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Jehovas Zeugen

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Erwachet!  |  Nr. 4 2017

 UNSERE FAMILIENSEITEN | EHE

Wenn die Kinder flügge werden

Wenn die Kinder flügge werden

DAS PROBLEM

Sind die Kinder aus dem Haus, beginnt für Eltern oft eine sehr schwere Zeit. Jetzt, wo das Nest leer ist, merken sie, dass sie sich irgendwie fremd geworden sind. „Zu mir kommen viele Paare, die nicht wissen, wie sie wieder zusammenfinden sollen“, schreibt der Eheberater M. Gary Neuman. „Jetzt, ohne die Kinder, gibt es nur wenig Gesprächsstoff und es verbindet sie kaum noch etwas.“ *

Was, wenn man selbst auch das Gefühl hat, einander fremd geworden zu sein? Nicht aufgeben! Man kann wieder zueinanderfinden. Dafür sollte man zunächst wissen, warum man sich auseinandergelebt hat.

DIE URSACHEN

Jahrelang drehte sich alles um die Kinder. Viele Eltern haben in bester Absicht die Bedürfnisse ihrer Kinder allem vorangestellt — auch ihrer Ehe. Dadurch sind sie allerdings so sehr in der Elternrolle aufgegangen, dass sie ihre Bindung als Paar vernachlässigt haben. Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, wird ihnen das bewusst. Eine 59-jährige Ehefrau erzählt: „Als die Kinder noch da waren, haben wir wenigstens etwas miteinander gemacht.“ Dann sind die Kinder ausgezogen. Sie gibt zu: „Wir hatten uns auseinandergelebt.“ Es kam sogar so weit, dass sie zu ihrem Mann sagte: „Wir passen nicht mehr zusammen.“

Es kann schwer sein, sich auf den neuen Lebensabschnitt einzustellen. „Man wird vom Elternpaar wieder zum Paar“, sagt die Familientherapeutin Bettina Teubert. Was bedeutet das für solche Paare? „Eigentlich müssen sie ihr gesamtes Leben neu strukturieren.“ Manche fühlen sich, als hätten sie nichts mehr gemeinsam, und jeder führt sein eigenes Leben. Leider wird so aus der Ehegemeinschaft mehr oder weniger eine Wohngemeinschaft.

Die gute Nachricht ist: Man kann nicht nur verhindern, dass alles in einer Katastrophe endet, sondern man kann diesen neuen Lebensabschnitt sogar zu einer Erfolgsstory machen. Die Bibel kann dabei helfen.

 WAS MAN TUN KANN

Die neue Situation akzeptieren. Die Bibel sagt über erwachsene Kinder: „Ein Mann [wird] seinen Vater und seine Mutter verlassen“ (1. Mose 2:24). Als Eltern hatte man das Ziel, die Kinder so zu erziehen, dass sie bestens auf das Leben vorbereitet sind. Ziehen sie dann von zu Hause aus, kann man im Grunde genommen stolz darauf sein, dieses Ziel erreicht zu haben (Bibeltipp: Markus 10:7).

Eltern bleiben natürlich immer Eltern. Allerdings ändert sich ihre Rolle: Aus Erziehungsberechtigten werden Berater. Natürlich bleibt man dadurch mit seinen Kindern weiter verbunden, aber der wichtigste Mensch ist jetzt wieder der Ehepartner * (Bibeltipp: Matthäus 19:6).

Über die eigenen Gefühle sprechen. Man sollte seinem Partner offen sagen, wie man die veränderte Lebenssituation empfindet, und auch auf seine Gefühle eingehen. Es braucht Zeit, bis die Partnerschaft wieder so stark ist, wie sie einmal war. Aber mit Geduld und Einfühlungsvermögen kann man es schaffen, und es ist jede Mühe wert (Bibeltipp: 1. Korinther 13:4).

Zusammen neue Projekte in Angriff nehmen. Man könnte sich mit seinem Partner neue Ziele stecken oder sich ein gemeinsames Hobby suchen. Vielleicht kann man auch mit der Erfahrung, die man bei der Kindererziehung gesammelt hat, anderen weiterhelfen (Bibeltipp: Hiob 12:12).

Die Partnerschaft stärken. Warum nicht ab und zu zurückdenken? Was fand ich an meinem Partner so anziehend? Was haben wir schon gemeinsam erlebt und welche Stürme haben wir zusammen überstanden? Wenn man gut zusammenarbeitet, kann man seine Ehe stärken und die Liebe neu beleben. Dann führt der neue Lebensabschnitt trotz aller Herausforderungen zu einem Happy End.

^ Abs. 4 Aus dem Buch Emotional Infidelity (Emotionale Untreue).

^ Abs. 12 Sind die Kinder noch zu Hause, sollte man immer daran denken, dass man mit seinem Ehepartner eine Einheit bildet (Markus 10:8). Eine stabile Partnerschaft gibt den Kindern Sicherheit.