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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! OKTOBER 2008

 Junge Leute fragen sich:

Warum muss ich immer so früh zu Hause sein?

Warum muss ich immer so früh zu Hause sein?

Du warst mit ein paar Freunden unterwegs und es ist spät geworden — zu spät. Was werden deine Eltern dazu sagen? Du zögerst, bevor du das Haus betrittst. „Vielleicht schlafen sie ja schon“, hoffst du. Von wegen. Langsam öffnest du die Tür, und da stehen sie auch schon. Sie schauen auf die Uhr und warten auf eine Erklärung.

KOMMT dir das bekannt vor? Hast du schon öfter mit deinen Eltern darüber diskutiert, wann du zu Hause sein sollst? „Unsere Gegend ist eigentlich ziemlich sicher“, sagt Debora (17). * „Aber wenn ich bis Mitternacht nicht zu Hause bin, kriegen meine Eltern die Panik.“

Warum ist dieses Thema oft ein Streitpunkt? Ist es verkehrt, sich mehr Freiheit zu wünschen? Wie kannst du damit klarkommen, wenn deine Eltern strikt auf einer bestimmten Uhrzeit bestehen?

Warum das nervt

Es ist nicht gerade schön, ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Manchmal kann einem das den ganzen Abend verderben. „Es ist so furchtbar“, sagt Natasha (17). „Einmal wussten meine Eltern ganz genau, dass ich mir bei ein paar Freundinnen in der Nachbarschaft einen Film anschaue. Es war erst zwei Minuten über die Zeit, da haben sie schon angerufen und wollten wissen, warum ich noch nicht zu Hause bin.“

Stacy spricht ein anderes Problem an. „Ich sollte immer zu Hause sein, bevor meine Eltern schlafen gingen“, erzählt sie. „Wenn sie wegen mir länger aufbleiben mussten, waren sie immer mit den Nerven am Ende und schlecht gelaunt. Ich hab mich dann total schuldig gefühlt. Das war voll schrecklich. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, warum sie nicht einfach ins Bett gegangen sind.“ Vielleicht geht es dir auch so und du kannst dich in Katie (18) hineinversetzen.  Sie sagt: „Ich wünschte, meine Eltern würden lernen loszulassen, damit ich nicht das Gefühl habe, ich müsste um jedes bisschen Freiheit kämpfen.“

Kannst du dich mit diesen Jugendlichen identifizieren? Dann frag dich einmal:

Warum ist es mir so wichtig, abends wegzugehen?

  • Es gibt mir das Gefühl, mehr Freiheit zu haben.
  • Ich kann dann mal richtig abschalten.
  • Ich möchte mit meinen Freunden zusammen sein.

Das sind berechtigte Gründe. Es ist ganz normal, dass man sich als Jugendlicher nach mehr Unabhängigkeit sehnt. Und abschalten muss man auch hin und wieder. Außerdem regt die Bibel dazu an, sich gute Freunde zu suchen (Psalm 119:63; 2. Timotheus 2:22). Wie soll das gehen, wenn du nicht ab und zu rauskommst?

Was kannst du aber machen, falls du dich durch die Uhrzeit, die deine Eltern festgelegt haben, zu stark eingeschränkt fühlst?

Problem Nr. 1: Du fühlst dich wie ein kleines Kind behandelt.

„Ich kam mir vor wie ein kleines Kind, weil ich immer jemand bitten musste, mich früher nach Hause zu bringen“, sagt Andrea, die inzwischen 21 ist.

Dass du jetzt länger wegbleiben kannst als früher, ist eine Leistung — ähnlich wie der Führerschein

Strategie:

Stell dir vor, du hättest gerade den Führerschein gemacht. Je nachdem, wo du lebst, kann es bis zu einem bestimmten Alter Einschränkungen für das Führen eines Fahrzeugs geben. Würdest du in diesem Fall ganz auf das Autofahren verzichten und argumentieren: „Wenn ich nicht fahren kann, wie ich will, lass ich’s halt bleiben“? Sicher nicht. Dein Führerschein ist immerhin der Beweis dafür, dass du etwas erreicht hast.

Ähnlich ist es mit der Uhrzeit, wann du zu Hause sein sollst. Musstest du, als du noch jünger warst, nicht viel früher heimkommen? Dann bist du jetzt schon ein ganzes Stück weiter, hast also etwas erreicht.

Warum das funktioniert:

Es wird dir viel leichter fallen, dich an die abgemachte Uhrzeit zu halten, wenn du sie nicht so sehr als Einschränkung siehst, sondern eher als Chance, dir mehr Freiheit zu erarbeiten (Lukas 16:10).

Problem Nr. 2: Du verstehst nicht, warum du so früh zu Hause sein musst.

Nikki hatte eine Zeit lang Probleme, sich an die vereinbarte Uhrzeit zu halten. Sie sagt: „Manchmal hatte ich das  Gefühl, meine Mutter würde einfach nur aus Prinzip Regeln aufstellen.“

Strategie:

Nimm dir den Hinweis aus Sprüche 15:22 zu Herzen: „Pläne scheitern, wo es kein vertrauliches Gespräch gibt, aber bei der Menge der Ratgeber kommt etwas zustande.“ Rede in aller Ruhe mit deinen Eltern und versuch dabei herauszufinden, warum sie sich für diese Uhrzeit entschieden haben. *

Warum das funktioniert:

Wenn du dir den Standpunkt deiner Eltern angehört hast, kann es sein, dass du manches ganz anders siehst. „Mein Vater hat mir gesagt, dass Mama nicht einschlafen kann, bevor ich zu Hause bin“, erzählt Stephen. „Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht.“

Es ist übrigens immer am besten, ruhig zu bleiben und nicht an die Decke zu gehen. Damit würdest du dir sonst nur ins eigene Fleisch schneiden. „Wenn ich meine Eltern anschreie, kann ich alles, was ich in nächster Zeit vorhabe, vergessen“, sagt Natasha.

Problem Nr. 3: Du hast das Gefühl, du kannst nichts selbst entscheiden.

Manchmal sagen die Eltern, ihre Regeln — also auch die abgemachte Uhrzeit — seien nur zu deinem Besten. Brandi (20) meint dazu: „Ich hab dann immer das Gefühl, dass ich kein Mitspracherecht hab und sie mich nichts selber entscheiden lassen wollen.“

Strategie:

Versuch doch einmal, Jesu Aufforderung aus Matthäus 5:41 zu befolgen: „Wenn jemand mit Befugnis dich für eine Meile zum Dienst zwingt, so gehe mit ihm zwei Meilen.“ Ashley und ihr Bruder haben da eine gute Strategie: „Wir versuchen, immer eine Viertelstunde früher zu Hause zu sein.“ Kannst du dir auch so etwas vornehmen?

Warum das funktioniert:

Es ist viel schöner, etwas zu tun, weil man es möchte — und nicht weil man es muss. Wenn du dir vornimmst, ein  bisschen früher zu Hause zu sein, bestimmst du selber über deine Zeit. Wie Philemon 14 zeigt, ist es besser, wenn du „aus deinem eigenen freien Willen“ etwas Gutes tust und nicht „aus Zwang“.

Kommst du immer rechtzeitig nach Hause, gewinnst du das Vertrauen deiner Eltern. Es kann sein, dass sie dann großzügiger werden. Wade (18) sagt dazu: „Wenn dir deine Eltern vertrauen, werden sie dir mehr Freiheit lassen.“

Siehst du noch ein anderes Problem?

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Fällt dir dazu eine Strategie ein?

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Warum könnte das funktionieren?

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Eines Tages wirst du sicher von zu Hause ausziehen und mehr Freiheit haben. Bis dahin brauchst du noch ein bisschen Geduld. „Du hast zwar nicht alle Freiheiten, die du dir wünschst“, sagt Tiffany (20), „aber wenn du lernst, mit deinen Einschränkungen zurechtzukommen, wirst du trotzdem eine schöne Jugend haben.“

^ Abs. 4 Die Namen in diesem Artikel wurden geändert.

^ Abs. 21 Anregungen findest du in dem Artikel „Junge Leute fragen sich: Warum die vielen Regeln?“ im Erwachet! vom Dezember 2006.

ETWAS ZUM NACHDENKEN

  • Wieso beweist die abgemachte Uhrzeit, dass deinen Eltern etwas an dir liegt?
  • Angenommen, du bist ein paarmal zu spät gekommen. Wie kannst du das wiedergutmachen?