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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! SEPTEMBER 2002

 Was sagt die Bibel?

Welche Gebete erhört Gott?

Welche Gebete erhört Gott?

„Bittet unablässig, und es wird euch gegeben werden; sucht fortwährend, und ihr werdet finden; klopft unaufhörlich an, und es wird euch geöffnet werden. Denn jeder, der bittet, empfängt, und jeder, der sucht, findet, und jedem, der anklopft, wird geöffnet werden“ (LUKAS 11:9, 10).

VIELE Christen vertrauen den obigen Worten Jesu ganz und gar. Sie erzählen Gott im Gebet von ihren Problemen und Ängsten in der Gewissheit, dass er sie liebt und für sie sorgt. Einige frustriert es allerdings, wenn sie auf die Erhörung ihrer Gebete warten müssen. Haben wir persönlich das Gefühl, unsere Gebete würden ohne Resonanz bleiben? Hört Gott uns überhaupt zu, wenn wir beten?

Selbst wenn unsere Gebete anscheinend nicht erhört werden, bedeutet das nicht, dass Gott sie nicht gehört hat. Die Bibel sichert uns zu: „Die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen“ (1. Petrus 3:12). Jehova Gott hört also die Gebete der Gerechten, ob sie nun laut gesprochen werden oder still im Herzen (Jeremia 17:10). Jehova prüft auch, welche Gedanken und Gefühle sich hinter jedem Gebet verbergen, Gedanken und Gefühle, die der Betende vielleicht selbst nicht völlig versteht oder die ihm gar nicht bewusst sind (Römer 8:26, 27).

Sollen Gebete für Gott annehmbar sein, müssen sie jedoch bestimmten Erfordernissen entsprechen. Zunächst einmal dürfen sie sich nur an Gott persönlich richten — nicht an Jesus, an einen „Heiligen“ oder an einen Götzen (2. Mose 20:4, 5). Außerdem müssen Gebete im Namen des Sohnes Gottes, Jesus Christus, gesprochen werden (Johannes 14:6). Heißt das, unsere Gebete werden zuerst von Jesus gehört, der sie dann an Gott weiterleitet? Nein, sondern indem wir im Namen Jesu zu Jehova beten, erklären wir, dass wir Jünger Christi sind, und erkennen gleichzeitig  an, dass wir uns nur aufgrund seines Loskaufsopfers an Gott wenden können (Hebräer 4:14-16).

Gebete müssen im Glauben gesprochen werden. Der Apostel Paulus wies darauf mit den Worten hin: „Ohne Glauben . . . ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebräer 11:6). Woher weiß jemand, ob er einen solchen Glauben hat? Der Bibelschreiber Jakobus erklärt: „Ich werde dir meinen Glauben durch meine Werke zeigen“ (Jakobus 2:18). Ja, Glauben bringt Werke hervor. Diese Werke wiederum beweisen, dass wir Gott lieben und uns bemühen, ihm zu gefallen.

Anbeter Gottes müssen beim Beten auch beharrlich sein. Jesus machte dies mit den anfangs erwähnten Worten aus Lukas 11:9, 10 deutlich. Wenn man wegen einer Angelegenheit nur ein einziges Mal betet, zeigt man ja eigentlich nicht, dass einem ernsthaft etwas daran gelegen ist.

Was Gott zugesagt hat

Wie oft und wie innig wir auch beten mögen — wir leben nach wie vor in ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’ (2. Timotheus 3:1). Zwar sagte Jesus, seine Nachfolger würden glückliche Menschen sein, von einem problemfreien Leben sprach er aber nicht (Matthäus 5:3-11). Wie er sagte, könnten seine Jünger allerdings trotz Trauer, Hunger, Durst oder Verfolgung glücklich sein.

Das Glück, von dem Jesus sprach, hängt nicht von idealen Lebensbedingungen ab. Stattdessen ist es eine innere Zufriedenheit, die wir haben, weil wir Gott dienen. Daher können wir selbst inmitten von Unruhen relativ glücklich sein (2. Korinther 12:7-10).

Mit Problemen fertig werden

Ist es nun vergeblich, zu Gott zu beten, wenn es um persönliche Angelegenheiten geht wie etwa die Suche nach einem geeigneten Ehepartner oder familiäre, gesundheitliche oder berufliche Probleme? Nein, das ist es nicht. Obwohl Gott nicht versprochen hat, unsere Lebensumstände durch ein Wunder zu ändern, wird er uns doch die Weisheit geben, damit zurechtzukommen. Jakobus schrieb zum Thema Erprobungen: „Wenn es . . . einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden“ (Jakobus 1:5). Jehova wird uns demnach durch seinen heiligen Geist anleiten. Dadurch können wir biblische Grundsätze besser verstehen und umsetzen, wenn wir vor Entscheidungen stehen.

Natürlich nimmt uns der Geist Gottes eine Entscheidung nicht ab. Im Gegenteil, persönlicher Einsatz unsererseits ist gefragt. Nehmen wir an, wir haben ein bestimmtes Problem. Forschen wir dann nach, um das Problem von allen Seiten zu beleuchten? An diesem „Werk“ wäre für Gott unser Glauben erkennbar (Jakobus 2:18). Sind wir beständig darum bemüht, unser Problem zu lösen, und bitten wir dabei unablässig um Gottes Führung? (Matthäus 7:7, 8). Beschäftigen wir uns eingehend mit biblischen Grundsätzen, die sich auf unsere Situation anwenden lassen? Gottes Wort kann uns ‘völlig tauglich machen, vollständig ausrüsten für jedes gute Werk’ (2. Timotheus 3:16, 17).

Wenngleich es stimmt, dass Gott in die Angelegenheiten des Menschen eingreifen und alle unsere Probleme beseitigen kann, hat er uns doch auch erlaubt, unseren freien Willen zu gebrauchen. Und das tun viele leider auf Kosten anderer. Daher mögen einige Probleme, derentwegen wir beten, bestehen bleiben, bis Gottes neue Welt gekommen ist (Apostelgeschichte 17:30, 31). Es könnte sich um Umstände vor Ort handeln, wie zum Beispiel Kriminalität oder gar Krieg. Oder die Probleme haben womöglich damit zu tun, dass wir Widrigkeiten aushalten müssen, die auf Gegnerschaft zurückzuführen sind (1. Petrus 4:4). Uns muss klar sein, dass sich in der heutigen gottlosen Welt so manches nicht mehr zum Besseren wenden wird.

Nichtsdestoweniger liebt Gott seine Anbeter und er möchte ihnen helfen. Sobald sein Königreich unangefochten die Herrschaft über die Erde ausübt, wird er die schrecklichen Zustände hier vollständig beseitigen (Offenbarung 21:3, 4). Bis dahin sollten wir unaufhörlich um Anleitung bitten, wie wir mit den Problemen des Lebens umgehen können. Wenn wir das tun, ist eins gewiss: Jehova hält sich an sein Versprechen, das in der Bibel in Jesaja 41:10 niedergeschrieben ist: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit.“