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Jehovas Zeugen

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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2015

 PREDIGEN UND LEHREN RUND UM DEN GLOBUS

Europa

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Eine Schulklasse im Königreichssaal

Finnland: Viertklässler im Königreichssaal

Ines ist eine Viertklässlerin und lebt in Finnland. Als sie mitbekam, dass ihre Klasse im Religionsunterricht über Jehovas Zeugen sprechen würde, beschloss sie, die Klasse einzuladen, sich doch einmal den Königreichssaal anzuschauen. Die Schüler und die Lehrerin fanden die Idee gut.

In der nächsten Woche fuhren 38 Schüler mit ihrem Fahrrad die  etwa 5 Kilometer zum Königreichssaal. Zwei Lehrerinnen und der Schulleiter kamen ebenfalls. Am Königreichssaal wurden sie schon von zwei Brüdern und drei Schwestern erwartet. Während alle eine kleine Stärkung bekamen, stellten die Schüler Fragen über den Saal und die Zeugen. Sie wollten wissen: „Was macht ihr hier, wenn ihr euch trefft? Wofür ist der Raum da drüben?“ Sie zeigten auf die Bibliothek. „Warum steht ‚6 geteilt durch 10‘ an der Wand?“ Sie meinten den Jahrestext aus Matthäus 6:10.

Weil sich die Schule gerade an einem Projekt gegen Mobbing an der Schule beteiligte, zeigten die Brüder der Klasse die Whiteboard-Animation Stopp den Mobber, ohne selbst zu mobben! auf jw.org. Sie machten sie auch auf andere Bereiche unserer Website aufmerksam und spielten ihnen ein Königreichslied vor. Die Klasse blieb ungefähr eine Stunde.

Der Besuch hatte den Schulleiter, die Lehrerinnen und die Kinder begeistert. Der Schulleiter interessierte sich für die Inhalte auf unserer Website, da er der Meinung war, sie würden sich gut für den Religionsunterricht eignen. Es freute ihn zu hören, dass auch andere Schüler den Königreichssaal besuchen können. Die Lehrerin einer anderen Klasse setzte sich gleich am nächsten Tag mit den Zeugen in Verbindung und sagte, dass auch sie gern mit ihren Schülern den Saal anschauen würde.

Ein Schatz auf einer Mülldeponie

Cristina lebt in Rumänien; sie besuchte nie eine Schule und konnte weder lesen noch schreiben. Sie war sehr arm und sammelte auf der Mülldeponie der Stadt Dosen und Plastikflaschen, um ein bisschen Geld zum Leben zu haben. Als sie wieder einmal am Sammeln war, entdeckte sie etwas — biblische Literatur mit wunderschönen Bildern von glücklichen Menschen. Sie sagte sich:  „Irgendwo auf der Welt muss es solche Menschen geben.“ Cristina war neugierig, was in den Publikationen stand, und bat deshalb jemand, ihr daraus vorzulesen. Sie merkte gleich, dass es sich um religiöse Themen handelte. Es machte sie ganz traurig, wie Leute Informationen über Gottes Wort in den Müll werfen konnten. Sie ging weiter zur Deponie und sammelte Broschüren,  Traktate und Zeitschriften. Einiges war vollständig, anderes in Stücke gerissen. Weil sie gern mehr aus den Publikationen erfahren wollte, lernte sie lesen.

Später wurde sie von Zeugen Jehovas angesprochen und es konnte ein Bibelstudium begonnen werden. Cristina machte es sehr glücklich, dass Jehova sie durch Publikationen zu sich gezogen hatte, auch wenn andere keine Wertschätzung dafür hatten. Sie besucht die Zusammenkünfte und ist fasziniert, was sie dort lernt. Am meisten freut sie sich darüber, dass sie jetzt neue Zeitschriften, Bücher und Broschüren in den Händen halten darf. Sie muss nicht mehr im Müll danach suchen. Tatsächlich: Cristina hat auf der Mülldeponie einen Schatz gefunden!

Ein etwas anderes Bibelstudium

Deutschland: Margret beim Waldbibelstudium

In Deutschland geht Margret jeden Morgen mit ihrem Hund im Wald spazieren. Sie sagt: „Ich versuche mit Spaziergängern ins Gespräch zu kommen. Wirken sie relaxt, lenke ich das Thema auf die Bibel.“

Eines Tages begegnete sie einer Frau in den Siebzigern, die ebenfalls mit ihrem Hund unterwegs war. Die Frau war zu einer Unterhaltung bereit und erzählte Margret, dass sie betet und jeden Tag in der Bibel liest. Von da an trafen sie sich täglich und sprachen über die Bibel. Einmal fragte die Frau Margret: „Warum kennen Sie sich so gut in der Bibel aus?“ Margret erklärte, dass sie eine Zeugin Jehovas ist.

Margret bot der Frau mehrere Male ein Heimbibelstudium an. Das lehnte sie zwar ab, aber die Gespräche gingen weiter. Einige Monate später machte Margret ihr  wieder das Angebot. Diesmal vertraute die Frau ihr an, dass sie Angst davor hat, weil ihr Lebensgefährte Zeugen Jehovas nicht leiden kann.

Zum nächsten Spaziergang im Wald nahm Margret eine Bibel und das Bibel-lehrt-Buch mit. Als sie die Frau sah, sagte sie ganz mutig: „Heute biete ich Ihnen kein Heimbibelstudium an, sondern ein Waldbibelstudium.“ Mit Tränen in den Augen stimmte sie sofort zu. Sechsmal in der Woche kommt sie zu ihrem Waldbibelstudium. Abhängig von Jahreszeit und Wetter findet das Studium manchmal unter einem Regenschirm oder im Schein einer Taschenlampe statt.

Kopfschütteln falsch gedeutet

Delphine ist eine Schwester, die mit Irina in Bulgarien die Bibel studiert. Irina gefiel, was sie lernte, und sie besuchte regelmäßig die Zusammenkünfte. Ihr Mann wollte aber, dass sie keinerlei Kontakt mit den Zeugen hatte. Er zog mit seiner Familie in ein kleines Dorf nach Schweden, wodurch Irina die Verbindung zu Delphine verlor. Zwei Pionierschwestern, Alexandra und Rebecca, fanden sie jedoch im Predigtdienst. Da sie kein Wort Schwedisch sprach, benutzten die Schwestern die kleine Broschüre Eine gute Botschaft für Menschen aller Nationen und ließen Irina die Information in Bulgarisch lesen. Danach fragten sie Irina mithilfe der Broschüre, ob sie Literatur in ihrer Sprache haben möchte. Irina schüttelte heftig den Kopf von links nach rechts. Die Schwestern nahmen an, sie sei nicht interessiert, und verabschiedeten sich.

Dann fiel Alexandra ein, dass einige Wochen später Linda zu Besuch kommen würde, eine schwedische Schwester, die in Bulgarien tätig ist. Alexandra dachte, Irina würde vielleicht anders reagieren, wenn sie die Wahrheit in ihrer Muttersprache hören könnte. Als Linda  da war, ging Alexandra mit ihr zu Irina. Irina erzählte Linda, dass sie jeden Abend zu Jehova gebetet hat, er möge ihr doch helfen, ihr Bibelstudium fortzusetzen. Sie hatte oft ihr bulgarisches Bibel-lehrt-Buch dabei, damit sie es zeigen konnte, falls sie Zeugen Jehovas auf der Strasse treffen würde. Aber sie sah nie welche. Man kann sich vorstellen, wie glücklich Irina war, mehr Literatur in Bulgarisch zu bekommen!

Linda fragte Alexandra, warum sie nach dem ersten Besuch bei Irina dachte, sie sei nicht interessiert. Alexandra sagte, dass Irina vehement den Kopf geschüttelt hatte. Linda musste schmunzeln und erklärte, Bulgaren würden den Kopf hoch und runter schütteln, wenn sie nicht einverstanden sind, und seitlich, wenn sie zustimmen. Wie geht es nun mit Irina weiter? Bis sie genug Schwedisch versteht, studiert sie die Bibel in Bulgarisch. Dafür hat man den Kontakt zu Delphine wiederhergestellt, mit der sie jetzt über Videotelefonie studiert.

Was ein gutes Beispiel bewirken kann

Jemima aus Spanien wurde von klein auf in der Wahrheit erzogen. Doch als sie sieben war, wurde ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt. Ihre Mutter wollte keine Zeugin Jehovas mehr sein und ließ sich von Jemimas Vater scheiden. Mit dreizehn brach Jemima den Kontakt zu den Zeugen ab und ließ sich von ihrem Vater in Glaubensfragen nicht mehr helfen.

Als sie älter wurde, schloss sie sich sozialen und politischen Bewegungen an und wollte dem kleinen Mann zu seinem „Recht“ verhelfen. Später wurde sie arbeitslos und bekam von ihrem Vater, Domingo, das Angebot, zusammen mit ihm Malerarbeiten durchzuführen.

Eines Tages fragte er sie bei der Arbeit, ob sie mit ihm die Bibel studieren wolle. Jemima lehnte dankend ab,  sagte aber, sie würde es ihn wissen lassen, wenn sie je daran interessiert wäre. Domingo hörte sich beim Malern Audioaufnahmen von der Bibel und den Zeitschriften an, während seine Tochter lieber Popmusik über Kopfhörer hörte.

Im November 2012 erhielt Domingo, inzwischen wieder verheiratet, eine Einladung zur Bibelschule für Ehepaare. Jemima war beeindruckt: Ihr Vater war bereit, für zwei Monate eine Bibelschule zu besuchen und alles aufzugeben, um dort zu dienen, wo man ihn hinschicken würde. Zum ersten Mal wurde Jemima bewusst, wie tief die Wahrheit im Herzen ihres Vaters verwurzelt war, und sie wollte wissen, warum.

Jemima hörte sich jetzt nicht mehr ihre Popmusik an, sondern die Aufnahmen ihres Vaters. Sie fing an, Fragen zu stellen. Als Domingo gerade wieder mit dem Pinsel auf der Leiter stand, meinte seine Tochter: „Weißt du noch, dass ich dir sagen wollte, wenn ich die Bibel studieren möchte? Jetzt ist es so weit.“

Domingo war überglücklich. Ab Januar 2013 studierten sie zweimal in der Woche. Die Bibelschule begann im April und das Studium lief über Videotelefonie weiter. Jemima kam zur Abschlussfeier und war vom Programm begeistert. Am 14. Dezember 2013 ließ sie sich taufen.

Sie sagt: „Jehova ist sehr geduldig mit mir gewesen und hat mich nie aufgegeben. Er hat mir etwas geschenkt, was ich in der Welt nie gefunden habe — echte Freunde. Die weltweite Bruderschaft gab den Anstoß dafür, dass ich Jehovas große Liebe noch mehr schätze.“

Respekt zahlt sich aus

Vasilii gehört schon lange zur Bethelfamilie in Russland. Am 30. März 2014 war er in der Nähe des Bethels  mit einem Trolley unterwegs und gab Zeugnis. Plötzlich hielt ein Polizeiauto. Ein Polizist stieg aus und bat Vasilii freundlich, seine Tätigkeit einzustellen, da sich einige Nachbarn beschwert hätten. Sein Kollege nahm das Gespräch auf Video auf. Mittlerweile waren ziemlich viele Passanten stehen geblieben, um zu sehen, was da los war. Vasilii kam zu dem Schluss, dass es jetzt das Beste war, der Polizei Folge zu leisten und nicht auf sein Recht zu pochen. Er ging weg. Zwei Tage später bat er jedoch um ein Treffen mit dem Polizeichef, und die Bitte wurde ihm gewährt. In dem Gespräch bedankte sich Vasilii für den wertvollen Dienst, den die Polizei für die Allgemeinheit leistet, sowie für das freundliche Verhalten zwei Tage zuvor. Der Polizeichef wandte sich an seinen Stellvertreter und sagte: „In meinen 32 Jahren bei der Polizei hat sich noch nie jemand für unsere Arbeit bedankt.“ Im Verlauf des Gesprächs konnte dem Polizeichef erklärt werden, dass unser öffentliches Zeugnisgeben völlig legal ist. Vasilii wurde gefragt, warum er sich nicht gegen die Polizei gewehrt habe, wenn er doch wusste, dass er im Recht ist. Darauf Vasilii: „Ich respektiere die Polizei. Stellen Sie sich nur vor, wie es auf all die Schaulustigen gewirkt hätte, wenn ich Ihren Kollegen vorgeworfen hätte, dass sie das Gesetz nicht kennen.“ Die beiden Herren von der Polizei waren sehr angetan und versicherten Vasilii, man würde ihm nie wieder Steine in den Weg legen, wenn er mit seinem Trolley unterwegs ist.