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Erwachet!  |  1992-08-08

Der kuschelige Kuskus

Der kuschelige Kuskus

 Der kuschelige Kuskus

Von unserem Korrespondenten in Papua-Neuguinea

VÖLLIG erstaunt darüber, daß es betrachtet wird, starrt uns das kleine kuschelige Geschöpf aus seinen blanken Augen unschuldig an. Sein rundes Gesicht scheint nur aus der auffallend großen Nase zu bestehen, und die Ohren verschwinden fast vollkommen im Fell. Das sonderbare gelbweiße Fellknäuel mit dem langen, unbehaarten Schwanz ist ein Kuskus.

Als wir einen Schritt näher herangehen, um es besser sehen zu können, packt es mit allen vieren und zwischendurch auch mit dem Schwanz die Äste und flüchtet sich nach oben in die Bäume, um dort allein zu sein und zu schmollen.

Vetter des Koalas

Der Kuskus gehört zu den ungewöhnlichen Tieren, die man nur auf der Insel Neuguinea, in Nordaustralien und auf benachbarten Inseln findet. Obwohl er nicht so bekannt ist wie sein berühmter Vetter, der Koala, ist er ihm doch sehr ähnlich. Wie er ist der Kuskus ein Beuteltier, das heißt, nach der Geburt der Jungen — ein Wurf besteht aus zwei bis vier — trägt und nährt er sie in einem Beutel. Auch er ist ein scheuer und träger Baumbewohner. Den ganzen Tag macht er nichts anderes als schlafen, schlafen und nochmals schlafen. Hoch oben in einer Astgabel eingezwängt, verbringt er den Tag, den rosafarbenen Schwanz wie ein umgedrehtes Fragezeichen herabbaumelnd, ohne sich um das Treiben weiter unten zu kümmern. Da er ein Nachttier ist, wird er nachts aktiver.

In seiner natürlichen Umgebung ernährt sich der Kuskus hauptsächlich von Blättern, Knospen und von Früchten, die eine dünne Schale haben, sowie von kleinen Vögeln und Insekten. Sein wissenschaftlicher Name, Phalanger, bedeutet „der Fingerähnliche“. Wir haben einen Kuskus gesehen, der auf seinem nicht gerade kleinen Hinterteil hockte,  wählerisch eine Banane schälte und sich diese dann genußvoll einverleibte, so wie wir gern eine Eistüte schlecken.

Ein reizendes Haustier

Vielleicht ist der Kuskus deswegen ein so beliebtes Haustier, weil er recht gelehrig ist. Auch ist er zweifellos ein auffallendes Tier. Er kann die unterschiedlichsten Farben haben. Das Fell ist entweder weiß, rotbraun oder fast schwarz, auch gibt es verschiedene Grautöne. Einige Tiere sind gefleckt, andere haben einen schwarzen Streifen auf dem Rücken. Die wollige, rundliche Gestalt, der ständig neugierige Blick sowie die langsamen, bedächtigen Bewegungen — all das macht den Kuskus zu einem reizenden Haustier.

Wenn man auf die Krallen achtgibt, kann man den Kuskus sogar wie eine Katze knuddeln. Er wird bis zu 60 cm lang, dabei ist der Schwanz nicht mitgerechnet, dieser ist nochmals etwa 30 cm lang. Das Schwanzende ist unbehaart und hat rauhe Schuppen; es fühlt sich wie Sandpapier an und sieht auch so aus — eine weitere Greifhilfe.

Es bereitete uns Vergnügen zu sehen, wie ein Kuskus einen Maiskolben abknabberte. Er hielt ihn mit beiden Pfoten fest und kaute eine Reihe Körner ab, aber bevor er sich die nächste Reihe vornahm, beschnupperte er sorgsam die erste, um sicherzugehen, daß kein Korn übriggeblieben war. Als er fertig war, leckte er seine Pfoten sauber und streckte sich, dick und zufrieden, auf einem Ast aus.

Außer dem Menschen hat der Kuskus nur wenig Feinde. Die Einheimischen fangen ihn wegen seines Fleisches und machen aus dem wunderschönen Fell Umhänge und Mützen. Heute stellt der Eingriff des Menschen in das natürliche Habitat des Kuskus — den Regenwald — unter anderem durch Erschließung von Baugelände, durch den Bergbau und den Tourismus eine ernste Bedrohung für sein Überleben dar. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, daß der Mensch verdirbt, was Gott ihm anvertraut hat (1. Mose 1:26; Offenbarung 11:18).