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Jehovas Zeugen

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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2014

 SIERRA LEONE UND GUINEA

1945-1990 Vielen den richtigen Weg zeigen (Dan. 12:3) (Teil 1)

1945-1990 Vielen den richtigen Weg zeigen (Dan. 12:3) (Teil 1)

 Die ersten Missionare kommen

Im Juni 1947 trafen 3 Absolventen der Wachtturm-Bibelschule Gilead in Freetown ein: Charles Fitzpatrick, George Richardson und Hubert Gresham. Nach und nach kamen viele weitere Missionare.

Die Gileadabsolventen bemerkten, wie gern die Verkündiger predigten. Ihnen fehlte allerdings noch der letzte Schliff (Mat. 28:20). Die Missionare zeigten ihnen, wie man dem Interesse nachgeht und Bibelstudien durchführt. Außerdem brachten sie die Verkündiger in puncto theokratische Organisation auf den neuesten Stand. Dann fand eine öffentliche Zusammenkunft in der Wilberforce Memorial Hall statt. Es kamen 450! Die Missionare waren begeistert. Später führten sie einen wöchentlichen Zeitschriftentag ein. Diese ganze Schulung war für die Brüder hoch motivierend. Der Weg für künftiges Wachstum war geebnet.

Eins machte den Missionaren allerdings das Leben schwer — das Klima. In einem Bericht des Zweigbüros von 1948 steht: „Die klimatischen Verhältnisse in Sierra Leone sind schwer zu ertragen. Während sechs Monaten des Jahres ist Regenzeit, und der Regen ist heftig, sintflutartig und anhaltend. Manchmal regnet es unaufhörlich zwei Wochen lang. Während der trockenen Jahreszeit ist es hier sehr heiß und schwül.“ Nicht ohne Grund wurde Sierra Leone von den ersten Europäern als das Grab des weißen Mannes bezeichnet. Malaria, Gelbfieber und andere Tropenkrankheiten griffen schnell um sich. So  wurde ein Missionar nach dem anderen krank und musste das Land verlassen.

Das machte die einheimischen Brüder natürlich sehr traurig. Sie gaben deswegen aber nicht auf. Zwischen 1947 und 1952 stieg die Höchstzahl der Verkündiger von 38 auf 73. In Waterloo, unweit von Freetown, wurde dank der harten Arbeit von Pionieren eine Versammlung gegründet. In Kissy und Wellington am Stadtrand von Freetown entstanden neue Gruppen. Wie es aussah, war Sierra Leone jetzt bereit für mehr. Nur, was sollte das Werk ins Rollen bringen?

Was für ein Besuch!

Im November 1952 legte ein kleines Schiff in Freetown an. Mit an Bord war ein großer, schlanker Amerikaner Anfang 30. Es war Milton G. Henschel aus der Weltzentrale. Seine ersten Eindrücke vom Getümmel der Stadt beschrieb er so: „Ich war ganz überrascht, eine so moderne Stadt vorzufinden, die viel sauberer aussah als viele in den meisten Teilen der Welt. . . . Läden, wo geschäftig das Leben wogte, gepflasterte Straßen, neue Autos und ein endloser Strom von Leuten zogen vorüber.“

Bruder Henschel ging zum Missionarheim, zwei Blocks vom berühmten Cotton Tree entfernt. Dort informierte er die anwesenden Brüder, dass Sierra Leone mehr Unterstützung bekommen würde. Am nächsten Sonntag versammelten sich 253 Personen in der Wilberforce Memorial Hall, um die aufregenden Neuigkeiten zu erfahren: Sierra Leone würde künftig ein eigenes Zweigbüro, einen eigenen Kreisdiener und eigene Kreisversammlungen haben. In Kissy sollte eine Versammlung gegründet werden und zum Predigen würde man sich noch mehr auf das Protektorat, also auf das Landesinnere, konzentrieren. Die Freude der Zuhörer kannte keine Grenzen!

 Dazu berichtete Bruder Henschel: „Immer wieder sagten sie kusheh, was ein sehr ausdrucksvolles Wort ist und den Sinn von ‚bravo‘ hat. Sie waren bester Stimmung. In Grüpplein zogen sie in der Dunkelheit des Abends vom Saale weg . . . und einige der Kongressbesucher sangen unterwegs Lieder.“

Schon bald wurde ein Neuankömmling mit der Aufsicht des Zweigbüros betraut: der Missionar William Nushy. Früher hatte er in vielen Städten der Vereinigten Staaten an Kasino-Spieltischen gearbeitet. Als er Zeuge Jehovas wurde, gab er diese Arbeit auf und trat konsequent für gerechte Maßstäbe ein. Für diese Eigenschaft liebten und respektierten ihn die Verkündiger in Sierra Leone später sehr.