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Jehovas Zeugen

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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2016

Brasilien: Valdira studiert bei Kerzenschein über Handy die Bibel

 PREDIGEN UND LEHREN RUND UM DEN GLOBUS

Amerikanischer Kontinent

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Bibelstudium bei Kerzenschein

Ein Sonderpionierehepaar, das in einem entlegenen Gebiet in Brasilien tätig ist, hörte von Valdira. Diese Frau hatte schon vor 13 Jahren die Bibel studiert. Auf der Suche nach Valdira mussten die Pioniere eine staubige, schmutzige Straße mit gefährlichen Flussüberquerungen zurücklegen. Valdira konnte es kaum erwarten, wieder die Bibel zu studieren.  Da sie so abgelegen wohnte, mussten sie sich etwas einfallen lassen. Sie hatte zwar ein Handy, aber der einzige Ort, an dem sie guten Empfang hatte, war eine Lichtung, die ein ganzes Stück von ihrem Zuhause entfernt war. Außerdem hatte sie immer erst ab 21 Uhr Zeit für das Studium. Was für ein Bild: Eine junge Frau sitzt nachts allein auf einer Lichtung und studiert bei Kerzenschein über Handy die Bibel.

Sonntags hört sie sich die Zusammenkunft über ihr Handy an. Dazu nimmt sie ihre Bibel, ihren Wachtturm und ihr Liederbuch mit. Und wenn es regnet, hat sie auch noch einen Regenschirm dabei.

Im März machte sich Valdira zum Königreichssaal auf, der etwa 100 km entfernt lag. Es war eine besondere Zusammenkunft: Die revidierte portugiesische Neue-Welt-Übersetzung wurde herausgegeben. Sie freute sich, auch eine neue Bibel zu bekommen. Als man sie lobte, welche Anstrengungen sie für das Studium auf sich nahm, wehrte sie ab: „Ach, das ist doch nicht der Rede wert.“

„Ich wusste, eines Tages würden sie kommen“

Die Yukpa sind ein Indianervolk, das in Kolumbien lebt. Als Frank, ein Sonderpionier, diese Siedlungen besuchen wollte, warnte man ihn vor dem Häuptling, John Jairo. Dieser hatte schon mehrere evangelikale Gruppen verjagt, die dort predigen wollten. Als John einmal dahinterkam, dass einer ihrer Geistlichen den Zehnten einsammelte, vertrieb er ihn mit Schüssen in die Luft.

Kolumbien: Frank, ein Sonderpionier, studiert mit einigen Yukpa die Bibel

Frank erinnert sich: „Die erste Person, mit der wir im Dorf sprachen, war ausgerechnet eine Tochter von John Jairo. Nachdem wir ihr das Buch Was lehrt die Bibel wirklich? gezeigt hatten, sagte sie gleich: ‚Das ist die Religion,  zu der ich gehören möchte.‘ Dann rannte sie davon, um ihren Vater über unseren Besuch zu informieren. Wir sollten sofort zu ihm kommen und gingen nervös hin. Noch bevor wir etwas sagen konnten, ergriff er das Wort: ‚Ich weiß, dass Sie die wahre Religion haben. Vor acht Jahren fand ich auf einer Müllhalde in Becerril das gleiche Buch, das Sie gerade meiner Tochter gegeben haben. Ich habe es gelesen und warte seitdem auf Jehovas Zeugen. Ich wusste, eines Tages würden sie kommen. Ich möchte, dass Sie mir, meiner Familie und dem Dorf die Bibel erklären. Sie sind bei uns immer willkommen.‘

Bei diesen Worten kamen uns die Tränen. Das ganze Dorf kam zusammen und hörte uns zu, als wir predigten.  John Jairo übersetzte alles, was wir sagten. Als wir das Dorf wieder verließen, lieh er uns einen kleinen Esel für unser Gepäck. In den Siedlungen der Yukpa führen wir jetzt 47 Bibelstudien mit 120 Personen durch, unter anderem auch mit John Jairo und seiner Tochter.“

Ein Gegner schlägt einen neuen Kurs ein

José, ein ehemaliger strenggläubiger Katholik, lebt in Ecuador. Er schreibt: „Ich hasste Jehovas Zeugen aufs Tiefste. 10 Jahre lang verfolgte ich sie. Ich organisierte Mobs, misshandelte die Zeugen körperlich und beschuldigte sie des Diebstahls. Auf der Polizeiwache ließ ich es mir nicht nehmen, sie selbst hinter Schloss und Riegel zu bringen. Einmal zertrümmerten wir das Auto  eines Zeugen, ein andermal stießen wir ein Motorrad eine Schlucht hinunter.

2010 infizierte ich mich mit dem Schweinegrippe-Virus. Mein Arzt empfahl mir ein milderes Klima. Also verließ ich mein Zuhause hoch oben in den Anden und zog an die Küste, wo ein Verwandter eine kleine Farm hatte. Ich konnte dort unterkommen, musste mich aber am Ende um alles selbst kümmern. Da ich die ganze Zeit allein war, brauchte ich dringend jemand zum Reden. Und wer kam? Jehovas Zeugen! Weil ich so einsam war, unterhielt ich mich mit ihnen und war überrascht, wie gut sie sich in der Bibel auskannten. Aus reiner Neugier fing ich ein Bibelstudium an. Nach sechs Monaten besuchte ich meine erste Zusammenkunft. Mich beeindruckte das liebevolle Interesse und ich fragte mich, ob das vielleicht doch die wahren Diener Gottes sind. Ich machte Fortschritte und ließ mich im April 2014 taufen.

Mich plagten Gewissensbisse, weil ich den Zeugen so zugesetzt hatte. Aber Jehova gab mir die Gelegenheit, ein bisschen was wiedergutzumachen. Auf einem Kreiskongress am 4. Oktober 2014 sollte ich bei einem Interview etwas über meine Vergangenheit als Gegner erzählen. Ich wurde gefragt: ‚Bei wem würdest du dich gerne entschuldigen, wenn du dazu die Gelegenheit hättest?‘ Ich sagte: ,Da kommt mir sofort Edmundo in den Sinn. Aber ich weiß nicht, wo ich ihn finden kann.‘ Doch der Kreisaufseher hatte ihn schon ohne mein Wissen hinter die Bühne geholt. Die Zuhörer waren zu Tränen gerührt, als Edmundo und ich uns auf der Bühne umarmten und zusammen weinten.“

„Jehova, schick mir doch deine Zeugen“

Paraguay: Eine Frau fragt die Schwestern, ob sie Zeugen Jehovas sind

In Asunción, Paraguay, hatte eine Gruppe von Schwestern in der prallen Mittagssonne gerade ihr zugeteiltes  Predigtdienstgebiet fertig bearbeitet. Trotzdem entschieden sie sich, noch ein bisschen weiterzumachen und ein paar nahe gelegene Häuser zu besuchen. Eine aus der Gruppe sagte: „Vielleicht betet ja gerade jemand.“ Vor einem Haus wurden die Schwestern von einer jungen Frau freundlich begrüßt, die sie fragte, ob sie Zeugen Jehovas sind. Die Frau war einen Monat zuvor wegen ihrer Arbeit von Bolivien nach Paraguay gezogen und hatte bereits in Bolivien die Bibel studiert. Da ihr kein Nachbar sagen konnte, wo sie Jehovas Zeugen finden könnte, betete sie: „Jehova, schick mir doch deine Zeugen.“ Genau an diesem Tag kamen die Schwestern und das Studium lief weiter.