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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! APRIL 2004

Moses: Wie sich sein Leben auf uns auswirkt

Moses: Wie sich sein Leben auf uns auswirkt

FÜR zahlreiche Gelehrte und Kritiker ist Moses nicht viel mehr als eine mythologische Figur. Sie lehnen den Bericht der Bibel ab und legen dabei Beweiskriterien an, nach denen auch Männer wie Platon und Sokrates als Mythos verworfen werden müssten.

Wie wir gesehen haben, besteht jedoch kein triftiger Grund, den biblischen Bericht über Moses als unwahr abzutun. Ganz im Gegenteil: Gläubige Menschen können eine Fülle  von Beweisen anführen, dass die gesamte Bibel „das Wort Gottes“ ist (1. Thessalonicher 2:13; Hebräer 11:1). * Wenn sie das Leben des Moses betrachten, ist das für sie nicht lediglich eine akademische Übung, sondern vielmehr eine Glaubensstärkung.

Moses, wie er wirklich war

In Filmen über Moses werden oft seine Heldenhaftigkeit und sein mutiger Einsatz als publikumswirksame Eigenschaften herausgestellt. Ja, Moses hatte wirklich Mut (2. Mose 2:16-19). Aber in erster Linie war er ein Mann des Glaubens. Gott war für ihn real, so real, dass der Apostel Paulus später schrieb, Moses sei „standhaft [geblieben], als sähe er den Unsichtbaren“ (Hebräer 11:24-28).

Wir lernen also von Moses, dass wir ein Verhältnis zu Gott aufbauen müssen. Auch wir können jeden Tag so leben, als hätten wir Gott vor Augen! Dann werden wir alles vermeiden, was ihm missfällt. Beachten wir auch, dass Moses seinen Glauben schon als kleines Kind eingepflanzt bekam. So war er stark genug, um „aller Weisheit der Ägypter“ standzuhalten (Apostelgeschichte 7:22). Ist das nicht ein schöner Ansporn für Eltern, ihre Kinder schon über Gott zu belehren, wenn sie noch ganz klein sind? (Sprüche 22:6; 2. Timotheus 3:15).

Ebenfalls bemerkenswert ist Moses’ Demut. Er war „der sanftmütigste aller Menschen, die es auf der Oberfläche des Erdbodens gab“ (4. Mose 12:3). Deshalb gab er seine Fehler offen zu. Er schreibt, dass er es versäumte, seinen Sohn beschneiden zu lassen (2. Mose 4:24-26). Auch erzählt er ganz unverblümt, dass er bei einer Gelegenheit Gott nicht die Ehre gab und dafür von ihm hart bestraft wurde (4. Mose 20:2-12; 5. Mose 1:37). Außerdem nahm Moses bereitwillig Vorschläge an (2. Mose 18:13-24). Ist das nicht ein nachahmenswertes Vorbild für Ehemänner, Väter und andere Männer mit Verantwortung?

Manche Kritiker bezweifeln, dass Moses wirklich sanftmütig war, denn er habe ja schließlich zu Gewalt gegriffen (2. Mose 32:26-28). Jonathan Kirsch schreibt hierzu: „Der biblische Moses ist selten demütig, nie milde und man kann auch nicht behaupten, er habe immer gerecht gehandelt. In gewissen schrecklichen Momenten . . . erwies sich Moses als überheblich, grausam und blutdürstig.“ Eine solche Kritik ist ausgesprochen undifferenziert. Sie verkennt völlig, dass Moses nicht aus Grausamkeit heraus handelte, sondern aus tiefer Gerechtigkeitsliebe und weil er Bosheit und Schlechtigkeit nicht duldete. In der heutigen Zeit, in der es modern ist, Unmoral zu tolerieren, mahnt uns das Beispiel des Moses, kompromisslos an moralischen Grundsätzen festzuhalten (Psalm 97:10).

Moses’ schriftliches Vermächtnis

Moses hinterließ eine erstaunliche Sammlung von Schriften. Sie umfasst poetische Texte (Hiob, Psalm 90), historische Prosa (1., 2. und 4. Mose), Geschlechtsregister (1. Mose, Kapitel 5, 11, 19, 22, 25) und eine bemerkenswerte Gesetzessammlung, das so genannte Gesetz Mose (2. Mose, Kapitel 20 bis 40; 3., 4. und 5. Mose). Dieses von Gott inspirierte Gesetz enthielt Regierungskonzepte, Gesetze und Grundsätze, die ihrer Zeit Jahrhunderte voraus waren.

In Ländern, in denen das Staatsoberhaupt gleichzeitig Oberhaupt der Kirche ist, herrschen oft Intoleranz, religiöse Unterdrückung und Machtmissbrauch. Im mosaischen Gesetz war der Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat festgelegt. Der König hatte keine priesterlichen Befugnisse (2. Chronika 26:16-18).

Ferner enthielt das mosaische Gesetz Vorschriften zur Hygiene und zur Krankheitsbekämpfung, die mit der heutigen Wissenschaft in Einklang sind — zum Beispiel Quarantänemaßnamen und die Beseitigung menschlicher Exkremente (3. Mose 13:1-59; 14:38, 46; 5. Mose 23:13). Das ist schon deshalb erstaunlich, weil die ägyptische Medizin damals im Großen und Ganzen eine gefährliche Mischung aus Aberglauben und Quacksalberei war. Würde man in den Entwicklungsländern heutzutage den Hygienestandard anlegen, den Moses lehrte, dann  blieben Millionen Menschen Krankheit und vorzeitiger Tod erspart.

Christen sind nicht verpflichtet, das mosaische Gesetz zu befolgen (Kolosser 2:13, 14). Dennoch ist ein Studium dieses Gesetzes auch heute von großem Wert. Das mosaische Gesetz ermahnte Israel ernsthaft, nur Gott allein ergeben zu sein und Götzendienst zu meiden (2. Mose 20:4; 5. Mose 5:9). Es gebot Kindern, ihre Eltern zu ehren (2. Mose 20:12). Außerdem verurteilte es Mord, Ehebruch, Diebstahl, Lügen und falsches Begehren (2. Mose 20:13-17). Diese Grundsätze haben bei Christen immer noch einen hohen Stellenwert.

Die Hygienevorschriften des mosaischen Gesetzes können zur Vorbeugung von Krankheiten beitragen

Ein Prophet gleich Moses

Nur Jesus war wirklich ein Prophet gleich Moses

Wir leben heute in schwierigen Zeiten. Die Menschheit braucht dringend einen Führer wie Moses — jemanden, der neben Macht und Autorität auch Integrität, Mut, Mitgefühl und eine tiefe Liebe zur Gerechtigkeit besitzt. Als Moses starb, fragten sich die Israeliten bestimmt, ob die Welt wohl jemals wieder einen Mann wie ihn sehen würde. Moses gab selbst die Antwort.

Er berichtet in seinen Schriften über den Ursprung von Krankheit und Tod und erklärt, warum  Gott dem Bösen kein Ende setzte (1. Mose 3:1-19; Hiob, Kapitel 1 und 2). In 1. Mose 3:15 ist die allererste göttliche Prophezeiung aufgezeichnet — die Verheißung, dass das Böse eines Tages beseitigt werden wird! Auf welche Weise? Gemäß der Prophezeiung sollte ein Mensch geboren werden, durch den Rettung kommen würde. Aus dieser Verheißung erwuchs die Hoffnung auf einen Messias, einen Erlöser der Menschheit. Doch wer würde dieser Messias sein? Moses hilft uns, ihn eindeutig zu identifizieren.

Er äußerte vor seinem Tod folgende bedeutungsvollen Worte: „Einen Propheten gleich mir wird dir Jehova, dein Gott, aus deiner eigenen Mitte, aus deinen Brüdern, erwecken — auf ihn solltet ihr hören“ (5. Mose 18:15). Der Apostel Petrus bezog diese Worte später direkt auf Jesus (Apostelgeschichte 3:20-26).

Die meisten jüdischen Kommentatoren wehren sich entschieden dagegen, Moses und Jesus irgendwie zu vergleichen. Moses’ Worte seien auf jeden wahren Propheten anwendbar, der nach ihm kam. In der Bibelübersetzung Die vierundzwanzig Bücher der Heiligen Schrift von Leopold Zunz heißt es dagegen: „Es stand fortan nicht auf ein Prophet in Jisraël wie Moscheh, den der Ewige erkannt, Angesicht zu Angesicht“ (5. Mose 34:10).

Ja, auf Moses folgten noch viele treue Propheten, wie zum Beispiel Jesaja und Jeremia. Aber keiner von ihnen hatte ein so einzigartiges Verhältnis zu Gott wie Moses, der mit Gott von „Angesicht zu Angesicht“ sprach. Deshalb kann sich die Ankündigung des Moses, es werde ein Prophet ‘gleich ihm’ aufstehen, nur auf einen Mann beziehen — auf den Messias! Das sahen jüdische Gelehrte vor der Entstehung des Christentums — und vor der religiösen Verfolgung durch falsche Christen — interessanterweise nicht viel anders. Einen Niederschlag im jüdischen Schrifttum finden wir unter anderem im Midrasch Kohelet Rabba, wo Moses als Vorläufer des letzten Erlösers, des Messias, beschrieben wird.

Dass sich Jesus und Moses in vielerlei Hinsicht glichen, ist nicht zu bestreiten. (Siehe den Kasten  „Jesus — ein Prophet gleich Moses“.) Jesus hat Macht und Autorität (Matthäus 28:19). Er ist „mild gesinnt und von Herzen demütig“ (Matthäus 11:29). Er hasst Gesetzlosigkeit und Ungerechtigkeit (Hebräer 1:9). Somit kann uns Jesus die Führerschaft bieten, die wir so dringend brauchen! Er ist es, der bald Schlechtigkeit und Bosheit beseitigen und auf der Erde die paradiesischen Verhältnisse schaffen wird, die in der Bibel beschrieben werden. *

^ Abs. 3 Siehe das von Jehovas Zeugen herausgegebene Buch Die Bibel — Gottes oder Menschenwort?.

^ Abs. 20 Wenn Sie die biblische Verheißung von einer paradiesischen Erde unter Christi Königreich näher kennen lernen möchten, können Sie sich gern an Jehovas Zeugen wenden. Sie würden sich freuen, mit Ihnen kostenlos die Bibel zu studieren.