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Jehovas Zeugen

Deutsch

ERWACHET! NR. 3 2016

 TITELTHEMA

Die Sprachbarriere überwinden: Übersetzern über die Schulter geschaut

Die Sprachbarriere überwinden: Übersetzern über die Schulter geschaut

„Manche meinen, dass es keine schwierigere Aufgabe als die des Übersetzens gibt“ („Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache“)

BEVOR sich die Übersetzer an die Arbeit machen können, werden die Veröffentlichungen von Jehovas Zeugen erst einmal sorgfältig vorbereitet, recherchiert und schließlich verfasst. Dazu gehört, dass die Redaktion in der Weltzentrale in New York jeden Text inhaltlich und sprachlich genau prüft und überarbeitet. *

Die Redaktion sendet den Text dann an Hunderte Übersetzungsteams auf der ganzen Welt. Die meisten Übersetzer leben dort, wo die Sprache, in die sie übersetzen, auch gesprochen wird, und sind selbst normalerweise Muttersprachler. Sie müssen den Ausgangstext genau verstehen können und die Zielsprache sicher beherrschen.

Wie sieht die Arbeit der Übersetzer aus?

Geraint aus Großbritannien erklärt: „Als Übersetzer arbeiten wir in einem Team. Gute Zusammenarbeit ist deshalb das A und O. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen für schwierige Übersetzungsprobleme. Dabei sehen wir uns nicht nur einzelne Wörter an, sondern Sinneinheiten, und überlegen, was sie genau bedeuten und was sie bewirken sollen. Wir versuchen, dabei immer die jeweilige Zielgruppe im Kopf zu behalten.“

Was ist Ihr Ziel beim Übersetzen?

„Der Text soll sich so lesen, als wäre er in unserer Sprache verfasst worden, und nicht wie eine Übersetzung klingen. Deshalb  versuchen wir, uns natürlich auszudrücken. Wir möchten, dass der Text dem Leser quasi auf der Zunge zergeht und er ihn bis zum letzten Wort genießen kann.“

Welche Vorteile hat es, wenn man dort lebt, wo die Sprache gesprochen wird?

„Es bereichert den Wortschatz enorm, wenn man viel mit Einheimischen zu tun hat. Wir können die Sprache im Alltag erleben. Außerdem können wir direkt ausprobieren, wie bestimmte Begriffe und Formulierungen ankommen, ob sie natürlich, verständlich und ansprechend sind. So stellen wir sicher, dass der Sinn des Ausgangstextes in unserer Sprache richtig rüberkommt.“

Wie sieht der Arbeitsablauf aus?

„Ein Team bekommt ein bestimmtes Projekt zugeteilt. Zuerst liest jeder für sich den Ausgangstext durch. So bekommt man ein Gefühl für den Text, überlegt, wie er aufgebaut ist und wer die Zielgruppe ist. Wir fragen uns: Was ist das Thema des Artikels? Was soll er bewirken? Und was kann man wohl daraus lernen? Bei diesem Schritt tauchen wir so richtig in den Text ein.

Dann tauschen wir uns als Team über unsere Ergebnisse aus. Sind wir uns sicher, dass wir alles richtig verstehen? Wie können wir den Stil des Ausgangstextes beibehalten? Unser Ziel ist es, dass bei unseren Lesern genau die Reaktion ausgelöst wird, die der Schreiber des Artikels beabsichtigt hat.“

Wie läuft die Arbeit im Team ab?

„Wir wollen, dass die Leser den Text auf Anhieb verstehen. Deswegen lesen wir im Übersetzungsprozess jeden übersetzten Absatz mehrmals laut.

Zuerst formuliert der Übersetzer einen Absatz in der Zielsprache. Was er tippt, verfolgt jeder am Bildschirm mit. Wir überprüfen, dass keine Gedanken verloren gehen oder hinzugefügt werden. Und wir stellen sicher, dass Rechtschreibung und Grammatik stimmen und sich der Text auch natürlich anhört. Dann lesen wir den Absatz laut. Wenn wir irgendwo stolpern, überlegen wir, warum. Ist der Artikel komplett übersetzt, liest ihn einer vom  Team noch einmal vor, und nebenbei notieren wir uns, wo der Text noch nicht ganz rund ist.“

Das hört sich sehr anspruchsvoll an!

„Das ist es auch! Und abends sind wir ganz schön müde. Deswegen schauen wir uns den Text auch erst wieder morgens an, wenn wir ausgeruht sind. Ein paar Wochen später schickt uns die Redaktion die letzten Änderungen zu, die im Original gemacht wurden. Durch den zeitlichen Abstand haben wir nun einen frischen Blick, lesen den übersetzten Text noch einmal laut und geben ihm den letzten Schliff.“

Welche computergestützten Hilfsmittel verwenden Sie?

„Computer können den Übersetzer noch immer nicht ersetzen. Doch Jehovas Zeugen haben Software entwickelt, die den Arbeitsablauf vereinfacht: Es gibt eine Art Wörterbuch, in dem wir gängige Begriffe und Formulierungen zusammentragen. Und wir haben ein Programm, mit dem wir alles recherchieren und abrufen können, was unser Team bereits übersetzt hat. So stoßen wir auf kreative Lösungsansätze, die bei Übersetzungsproblemen schon funktioniert haben.“

Mit welcher Motivation gehen Sie an Ihre Arbeit?

„Wir sehen unsere Arbeit als ein Geschenk, das wir anderen machen können. Und wir wollen es natürlich schön verpacken. Uns begeistert der Gedanke, dass ein Artikel in einer Zeitschrift oder auf unserer Website das Herz eines Menschen berühren und sogar sein Leben positiv beeinflussen kann.“

 Weil Gott es sich wünscht

Rund um den Globus profitieren Millionen von Menschen davon, dass es den Lesestoff und die Videos von Jehovas Zeugen sowie die Website jw.org in ihrer Muttersprache gibt. Der praktische Rat und die Lebensweisheiten, die sie dort finden, stammen aus der Bibel. Und Gott — sein Name ist Jehova — hat in genau diesem heiligen Buch seinen Wunsch aufschreiben lassen, dass Menschen aus „jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache“ von seiner Botschaft erfahren (Offenbarung 14:6, Schlachter). *

^ Abs. 4 Der Originaltext wird in Englisch verfasst.

^ Abs. 25 Schauen Sie doch auf www.jw.org vorbei und entdecken Sie, was wir in Ihrer und vielen anderen Sprachen zur Verfügung stellen — ob zum Anhören, Anschauen oder Lesen.