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Erwachet!  |  Nr. 2 2016

 UNSERE FAMILIENSEITEN | ELTERN

Pubertät! Mit dem Kind darüber reden

Pubertät! Mit dem Kind darüber reden

DIE SITUATION

Es scheint, als wäre es erst gestern gewesen . . . Gerade noch hielten wir unser Baby auf dem Arm — und jetzt steht ein junger Mensch vor uns. Unser Kind ist natürlich immer noch ein Kind, aber in Kürze wird es einen neuen Abschnitt auf seinem Lebensweg betreten: die Pubertät.

Wie kann man seinem Sohn oder seiner Tochter durch diese verwirrende bis verstörende Phase, in der ein Kind geschlechtsreif wird, hindurchhelfen?

WAS MAN WISSEN SOLLTE

Die Pubertät hat ihren eigenen Zeitplan. Sie kann schon früh beginnen, etwa mit 8 Jahren, oder erst mitten im Teenageralter. „Beginn und Tempo der biologischen Pubertät sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland.

Die Pubertät kann Unsicherheit auslösen. Jugendliche machen sich oft viele Gedanken darüber, wie sie auf andere wirken. „Auf einmal hab ich ständig darüber nachgedacht, wie ich aussehe und mich verhalte“, erinnert sich Jared *. „Wenn ich mit anderen zusammen war, dachte ich ganz oft: Die denken bestimmt, ich bin komisch.“ Fangen dann noch die Pickel zu sprießen an, stürzt das Selbstbewusstsein endgültig in den Keller. „Ich hatte das Gefühl, eine fremde Macht greift mein Gesicht an!“, erzählt Kellie (17). „Ich weiß noch, wie ich geweint hab und mich einfach nur hässlich fand.“

Frühstarter kämpfen mit besonderen Schwierigkeiten. Vor allem Mädchen. Wenn sich allmählich ihre weiblichen Rundungen zeigen, müssen sie sich womöglich Sprüche dazu anhören. „Außerdem stehen sie in der Gefahr, ins Visier älterer Jungs zu geraten, die unter Umständen schon sexuell aktiv sind“ (A Parent’s Guide to the Teen Years).

Geschlechtsreife ist nicht gleich Reife. „Das Herz eines jungen Menschen ist voller Dummheiten“, sagt die Bibel in Sprüche 22:15 (Begegnung fürs Leben). Daran ändert auch die Pubertät nichts. Selbst wenn ein junger Mensch schon erwachsen aussieht, sagt das doch „nichts darüber aus, ob er gut durchdachte Entscheidungen treffen kann, verantwortungsbewusst ist, sich beherrschen kann oder andere Zeichen für Reife“ zeigt, erklärt das Buch You and Your Adolescent.

 WAS MAN TUN KANN

Über die Pubertät reden, bevor sie beginnt. Das Kind muss wissen, was es erwartet — besonders was es für Mädchen heißt, die Monatsblutung zu bekommen, und für Jungs, nächtliche Samenergüsse (feuchte Träume) zu haben. Diese Veränderungen gehören nämlich nicht zu den allmählichen Umstellungen, sondern sind plötzlich da und können Unsicherheit oder sogar Angst auslösen. Bei so einem Gespräch sollte man die positiven Seiten der Pubertät herausstellen, etwa dass diese Veränderungen dazu da sind, aus dem Kind einen Erwachsenen zu machen. (Ihr Bibeltipp: Psalm 139:14.)

Keine halben Sachen. „Als meine Eltern mich aufgeklärt haben, haben sie nur rumgedruckst“, sagt John. „Es wäre schön gewesen, wenn sie offener und direkter gewesen wären.“ Alana (17) hatte ein ähnliches Problem: „Mama hat mir zwar geholfen rein technisch zu verstehen, was mit meinem Körper passierte. Aber ich hätte mir gewünscht, dass sie mir auch hilft, mit meinem Gefühlschaos fertigzuwerden.“ Die Moral von der Geschicht? Mag es auch noch so unangenehm sein, man muss mit seinem Kind über alle Seiten der Pubertät reden. (Ihr Bibeltipp: Apostelgeschichte 20:20.)

Fragen stellen, die das Gespräch in Gang bringen. Um das Eis zu brechen, könnte man darüber reden, wie andere die Pubertät erleben. Die Tochter könnte man fragen: „Reden die in deiner Klasse schon darüber, dass sie ihre Tage haben?“ oder: „Haben es Mädchen, die körperlich schon weiter sind, bei dir in der Schule schwer?“ Den Sohn könnte man fragen: „Werden manche fertiggemacht, weil sie körperlich vielleicht noch nicht so weit sind?“ Wenn junge Leute darüber reden, wie es anderen geht, fällt es ihnen oft leichter, auch über eigene Gefühle und Erlebnisse zu sprechen. Und wenn sie das dann tun, gilt der Rat aus der Bibel: „Schnell sein zum Hören, langsam zum Reden“ (Jakobus 1:19).

Helfen, „praktische Weisheit und Denkvermögen“ zu entwickeln (Sprüche 3:21). Die Pubertät ist nicht nur eine Zeit biologischer und emotionaler Veränderungen. In dieser Phase entwickelt ein junger Mensch auch die Fähigkeit, Dinge vernünftig zu durchdenken, und lernt so, gut begründete Entscheidungen zu treffen — etwas, was er als Erwachsener brauchen wird. Ist das nicht eine hervorragende Zeit, dem Nachwuchs gute Werte mit auf den Weg zu geben? (Ihr Bibeltipp: Hebräer 5:14.)

Bloß nicht aufgeben. Es könnte so aussehen, als hätte der Sohn oder die Tochter keine Lust auf so ein Eltern-Kind-Gespräch. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. „Ein junger Mensch, der desinteressiert, gelangweilt oder angewidert wirkt, scheinbar nicht einmal zuhört, merkt sich womöglich doch jedes einzelne Wort“, heißt es in dem Buch You and Your Adolescent.

^ Abs. 8 Namen geändert.

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