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Jehovas Zeugen

Deutsch

Erwachet!  |  Nr. 1 2016

 TITELTHEMA

Lebensfreude: Die Kraft der Einstellung

Lebensfreude: Die Kraft der Einstellung

Wovon hängt das Glück ab?

  • persönliche Umstände

  • genetische Veranlagung

  • die innere Einstellung

OFT wird gedacht, die Umstände seien entscheidend. Man hört Sätze wie: „Ich könnte so glücklich sein . . .“

  • „. . . wenn ich nur mehr Geld hätte.“

  • „. . . wenn ich nur glücklich verheiratet wäre.“

  • „. . . wenn ich nur ein bisschen gesünder wäre.“

Tatsächlich aber hat die Lebenseinstellung oft eine größere Auswirkung auf das Glück als Gene oder Umwelt. Und das ist gut! Warum? Erbgut und Umstände können wir wenig oder gar nicht kontrollieren — unsere Einstellung schon!

„GUT FÜR DIE GESUNDHEIT“

In der Bibel findet man das Sprichwort: „Fröhlichkeit ist gut für die Gesundheit, Mutlosigkeit raubt einem die letzte Kraft“ (Sprüche 17:22, Gute Nachricht Bibel). Mit anderen Worten: Vieles ist eine Frage der Einstellung! Sie wirkt sich darauf aus, ob wir unsere Ziele erreichen oder aufgeben, ob in einer schweren Situation unsere beste Seite zum Vorschein kommt oder unsere schlimmste.

Nicht jeder würde das so unterschreiben. Die Gegenargumente:

  • „Warum soll ich anderen was vorspielen, wenn es mir nun mal schlecht geht?“

  • „Wie positiv ich auch denke — an meiner Lage ändert sich ja trotzdem nichts“

  • „Ich bin lieber Realist als Traumtänzer“

Das mag im ersten Moment vernünftig klingen. Aber sich eine positive Sichtweise anzugewöhnen hat trotzdem seine Vorteile. Das wird deutlich, wenn wir einmal zwei Situationen aus dem Alltag durchspielen.

 Alex und Brian arbeiten beide sehr engagiert beim gleichen Arbeitgeber an unterschiedlichen Projekten. Der Abteilungsleiter hat ihre Arbeit geprüft und sie auf einige entscheidende Fehler hingewiesen . . .

  • Alex: „Ich hab mich so angestrengt und so viel Zeit investiert! Und trotzdem hat es nicht gereicht. Ich werde das nie schaffen. Egal wie sehr ich mich bemühe, ich bin einfach nicht gut genug. Wozu soll ich es überhaupt noch versuchen?“

  • Brian: „Der Chef hat einiges an meiner Arbeit gelobt. Aber ich hab auch ein paar gravierende Fehler gemacht. Dadurch hab ich fürs nächste Mal echt etwas dazugelernt. Bestimmt klappt es dann besser.“

IM CHECK

  • Wer ist in sechs Monaten wohl der qualifiziertere Arbeitnehmer — Alex oder Brian?

  • Wenn ich Arbeitgeber wäre, welchen der beiden würde ich gerne einstellen bzw. auf meiner Gehaltsliste halten?

  • Gehe ich mit Enttäuschungen eher so um wie Alex oder so wie Brian?

Andrea und Brittney überfällt beide manchmal die Einsamkeit. Die beiden gehen damit sehr unterschiedlich um . . .

  • Andreas Gedanken drehen sich hauptsächlich um sie selbst. Für andere will sie nicht aktiv werden, wenn die nicht den ersten Schritt machen. Ihr Argument: „Warum soll ich meine Zeit für Leute verschwenden, von denen nichts zurückkommt?“

  • Brittney ist es wichtig, zu anderen Menschen nett zu sein und ihnen Gutes zu tun — ob sie nun das Gefühl hat, dass diese Menschen dafür dankbar sind oder nicht. Sie lebt nach der goldenen Regel: Andere so behandeln, wie man selbst gerne behandelt werden will (Lukas 6:31). Wenn Brittney etwas Gutes tut, ist ihr das gute Gefühl dabei Lohn genug.

IM CHECK

  • Mit wem wäre ich lieber befreundet — mit Andrea oder mit Brittney?

  • Welche der beiden ist mit ihren sozialen Kontakten wohl glücklicher?

  • Wenn mich die Einsamkeit überfällt, bin ich dann eher so wie Andrea oder so wie Brittney?

Fast jeder kennt Charaktere wie Brian und Brittney. Vielleicht findet man sich sogar selbst in ihnen wieder. Dann weiß man aus eigener Erfahrung: Vieles im Leben ist eine Einstellungssache. Was kann man aber tun, wenn man eher Alex oder Andrea ähnelt? Die Bibel kann helfen, eine positivere Sicht auf das Leben mit seinen verschiedenen Schwierigkeiten zu erlernen. Es folgen drei Tipps aus der Bibel.

 1 KEINE CHANCE DEM PESSIMISMUS

WAS DIE BIBEL SAGT: „Bist du mutlos am Tag der Not, wird deine Kraft versagen“ (Sprüche 24:10, Zürcher Bibel, 2007).

WAS DAS BEDEUTET: Eine pessimistische Grundhaltung raubt einem die Kraft, die man dringend bräuchte, um eine schwierige Situation zu ändern oder zu meistern.

BEISPIEL AUS DER PRAXIS: Juliza hatte alles andere als eine glückliche Kindheit. Ihr Vater war Alkoholiker und sie waren arm. Ständig zogen sie um. Wenn sie über ihr Leben und ihre Zukunft nachdachte, sah Juliza nur schwarz. Doch dann änderte sich etwas. „Noch bevor meine Eltern ihre Probleme in den Griff bekamen“, erzählt sie, „gewann ich eine neue Perspektive im Leben — durch die Bibel. Auch heute noch sind es Worte aus der Bibel, die mich davor bewahren, in einen Strudel negativer Gedanken gezogen zu werden. Wenn heute Personen um mich herum Eigenarten zeigen, auf die ich allergisch bin, versuche ich zu verstehen, warum sie sich so verhalten.“

Wie Juliza merkte, bietet die Bibel sinnvolle Orientierungshilfen, um auch mit schwierigen Umständen zurechtzukommen. In Epheser 4:23 wird zum Beispiel davon gesprochen, dass unsere Grundhaltung eine ständige Überarbeitung braucht.

Diese Aussage zeigt, dass wir gedanklich nicht auf festgefahrenen Gleisen bleiben müssen. Unsere Denkweise kann neu ausgerichtet werden. Natürlich geht so etwas nicht von heute auf morgen. Deshalb lässt die Bibel erkennen, dass unsere Haltung ständig überarbeitet werden muss.

2 DAS POSITIVE SEHEN

WAS DIE BIBEL SAGT: „Wer alles schwer nimmt, hat nie einen guten Tag. Wer guten Mutes ist, hat immer Festtag“ (Sprüche 15:15, Bruns).

WAS DAS BEDEUTET: Mit einer negativen Grundhaltung kann man sich jeden Tag verderben. Doch wer das Positive sieht, findet auch Gründe, sich zu freuen. Die Wahl liegt bei uns.

BEISPIEL AUS DER PRAXIS: Yanko wurde in mehreren Operationen ein Gehirntumor entfernt. Danach war seine Sprech- und Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Er hatte das Gefühl, jetzt keines seiner Ziele mehr erreichen zu können. Über Jahre hinweg war Yanko verzweifelt. Doch das änderte sich. Wie kam es dazu? Er erklärt: „Ich konzentriere mich jetzt nicht mehr auf meine Einschränkungen. Stattdessen hab ich gelernt, meine Gedanken mit positiven Dingen beschäftigt zu halten.“

Das tut Yanko zum Beispiel, indem er bestimmte Passagen aus der Bibel liest. „Dadurch bleibe ich positiv“, erzählt er. „Ich habe nicht alle meine Ziele über Bord geworfen, aber konzentrieren tu ich mich auf das, was ich im Moment erreichen kann. Und wenn sich doch mal mürbemachende Gedanken einschleichen, denke ich über die vielen Gründe nach, die ich habe, glücklich zu sein.“

Was Yanko macht, kann eigentlich jeder: Pessimistische Gedanken anpacken und durch positive ersetzen. Wer mit problematischen Lebensbedingungen kämpft — vielleicht so wie Yanko eine schlechte Gesundheit hat — kann sich fragen: „Ist die Lage wirklich hoffnungslos? Befinde ich mich in einer Sackgasse oder stehe ich lediglich vor einer roten Ampel?“ Man kann lernen, negative Gedanken zu verscheuchen, indem man sich auf die Dinge konzentriert, die einem guttun.

 3 FÜR ANDERE DA SEIN

WAS DIE BIBEL SAGT: „Geben bedeutet größeres Glück als Nehmen!“ (Apostelgeschichte 20:35, Das Buch).

WAS DAS BEDEUTET: Selbstloses Geben macht zufrieden und glücklich. Woran liegt das? Wir sind so gemacht, dass es für uns mehr gibt als nur unsere eigenen Bedürfnisse (Philipper 2:3, 4; 1. Johannes 4:11). Die Freude zu spüren, die Geben bringt, ist eine echte Hilfe — gerade wenn man mit negativen Lebensbedingungen zu tun hat.

BEISPIEL AUS DER PRAXIS: Josué leidet an einem sogenannten offenen Rücken, einer schweren Fehlbildung der Wirbelsäule. Er wird oft von Schmerzen geplagt. Doch Josué hilft gerne anderen und das gibt seinem Leben Inhalt. „Wenn es darum geht, anderen in ihrem Alltag zu helfen, will ich nicht sagen: ,Das kann ich nicht‘ “, sagt Josué. „Lieber lass ich mir was einfallen. Dann finde ich auch Möglichkeiten zum Gutestun. Und das bringt so viel Glück in mein Leben.“

DAS KANN MAN SELBST TUN

Nach Möglichkeiten suchen, selbstlos zu sein. Kann ich vielleicht dem kranken Nachbarn etwas zu essen machen? Oder dieser älteren Dame bei Arbeiten am Haus helfen?

Die eigene Einstellung kann man pflegen wie einen Garten. Die negativ-pessimistischen Giftpflanzen darf man nicht wuchern lassen, sondern sie gehören ausgerissen. Es gilt, realistisch-positive Gedanken zu säen. Und wenn man Dinge tut, die positive Gefühle auslösen, wirkt das wie Dünger. Dann kann man aus seinem Garten der Gefühlswelt eine Ernte einfahren, die die Lebensqualität spürbar verbessert — und an sich selbst erleben, wie viel Kraft die eigene Einstellung hat!

Manch einer schafft es, aus Gesundheitsgründen gewisse Lebensmittel von seinem Speiseplan zu streichen — das gleiche kann man mit negativen Gedanken tun

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