JOHANNES 11:17-37

  • ALS JESUS ANKOMMT, IST LAZARUS SCHON TOT

  • JESUS BEZEICHNET SICH ALS „DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN“

Jesus ist von Peräa gekommen und erreicht nun den Dorfrand von Bethanien, das knapp drei Kilometer östlich von Jerusalem liegt. Maria und Martha trauern um ihren Bruder Lazarus, und viele sind gekommen, um sie zu trösten.

Martha erfährt, dass Jesus auf dem Weg zu ihnen ist, und läuft ihm sofort entgegen. Sie sagt: „Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben“, und spricht damit aus, was sie und ihre Schwester in den letzten vier Tagen wahrscheinlich immer wieder gedacht haben. Doch sie ist nicht völlig ohne Hoffnung, denn sie erklärt: „Ich glaube selbst jetzt, dass Gott dir alles geben wird, worum du ihn bittest“ (Johannes 11:21, 22). Martha ahnt wohl, dass Jesus ihrem Bruder immer noch helfen kann.

Jesus sichert ihr zu: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Martha denkt, er spreche von der zukünftigen Auferstehung auf der Erde — von der Hoffnung, die Abraham und andere hegten. Und sie zeigt, dass sie fest daran glaubt, denn sie erklärt: „Ich weiß, dass er auferstehen wird — in der Auferstehung am letzten Tag“ (Johannes 11:23, 24).

Aber kann Jesus auch jetzt gleich etwas für Lazarus tun? Er erinnert Martha daran, dass er von Gott die Macht über den Tod bekommen hat: „Wer an mich glaubt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird überhaupt nie sterben“ (Johannes 11:25, 26).

Damit deutet Jesus nicht an, seine Jünger würden nie sterben; wie er sagte, muss sogar er sterben (Matthäus 16:21; 17:22, 23). Vielmehr will er verdeutlichen, dass der Glaube an ihn zu ewigem Leben führen kann. Viele werden das ewige Leben durch die Auferstehung geschenkt bekommen. Doch einige Treue, die am Ende des jetzigen Weltsystems leben, werden überhaupt nie sterben. In jedem Fall kann jeder, der an Jesus glaubt, sicher sein, dass er nicht für immer tot sein wird.

Aber was ist nun mit Lazarus, der schon seit einigen Tagen tot ist? Jesus hat vorher zu Martha gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, und jetzt fragt er sie: „Glaubst du das?“ „Ja, Herr“, antwortet sie. „Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ Fest davon überzeugt, dass Jesus noch am selben Tag etwas unternehmen kann, eilt sie zu ihrer Schwester und sagt unauffällig: „Der Lehrer ist da und lässt dich rufen“ (Johannes 11:25-28). Da läuft Maria sofort los, gefolgt von anderen, die denken, sie würde zum Grab gehen.

Doch Maria geht zu Jesus, fällt ihm weinend zu Füßen und wiederholt, was vorher schon ihre Schwester zu ihm gesagt hat: „Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Maria und die anderen weinen zu sehen wühlt Jesus so auf, dass er seufzt und ebenfalls in Tränen ausbricht. Davon sind die Umstehenden sehr berührt. Aber einige meinen: „Hätte dieser Mann, der die Augen des Blinden geöffnet hat, nicht den Tod von Lazarus verhindern können?“ (Johannes 11:32, 37).