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Jehovas Zeugen

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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2015

 DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Mehr Prediger benötigt

Mehr Prediger benötigt

Die gute Botschaft erreicht abgelegene Gegenden

Mit der Zeit trafen immer mehr Missionare ein. Zu ihnen gehörten Pete Paschal sowie Amos und Barbara Parker. Aus Bolivien kamen Richard und Belva Stoddard und aus Kolumbien Jesse und Lynn Cantwell. Durch die Missionare bekam die Predigttätigkeit noch zusätzliche Dynamik. Bis 1973 hatte man schon viel getan, um der Bevölkerung in den kleineren und größeren Städten die biblische Botschaft näherzubringen. Doch in die abgelegenen Gebiete war man noch nicht vorgedrungen. Also traf man Vorbereitungen, um auch die ländliche Bevölkerung zu erreichen. Es wurden Freiwillige gesucht, die sich zwei Monate zur Verfügung stellen könnten; 19 Pioniere meldeten sich. Zwischen Dezember 1973 und Januar 1977 wurden weitere Gruppen von Pionieren dahin geschickt, wo bisher nur wenig oder gar nicht gepredigt worden war.

Wir tauschten biblische Literatur gegen Hühner, Eier und Obst ein

Ein Pionier, der sich an dieser besonderen Tätigkeit beteiligte, erinnert sich: „Nachdem wir einen Tag lang nur von Haus zu Haus gepredigt und bei den Menschen Literatur zurückgelassen hatten, machten wir am nächsten Tag bei denen Rückbesuche, die Interesse gezeigt hatten. Da die Leute auf dem Land nur wenig Geld hatten, tauschten wir biblische Literatur gegen Hühner, Eier und Obst ein. Jehova sei Dank, dass wir niemals hungern mussten.“ Vielen Leuten wurde zum ersten Mal in ihrem Leben etwas aus der Bibel vorgelesen. Geistliche hatten einigen von ihnen erzählt, dass Jehova  der Teufel ist. Daher waren sie sehr überrascht, Bibeltexte wie Psalm 83:18 zu lesen: „Du, dessen Name Jehova ist, du allein, [bist] der Höchste . . . über die ganze Erde.“ In einigen Gegenden war das Interesse so groß, dass öffentliche Zusammenkünfte organisiert werden konnten.

Noch mehr Missionare und ein neues Zweigbüro

Im September 1979 reiste das Missionarehepaar Abigail und Georgina Pérez an. Sie wurden im Kreisdienst eingesetzt. Später, im Jahr 1987, kam weitere Unterstützung durch die Gileadabsolventen Tom und Shirley Dean. Was sich ebenfalls gut auf das Gebiet auswirkte, waren die vielen Sondervollzeitdiener, die aus Puerto Rico ins Land strömten. Außerdem wurden im August 1988 Reiner und Jeanne Thompson in die Dominikanische Republik geschickt, ihre fünfte Missionarzuteilung.

1989 gab es im Durchschnitt schon 11 081 Verkündiger und die 20 494 Bibelstudien ließen auf weiteres Wachstum schließen. Das brachte natürlich Herausforderungen mit sich. Beispielsweise war das vorhandene Zweigbüro viel zu klein geworden. Reiner Thompson erzählt: „Das Bethel platzte aus allen Nähten und wir benötigten weitere Unterkünfte. Außerdem suchten wir in verschiedenen Teilen der Stadt nach zusätzlichen Lagermöglichkeiten.

Es war schwierig, geeignetes Bauland für ein neues Zweigbüro zu finden. Als ein Geschäftsmann von unserer Grundstückssuche erfuhr, nahm er mit uns Verbindung auf. Er erklärte, er habe ein ganz besonderes Stück Land, das er verkaufen würde, aber nur an Jehovas Zeugen. Früher besaß er eine große Nähfabrik, und seine Sekretärin sowie andere Beschäftigte waren Zeugen  Jehovas. Ihre außergewöhnliche Ehrlichkeit und ihr respektvolles Verhalten hatten ihn all die Jahre sehr beeindruckt. Weil er so große Achtung vor Jehovas Zeugen hatte, bot er uns das Grundstück weit unter Wert an.“ Im Dezember 1988 wurde das Stück Land gekauft und später noch drei angrenzende Grundstücke. Insgesamt umfasst das Gelände des Bethels und des nebenan liegenden Kongresssaals nahezu 9 Hektar.

Bei dem Bau halfen Hunderte Freiwillige aus dem In- und Ausland mit. Zur Bestimmungsübergabe im November 1996 kamen Carey Barber, Theodore Jaracz und Gerrit Lösch von der leitenden Körperschaft und nahmen an den Feierlichkeiten sowie dem dazugehörenden Programm teil. Am nächsten Tag wurden in zwei der größten Stadien des Landes besondere Zusammenkünfte abgehalten. Über 10 000 Personen besichtigten die neuen Zweiggebäude.

„Komm herüber nach Mazedonien“

Die Geschichte von Jehovas Dienern in der Dominikanischen Republik wäre unvollständig, würde man nicht die vielen Zeugen erwähnen, die in dieses Land gezogen sind, weil sie dort dienen wollen, wo ein größerer Bedarf besteht. Angespornt durch die begeisternden Berichte über die vielen Bibelstudien in diesem Land, sind Ende der 80er-Jahre viele eingewandert und sozusagen der Einladung gefolgt: „Komm herüber nach Mazedonien“ (Apg. 16:9). Die Freude, die sie dort im Predigtdienst erlebten, sprang auf andere über, sodass das Land in den 90er-Jahren eine wahre Flut von Einwanderern erlebte.

Stevan und Miriam Norager aus Dänemark dienen zum Beispiel seit 2001 in der Dominikanischen Republik. Zuvor war Miriam zusammen mit ihrer Schwester schon anderthalb Jahre dort gewesen. Was veranlasste sie, später  mit ihrem Mann so weit weg in ein Land zu ziehen, das eine andere Kultur und Sprache hat? Miriam erklärt: „Wir kommen beide aus geistig starken Familien. Unsere Eltern waren früher im Sonderdienst, und nachdem sie uns großgezogen hatten, nahmen sie den allgemeinen Pionierdienst auf. Sie ermunterten uns immer, Jehova im Vollzeitdienst unser Bestes zu geben.“

Seit 2006 sind Stevan und Miriam im Sonderdienst und konnten schon viele mit der Wahrheit in Berührung bringen. Stevan berichtet: „Wir sind sehr gesegnet worden. Zwar haben wir auch Schwierigkeiten und gesundheitliche Probleme — aber das ist nichts im Vergleich zu den großartigen Erfahrungen, die wir machen durften. Außerdem erleben wir die Freude, aufrichtigen Personen zu helfen, Jehova kennen und lieben zu lernen. Wir haben viele Freunde gefunden, die für uns wie eine Familie  sind. Durch unseren Dienst sind wir demütiger und geduldiger geworden. Außerdem hat das einfache Leben unseren Glauben und unser Vertrauen in Jehova wirklich gestärkt.“

Jennifer Joy ist schon mehr als 20 Jahre im Land und unterstützt das Gebärdensprachgebiet

Jennifer Joy ist eine der vielen ledigen Schwestern, die zum Predigen in die Dominikanische Republik gezogen sind. Was gab den Anstoß dazu? Als sie 1992 ihre Tante Edith White besuchte, eine langjährige Missionarin, machte sie im Predigtdienst schöne Erfahrungen. Dabei lernte sie Schwestern kennen, die auch aus dem Ausland gekommen waren, um den großen Bedarf an Predigern zu decken. Jennifer sagt rückblickend: „Ich war schüchtern und nicht sehr selbstbewusst. Aber ich  dachte: ‚Wenn sie das schaffen, kann ich es vielleicht auch.‘ “

Zunächst wollte Jennifer nur ein Jahr bleiben, doch aus dem einen Jahr sind jetzt über 20 Jahre geworden. Sie konnte schon vielen ihrer Bibelschüler helfen, ein Diener Jehovas zu werden. Jennifer war begeistert dabei, die Tätigkeit im Gebärdensprachgebiet mit aufzubauen, und hat auch mitgeholfen, Sprachkurse vorzubereiten.

Jehova hat bis jetzt für mich gesorgt. Warum sollte ich daran zweifeln, dass er nicht auch das nächste Jahr für mich sorgen wird?

Von was lebt Jennifer? Sie erzählt: „Jedes Jahr gehe ich für einige Monate zurück nach Kanada, um Geld zu verdienen. Über die Jahre war ich in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. Dazu gehörte die Arbeit im Fotolabor, Fotografieren, Anstricharbeiten, die Reinigung von Büros, die Mitarbeit in der Scheinwerferproduktion sowie das Herstellen von Teppichen. Ich war Fremdenführerin, Englischlehrerin, Dolmetscherin und habe auch im Reisebüro gearbeitet.“ Jennifer vergleicht ihre Situation mit der der Israeliten in der Wildnis und sagt: „Sie lebten von jeder Äußerung des Mundes Jehovas. Er versprach, für sie zu sorgen, und genau das tat er. Sie hatten jeden Tag zu essen und ihre Kleider und Sandalen nutzten sich nicht ab (5. Mo. 8:3, 4; 29:5). Jehova hat versprochen, auch für uns zu sorgen (Mat. 6:33). Er hat bis jetzt für mich gesorgt. Warum sollte ich daran zweifeln, dass er nicht auch das nächste Jahr für mich sorgen wird?“

Fast 1 000 selbstlose Evangeliumsverkündiger sind aus den unterschiedlichsten Ländern gekommen: Japan, Österreich, Polen, Puerto Rico, Russland, Schweden, Spanien, Taiwan und den USA. Diese Verkündiger gehören  mehr als 30 verschiedenen Nationen an und unterstützen jetzt Versammlungen in folgenden Sprachen: Amerikanische Gebärdensprache (ASL), Chinesisch, Englisch, Haitianisch, Italienisch, Russisch und Spanisch. Sie haben die gleiche Einstellung wie der Apostel Petrus: „Siehe! Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“ (Mar. 10:28).