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Jehovas Zeugen

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ERWACHET! NR. 1 2016

 UNSERE FAMILIENSEITEN | JUNGE LEUTE

Online-Freund = Offline-Freund?

Online-Freund = Offline-Freund?

DAS PROBLEM

Die Technik macht’s möglich: Heute kann man mit mehr Leuten Kontakt haben als je zuvor — und das ohne großen Aufwand. Aber vielleicht kommt es dir trotzdem so vor, als ob deine Freundschaften irgendwie oberflächlich sind. Ein junger Mann sagt dazu: „Ich hab das Gefühl, dass meine Freundschaften sich irgendwann in Luft auflösen könnten. Bei meinem Vater ist das ganz anders: Er hat Freunde, mit denen er schon seit Jahrzehnten ganz eng befreundet ist!“

Warum ist es heute so schwer, enge Freundschaften zu schließen, die dann auch lange halten?

DAS MUSST DU WISSEN

Die digitale Welt hat auch Nachteile. In sozialen Netzwerken unterwegs sein, texten oder sich sonst wie virtuell austauschen: Es fühlt sich so leicht an, mit anderen befreundet zu sein, ohne dabei offline Kontakt zu haben. Aber leider haben ständiges Chatten und Twittern Gespräche mit Tiefgang abgelöst. Die Folge: „Heute haben die Leute weniger persönlich miteinander zu tun“, so das Buch Artificial Maturity. „Studenten verbringen viel mehr Zeit mit dem Handy oder Computer als miteinander.“

In der digitalen Welt können einem Freundschaften viel enger vorkommen, als sie wirklich sind. Brian * (22) erzählt: „Neulich ist mir aufgefallen, dass immer ich derjenige bin, der sich bei seinen Freunden meldet. Dann hab ich ihnen eine Weile mal nicht geschrieben, um zu testen, wie viele sich bei mir melden würden. Ehrlich gesagt, das waren ganz schön wenige. Da hab ich gemerkt, dass manche Freundschaften doch nicht so eng sind, wie ich immer dachte.“

Aber sind soziale Medien nicht eine Riesenhilfe? So kann man doch mit anderen in Kontakt bleiben und Freundschaften vertiefen! Klar, das geht schon — vor allem wenn du die Leute auch offline kennst. Mit sozialen Medien ist es nämlich so: Sie bauen zwar eine Brücke, bringen einen dem anderen aber oft nicht wirklich näher.

 DAS KANNST DU TUN

Überleg dir, was für dich ein echter Freund ist. Die Bibel sagt: „Ein echter Freund hält fester zu dir als ein Bruder“ (Sprüche 18:24, Gute Nachricht Bibel). Wünschst du dir auch so einen Freund? Bist du selbst so ein Freund? Um das beantworten zu können, musst du erst einmal herausfinden, was dir bei einer Freundschaft überhaupt wichtig ist. Schreib drei Eigenschaften auf, die du dir bei einem Freund wünschst, und drei Eigenschaften, die du selbst mitbringst. Frag dich: „Wer von meinen Online-Freunden ist so? Und wie würden sie mich und meine Eigenschaften beurteilen?“ (Dein Bibeltipp: Philipper 2:4.)

Leg fest, was dir wichtig ist. Online-Freundschaften entstehen oft, weil man sich für dasselbe interessiert, also zum Beispiel die gleichen Hobbys hat. Aber bei Freunden ist es viel wichtiger, dieselben Werte zu haben. Leanne (21) sagt: „Ich hab vielleicht nicht so viele Freunde, aber die, die ich habe, motivieren mich, ein besserer Mensch zu werden.“ (Dein Bibeltipp: Sprüche 13:20.)

Werde aktiv und mach was mit anderen. Mit jemand persönlich zu reden ist durch nichts zu toppen. Denn der Tonfall, die Mimik, die ganze Körpersprache verraten so viel, was du sonst nicht mitbekommen würdest. (Dein Bibeltipp: 1. Thessalonicher 2:17.)

Schreib einen Brief. Das kommt dir jetzt vielleicht altmodisch vor — aber wenn du jemand einen Brief schreibst, sagst du ihm quasi: „Du bist mir wichtig, und ich konzentrier mich jetzt nur auf dich.“ In einer Zeit, wo man so viel gleichzeitig und nebenbei erledigt, ist das etwas ganz Besonderes. In ihrem Buch Verloren unter 100 Freunden erwähnt Sherry Turkle beispielsweise einen jungen Mann, der sich nicht daran erinnern kann, in seinem Leben jemals einen persönlichen Brief bekommen zu haben. Er sagt über die Zeit, als man sich noch Briefe schrieb: „Ich vermisse diese Zeit, selbst wenn ich damals noch gar nicht am Leben war.“ Warum nicht mal diese alte „Technik“ für neue Freundschaften wieder aufleben lassen?

Fazit: Bei einer Freundschaft geht es um mehr als einfach nur darum, Kontakt zu halten. Es ist ein Geben und Nehmen: Zeigt einander, dass ihr euch mögt. Versucht euch in den anderen hineinzufühlen. Nehmt aufeinander Rücksicht. Und verzeiht dem anderen, wenn nötig. Das alles gehört zu einer echten Freundschaft und funktioniert viel besser, wenn ihr auch Offline-Freunde seid.

^ Abs. 8 Einige Namen wurden geändert.

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