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Jehovas Zeugen

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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2015

 DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Erdbeben in Haiti

Erdbeben in Haiti

Der Startschuss für das chinesische Gebiet

Tin Wa Ng kam in der Dominikanischen Republik zur Welt und wuchs dort auf. Seine Eltern waren von China nach Santo Domingo ausgewandert. 2005 wurde Tin Wa Ng, der im Bethel diente, vom Zweigbüro zum Sonderpionier ernannt. Da er chinesisch sprach, sollte er den vielen Chinesen im Land predigen.

Am 1. Januar 2008 konnte in Santo Domingo eine chinesische Versammlung gegründet werden und 2011 eine Gruppe in Santiago. Die 70 Verkündiger, darunter 36 Pioniere und mehrere Hilfspioniere, führen jeden Monat durchschnittlich 76 Bibelstudien durch.

 Das englischsprachige Gebiet wird erschlossen

2007 beteiligten sich 27 466 Verkündiger in 376 Versammlungen am Predigtdienst und leiteten 49 795 Bibelstudien. Für die große englischsprachige Bevölkerungsgruppe gab es jedoch keine Versammlung. Deshalb schickte das Zweigbüro im April 2008 das Missionarehepaar Donald und Jayne Elwell nach Santo Domingo, um eine englische Gruppe aufzubauen. Einige Verkündiger zogen begeistert los, um die englischsprachigen Personen im Gebiet ausfindig zu machen und sie zu zählen. Dann teilten sie das Gebiet auf, damit sie es gründlich bearbeiten konnten.

Haben sich die Anstrengungen gelohnt? Die englische Gruppe in Santo Domingo wurde immer größer und im Juli 2009 konnte eine Versammlung mit 39 Verkündigern gegründet werden. In anderen Teilen des Landes ging man ähnlich vor, und bis November 2011 gab es sieben englische Versammlungen und eine Gruppe.

Eine taubblinde Frau bezieht Stellung für Jehova

Eine Sonderpionierin unterhält sich mit Lorys, indem sie ihr in die Hände buchstabiert

Lorys leidet an einer Hörsehbehinderung und wuchs als Waisenkind auf. Sie kam gehörlos zur Welt und mit 16 fing sie an zu erblinden. Bei Tageslicht kann sie noch etwas erkennen, aber sobald es dunkel wird, ist sie völlig blind. Kommunizieren kann sie dann nur noch durch Buchstabieren in die Hände.

Als sie 23 war, kam sie mit einem Sonderpionierehepaar in Kontakt. Damals lebte sie mit einem gehörlosen Mann und ihrer einjährigen hörenden Tochter zusammen. Lorys nahm die Einladung zu einer Zusammenkunft an und war von dem, was sie dort lernte, sehr bewegt.

 Sie war schnell bereit, Änderungen in ihrem Leben vorzunehmen. Als sie beispielsweise erfuhr, dass es nicht richtig ist, mit ihrem Freund einfach so zusammenzuleben, sprach sie mit ihm darüber, wie wichtig es ist, sich gesetzlich trauen zu lassen. Sie erklärte ihm, sie würde sich gern an die moralischen Grundsätze der Bibel halten und wäre zu keinen Kompromissen bereit. Von dieser Offenheit überrascht, heiratete er sie.

 Nach ihrer Heirat wurde Lorys eine Verkündigerin und kurz darauf ließ sie sich taufen. Mittlerweile konnte sie die Amerikanische Gebärdensprache (ASL) — die Brüder, die mit ihr die Bibel studierten, hatten sie dazu angeregt. Jetzt kann sie auch ihrer Tochter helfen, ASL zu lernen, und versucht ihr die Wahrheit näherzubringen.

Ein verheerendes Erdbeben trifft Haiti

Ein Tag, der den Dominikanern und Haitianern noch lang in Erinnerung bleiben wird, ist der 12. Januar 2010. An diesem Dienstag wurde Haiti von einem schrecklichen Erdbeben heimgesucht. Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas genehmigte sofort finanzielle Mittel für Hilfsgüter, die der dominikanische Zweig an die haitianischen Brüder schicken sollte.

 Da es sich um eine hohe Geldsumme handelte, stellte sich die Frage, wer sich als Kurier eignen würde. Man entschied sich für den 1,90 Meter großen und 127 Kilo schweren Bethelarzt Evan Batista.

Diese Entscheidung erwies sich als Geschenk des Himmels, denn an der Grenze erfuhr Bruder Batista, dass man dringend qualifizierte medizinische Hilfe benötigte. Viele schwerverletzte Erdbebenopfer wurden zur medizinischen Behandlung zum Kongresssaal gebracht, direkt neben dem haitianischen Bethel. Als die Brüder merkten, dass der Kurier der Bethelarzt war, riefen sie im dominikanischen Zweig an und fragten, ob Bruder Batista bleiben könnte. Natürlich war das möglich. Nur wenige Stunden nach dem Erdbeben kam eine große Hilfsaktion für unsere Glaubensbrüder in Haiti ins Rollen.

Nach dem Erdbeben in Haiti leisten die Brüder wertvolle Hilfe

Die Abteilung Einkauf im dominikanischen Bethel nahm sofort Verbindung mit ihren Lebensmittellieferanten auf und kaufte etwa 7 Tonnen Reis, Bohnen und andere Grundnahrungsmittel. Diese wurden am Donnerstag, den 14. Januar frühmorgens um 2.30 Uhr nach Haiti geschickt — offensichtlich war das die erste Hilfslieferung, die die Grenze erreichte. Noch am gleichen Tag fuhren drei Ärzte aus der Dominikanischen Republik zum haitianischen Bethel. Die Fahrt dauerte 7 Stunden. Es war schon spät am Abend, als sie eintrafen, aber anstatt ihre Unterkünfte aufzusuchen, gingen sie direkt zu den Verletzten und arbeiteten angestrengt bis in die Nacht hinein. Am nächsten Tag kamen vier weitere Ärzte und vier Krankenschwestern aus der Dominikanischen Republik. Chirurgische Eingriffe wurden unter sehr schwierigen Bedingungen durchgeführt. Dafür nutzte man einen provisorischen OP, der im Kongresssaal eingerichtet worden war.  In der folgenden Woche behandelten die 12 Helfer über 300 verletzte Personen.

Jeden Tag brachte man die Schwerstverletzten in verschiedene Krankenhäuser der Dominikanischen Republik. Zum schnellen Transport nutzte man manchmal die Fahrzeuge, die die Hilfsgüter nach Haiti transportiert hatten. Das Zweigbüro organisierte Krankenbesuchsgruppen, die den Verletzten Mut zusprechen und sich vergewissern sollten, ob sie Medikamente und alles Lebensnotwendige hatten. Umliegende Versammlungen stellten Essen und Unterkünfte für Familienmitglieder bereit, die ihre verletzten Angehörigen begleiteten.

Jehovas Zeugen verteilten mehr als 450 Tonnen gespendete Hilfsgüter, einschließlich 400 000 Mahlzeiten

Der unermüdliche und selbstlose Einsatz von Jehovas Dienern nach dieser Katastrophe wird treffend in Sprüche 17:17 beschrieben: „Ein wahrer Gefährte liebt allezeit und ist ein Bruder, der für die Zeit der Bedrängnis geboren ist.“ Jede Erfahrung für sich zeigt, wie Jehova durch seinen Geist und die Bruderschaft seinen treuen Dienern beigestanden hat, selbst angesichts des Todes. Über Monate hinweg wurden intensive Hilfsmaßnahmen geleistet. Jehovas Zeugen verteilten mehr als 450 Tonnen gespendete Hilfsgüter, einschließlich 400 000 Mahlzeiten. 78 Brüder und Schwestern mit medizinischen Fachkenntnissen kamen aus verschiedenen Teilen der Erde und setzten zusammen mit zahllosen  anderen Freiwilligen großzügig ihre Zeit und Fähigkeiten ein. *

^ Abs. 20 Ein ausführlicher Bericht ist im Erwachet! vom Dezember 2010, Seite 14 bis 19 zu finden.