren bekommen. Weltweit haben nicht wenige durch die aktuelle Finanzkrise ihren Arbeitsplatz, ihr Haus oder ihre Ersparnisse verloren. Große Finanzunternehmen sind zusammengebrochen, und selbst die reichsten Nationen mussten Notmaßnahmen ergreifen, um den totalen finanziellen Ruin abzuwenden. In den Entwicklungsländern sind die Preise für Nahrungsmittel und andere Grundbedürfnisse beängstigend gestiegen.

Doch Geldsorgen plagen die Menschen selbst in Zeiten des Überflusses. Das zeigte sich in den vergangenen Jahren, als die Wirtschaft noch boomte. Die südafrikanische Zeitung The Witness sprach beispielsweise von „der schleichenden Volksseuche der Konsumorientiertheit, des Profitstrebens und des ungezügelten Materialismus“ in Südafrika. Die Zeitung nannte einige Symptome dieser „Krankheit“ wie „Stress, Schulden, Verschwendung, Überstunden, vermeintlich unerfüllte Bedürfnisse, Neid und Depressionen“. Für die zunehmende Verschlechterung der Lebensqualität der Südafrikaner wurde das Geld verantwortlich gemacht.

Vor der aktuellen Finanzkrise erlebte Indien ein starkes Wirtschaftswachstum. Wie India Today International berichtete, machte das Land 2007 „einen überraschend deutlichen Konsumsprung“. Behördenvertreter befürchteten allerdings damals schon, dass Indiens neuer Wohlstand zu vermehrten Unruhen und sogar zu Gewaltausbrüchen führen könnte.

In den USA war unter der neuen Generation junger Erwachsener die ausgeprägte Neigung zu beobachten, mit vollen Händen Geld für Luxusgüter auszugeben. Ihre Kaufkraft hat sie aber nicht unbedingt glücklich gemacht. Gemäß wissenschaftlichen Studien war ihr Reichtum einer der Hauptgründe für Alkoholismus, Depressionen und Selbstmord. Trotz allem Überfluss und Reichtum bezeichnete sich nicht einmal jeder dritte Amerikaner als sehr glücklich.

Es geht auch anders

Andererseits machen sich viele Menschen, ob arm oder reich, in guten wie in schlechten Zeiten kaum Sorgen um Geld und materiellen Besitz. Was ist bei ihnen anders?

In einem Forschungsbericht über die Rolle des Geldes hieß es, dass sich manche Menschen „von Geld stark motivieren oder kontrollieren lassen. Das kann Stress und neurotische Störungen auslösen.“ Der Bericht sagte aber auch: „Diejenigen, die ihr Geld gut einteilen, haben ihr Leben im Griff und haben ein positives Selbstbild. Das Geld ist nicht ihr Herr, sondern ihr  Diener . . . Offensichtlich steht jemand, der sein Geld gut einteilt, unter weniger Stress und damit unter weniger Belastung.“

Wie sind wir zum Geld eingestellt? Sind wir in irgendeiner Form von der Unbeständigkeit der Weltwirtschaft betroffen? Ist Geld unser Herr oder unser Diener? Wahrscheinlich leiden wir nicht unter dem sogenannten Money Sickness Syndrome. Doch die Folgen von Geldsorgen können jedem zu schaffen machen, ob arm oder reich. Nachfolgend wird gezeigt, wie einfache Korrekturen im Umgang mit den Finanzen zu größerem inneren Frieden und einem glücklicheren Leben führen können.