Einstellung der Bedienungshilfe

Search

Sprache auswählen

Zurück zum Untermenü

Zum Inhaltsverzeichnis springen

Zurück zum Inhalt

Jehovas Zeugen

Deutsch

Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2015

 DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Ausharren mit Freiheit belohnt

Ausharren mit Freiheit belohnt

Größte Vorsicht beim Predigen

Rafael Pared dient heute mit seiner Frau Francia im Bethel. 1957 wurde er mit 18 Jahren ein Verkündiger. Er weiß noch, wie ihm Zivilpolizisten folgten, wenn er  predigen ging. Sie suchten nach einer Gelegenheit, ihn und seine Dienstpartner zu verhaften. Rafael erzählt: „Manchmal mussten wir durch die engen Hintergassen das Weite suchen und über Zäune springen, um der Polizei zu entkommen.“ Andrea Almánzar schildert, was sie sich einfallen ließen, um nicht festgenommen zu werden: „Im Dienst war größte Vorsicht geboten! Wir sprachen an einem Haus vor und ließen immer zehn Häuser aus, bevor wir weiterpredigten.“

Endlich frei!

Trujillo war schon fast 30 Jahre an der Macht, als sich 1959 plötzlich das politische Klima wandelte. Am 14. Juni 1959 fiel erneut eine Gruppe Verbannter in das Land ein, um Trujillo zu stürzen. Obwohl die Invasion zerschlagen und die Revolutionäre entweder getötet oder ins Gefängnis geworfen wurden, kamen immer mehr Gegner Trujillos zu dem Schluss, dass seine Regierung nicht unbesiegbar war. Ihr Widerstand verstärkte sich.

Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit der Regierung kritisierte die katholische Kirche am 25. Januar 1960 in einem offenen Brief die Missachtung der Menschenrechte. Der dominikanische Historiker Bernardo Vega führte dazu aus: „Die Invasion im Juni 1959 löste eine Unterdrückung aus, die sich sowohl gegen die daran Beteiligten als auch später gegen die innere Widerstandsbewegung richtete, die aus dem Untergrund kam. Das setzte die Kirche so unter Druck, dass sie zum ersten Mal eine feindselige Haltung gegenüber Trujillo einnahm.“

Interessanterweise hob die Regierung im Mai 1960 das Verbot von Jehovas Zeugen auf. Nach Jahren der Verfolgung kam Freiheit von unerwarteter Seite — von Trujillo höchstpersönlich, und zwar nach seinem Zerwürfnis mit der katholischen Kirche.