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Jehovas Zeugen

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Erwachet!  |  Nr. 5 2016

 UNSERE FAMILIENSEITEN | ELTERN

Mit meinem Kind über Sex reden

Mit meinem Kind über Sex reden

DAS PROBLEM

Noch vor ein paar Jahrzehnten hatten Eltern zumindest eine gewisse Chance, die Ersten zu sein, die mit ihrem Kind über das Thema Sex reden. Und sie konnten das auf das Alter und die Persönlichkeit des Kindes abstimmen.

Doch das hat sich geändert. „Was heute an sexualisierenden Inhalten auf unsere Kinder losgelassen wird, ist wirklich erschreckend“, heißt es in dem Buch Sexualerziehung? Familiensache!. „Eine ganze Industrie wartet nur darauf, mit Sexualität ein Geschäft zu machen.“ Das ist die Realität — aber trägt das zu einer guten Aufklärung bei?

WAS MAN WISSEN SOLLTE

Sexuelle Inhalte sind überall. Die Pädagogin Deborah Roffmann schreibt: „Gespräche, Werbung, Filme, Bücher, Liedtexte, Fernsehsendungen, Kurznachrichten, Spiele, Werbeplakate sowie Handy- und Computerbildschirme sind so überfüllt mit anzüglichen Bildern, Ausdrücken und Anspielungen, dass viele [Kinder und Jugendliche] — zumindest unterbewusst — unweigerlich zu dem Schluss kommen, Sex müsse . . . das absolut Wichtigste im Leben sein“ (Talk to Me First).

Das Marketing ist mitverantwortlich. Werbefachleute und Händler bringen Kindern schon sehr früh bei, extrem viel Wert auf ihr Aussehen zu legen. Aufreizende Kleidung für Kinder ist zu einem großen Geschäft geworden. „Marketingexperten wissen, wofür Kinder anfällig sind, und nutzen das aus“, heißt es in dem Buch So Sexy So Soon. „Die ganzen aufreizenden Bilder und Produkte sollen Kinder nicht zum Sex animieren“, sondern „zum Kaufen“.

Wissen vermitteln reicht nicht. Nur zu wissen, wie ein Auto funktioniert, macht jemanden nicht automatisch zu einem verantwortungsbewussten Fahrer. Genauso kann ein Kind mit der Sexualität nicht automatisch richtig umgehen, nur weil es etwas darüber weiß.

Fazit: Heute ist es wichtiger denn je, Kindern dabei zu helfen, gutes Urteilsvermögen zu entwickeln. Nur dann werden sie gute Entscheidungen treffen können (Hebräer 5:14).

 WAS MAN TUN KANN

Sich der Aufgabe stellen. So unangenehm es auch sein mag — Aufklärung ist Aufgabe der Eltern. Dieser Verantwortung darf man sich nicht entziehen (Bibeltipp: Sprüche 22:6).

Kontinuierlich aufklären. Statt „das eine Aufklärungsgespräch“ zu führen, ist es besser, alltägliche Situationen zu nutzen, vielleicht wenn man zusammen im Auto unterwegs ist oder Hausarbeiten erledigt. Kinder öffnen sich außerdem leichter, wenn man keine direkten Fragen stellt. Statt also zu fragen: „Gefällt dir diese Werbung?“ könnte man fragen: „Was glaubst du, warum Werbung mit solchen Bildern gemacht wird?“ Dann könnte man weiterfragen: „Was hältst du davon?“ (Bibeltipp: 5. Mose 6:6, 7).

Altersgerecht aufklären. Schon im Vorschulalter kann man Kindern die richtigen Bezeichnungen der Geschlechtsorgane beibringen. Sie müssen auch lernen, wie sie sich gegen sexuelle Übergriffe wehren können. Mit der Zeit kann man ihnen dann erklären, wie die Fortpflanzung funktioniert. Wenn sie in die Pubertät kommen, sollten sie sowohl die körperliche als auch die moralische Seite der Sexualität verstanden haben.

Werte vermitteln. Aufklärung fängt damit an, seinem Kind von klein auf Werte wie Ehrlichkeit, Treue und Respekt zu vermitteln. Auf diesen Werten kann man aufbauen, wenn man später über Sexualität spricht. Dabei ist es wichtig, die eigenen Werte klar zu formulieren. Wenn man Sex vor der Ehe ablehnt, sollte man das auch so sagen — und erklären, warum man das so sieht. In dem Buch Sexualerziehung? Familiensache! heißt es, dass „die meisten Teenager bereit sein werden, Sexualität auf später aufzusparen, wenn Sie als Eltern in eine klare, aber herzliche Erziehung investieren und gute Werte vermitteln.“

Ein Vorbild sein. Natürlich sollte man auch selbst nach den Werten leben, die man vermittelt. Wer über anzügliche Witze lacht, sich aufreizend kleidet oder mit anderen flirtet, untergräbt die moralischen Werte, die er seinen Kindern mitgeben möchte (Bibeltipp: Römer 2:21).

Die richtige Ansicht vermitteln. Die Sexualität ist ein Geschenk Gottes. Unter den richtigen Voraussetzungen — nämlich in der Ehe — kann man dieses Geschenk voll genießen (Sprüche 5:18, 19). Man sollte sein Kind wissen lassen: Wenn es auf die richtige Zeit wartet, wird es dieses Geschenk auch genießen können — ohne den Kummer, den Sex vor der Ehe mit sich bringt (1. Timotheus 1:18, 19).