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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! JANUAR 2004

 Was sagt die Bibel?

Weltfrieden durch Diplomatie?

Weltfrieden durch Diplomatie?

WER sehnt sich nicht nach dem Ende aller Kriege? Im Grunde sollten sich nationale und internationale Konflikte auf diplomatischem Weg lösen lassen. Manche denken, wenn Politiker und Staatsoberhäupter richtig zusammenarbeiten würden, müsste man Kriege abschaffen können. Wahrscheinlich geht es uns allerdings wie anderen auch, die von den Resultaten diplomatischer Bemühungen enttäuscht sind. Obwohl Diplomaten schon seit Jahrhunderten Verträge ratifizieren, Resolutionen formulieren und sich auf Gipfeltreffen beraten, konnte bisher nur eine Hand voll Probleme dauerhaft gelöst werden.

Die Bibel hat zum Thema Diplomatie und Frieden viel zu sagen. Beispielsweise beantwortet sie folgende Fragen: Warum konnte die Diplomatie bisher keinen Frieden schaffen? Sollten Christen sich politisch engagieren? Wie wird wahrer Frieden schließlich erreicht werden?

Was steht dem Frieden im Weg?

Die Bibel schildert mehrere Fälle, in denen persönliche Kontakte zum Frieden geführt haben. Beispielsweise konnte Abigail David und seine Soldaten geschickt davon überzeugen, sich nicht an ihrem Haushalt zu rächen (1. Samuel  25:18-35). Jesus sprach in einem Gleichnis von einem König, dem keine andere vernünftige Wahl blieb, als eine Gesandtschaft auszuschicken und um Frieden zu werben (Lukas 14:31, 32). Wie die Bibel zeigt, kann diplomatisches Vorgehen in manchen Fällen helfen, Konflikte zu lösen. Aber warum haben dann offizielle Friedensverhandlungen oft so wenig Erfolg?

Die Bibel hat unsere schwierige Zeit detailliert vorausgesagt. Satan, der Teufel, würde durch seinen bösen Einfluss dafür sorgen, dass die Menschen „für keine Übereinkunft zugänglich, . . . brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen vor Stolz“ sein würden (2. Timotheus 3:3, 4; Offenbarung 12:12). Nach den prophetischen Worten Jesu sollte der Abschluss des gegenwärtigen Systems der Dinge durch „Kriege und Kriegsberichte“ gekennzeichnet sein (Markus 13:7, 8). Wer will leugnen, dass immer bereitwilliger Krieg geführt wird? Angesichts dessen wundert es kaum, dass internationale Friedensbemühungen so oft scheitern.

Folgende Tatsache sollte man ebenfalls bedenken: Wenn Diplomaten auch darum ringen, Konflikte zu vermeiden, ist der einzelne doch in erster Linie den Interessen seines eigenen Landes verpflichtet. Das ist es, worum es in der Diplomatie im Grunde geht. Sollten sich Christen für derartige Angelegenheiten engagieren?

Die Diplomaten dieser Welt haben weder die Fähigkeit noch die Macht, für dauerhafte Lösungen zu sorgen, ganz gleich, wie motiviert sie sein mögen

Christen und Diplomatie

Die Bibel rät: „Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt“ (Psalm 146:3). Das vermittelt den Gedanken, dass die Diplomaten dieser Welt weder die Fähigkeit noch die Macht haben, für dauerhafte Lösungen zu sorgen, ganz gleich, wie motiviert sie auch sein mögen.

Als Jesus von Pontius Pilatus verhört wurde, erklärte er: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher“ (Johannes 18:36). Außerdem sind auch Friedensinitiativen oft nicht frei von nationalistischen Hassgefühlen und politischem Eigennutz. Daher vermeiden es wahre Christen, sich in die Konflikte und diplomatischen Bemühungen dieser Welt einzumischen.

Stehen Christen dem, was in der Welt geschieht, deswegen gleichgültig und desinteressiert gegenüber? Lässt menschliches Leid sie kalt? Nein, ganz im Gegenteil. Die Bibel beschreibt wahre Anbeter Gottes als Menschen, die „seufzen und stöhnen“ angesichts der schlimmen Dinge, die sie mit ansehen müssen (Hesekiel 9:4). Doch Christen vertrauen kurz gesagt darauf, dass Gott für Frieden sorgen wird, weil er es versprochen hat. Müsste Frieden nicht das Ende aller Kriege bedeuten? Genau diesen Frieden garantiert Gottes Königreich (Psalm 46:8, 9). Darüber hinaus wird Gottes Königreich für alle Bewohner der Erde uneingeschränkte Sicherheit und Wohlergehen sicherstellen (Micha 4:3, 4; Offenbarung 21:3, 4). Diplomatische Bemühungen oder so genannte Friedensmissionen können niemals einen solch umfassenden Frieden herbeiführen.

Die Prophezeiungen der Bibel und die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen deutlich, dass man nur enttäuscht wird, wenn man auf diplomatische Bemühungen hofft. Diejenigen dagegen, die ihre Hoffnung auf Jesus Christus setzen und Gottes Königreich unterstützen, werden ihren Wunsch nach wahrem Frieden erfüllt sehen — ja, sie werden Frieden genießen, der ewig währt! (Psalm 37:11, 29).