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Jehovas Zeugen

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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2014

 HÖHEPUNKTE UND JAHRESRÜCKBLICK

Bericht zur rechtlichen Situation

Bericht zur rechtlichen Situation

„Behaltet die im Sinn, die in Fesseln sind, als ob ihr mit ihnen gebunden worden wäret“ (Heb. 13:3). Dazu forderte Paulus Mitchristen auf. Deshalb vergessen wir unsere treuen Brüder und Schwestern nicht. Berücksichtigen wir in unseren Gebeten auch „alle, die in hoher Stellung sind, damit wir weiterhin ein ruhiges und stilles Leben führen können in völliger Gottergebenheit und Ernsthaftigkeit“ (1. Tim. 2:1, 2; Eph. 6:18).

Werfen wir einen Blick auf einige rechtliche Angelegenheiten des vergangenen Jahres:

In Russland lassen sich unsere Brüder trotz anhaltender Angriffe durch die orthodoxe Kirche und durch staatliche Stellen, die unsere Tätigkeit stoppen wollen, nicht  davon abbringen, „zu lehren und die gute Botschaft“ zu verkündigen (Apg. 5:42). Behörden wenden weiterhin ein Anti-Extremismus-Gesetz, welches ursprünglich zur Terrorabwehr geschaffen wurde und unklare Formulierungen enthält, missbräuchlich auf unsere Publikationen wie auch auf unsere Brüder an. Gerichte erklärten in der Folge, etwa 70 unserer Publikationen enthielten „extremistische“ Aussagen, sodass sie auf die Liste verbotener, extremistischer Literatur gesetzt wurden. Unter diesem Vorwand wurden Königreichssäle und Privatwohnungen durchsucht. Nicht selten werden Brüder wegen des Predigtdienstes verhaftet und erkennungsdienstlich erfasst. Häufig versuchen die Behörden, unsere Brüder einzuschüchtern, indem sie sie auf der Polizeistation festhalten.

 Anfang Mai 2013 wurden in Taganrog 16 Brüder und Schwestern angeklagt, weil sie gepredigt sowie Zusammenkünfte organisiert und daran teilgenommen hatten. Das ist das erste Mal seit dem Zerfall der Sowjetunion, dass Jehovas Zeugen wegen der Ausübung ihres Glaubens strafrechtlich verfolgt werden. Auch anderswo in Russland versuchen Behörden, die Gerichte dahin gehend zu beeinflussen, unsere Publikationen als „extremistisch“ einzustufen und unsere Brüder der religiösen Hetze anzuklagen.

In Eritrea hat sich die Situation unserer Brüder und Schwestern nicht verbessert. Im Juli 2013 waren 52 im Gefängnis — unter ihnen 8 Brüder, die 70 Jahre und älter sind, außerdem 6 Schwestern. Unsere Brüder Paulos Eyassu, Isaac Mogos und Negede Teklemariam sind schon seit dem 24. September 1994 in Haft, weil sie den Militärdienst verweigert haben.

Über die Hälfte unserer Brüder befindet sich im Gefängnis Meiter in der Wüste nördlich der Hauptstadt Asmara. Gefangene werden dort nicht selten in große Metallcontainer gesperrt, die zur Hälfte im Boden eingelassen sind. Von Oktober 2011 bis August 2012 waren auch 25 unserer Brüder davon betroffen. Im Sommer lassen die Wachen die Gefangenen in der größten Hitze des Tages zwar raus. Die Versorgung mit Wasser und Nahrung ist jedoch so unzureichend, dass sie körperlich erschöpft sind. Traurigerweise kam deshalb im August 2012 unser 68-jähriger Bruder Yohannes Haile ums Leben, wie schon 2011 unser Bruder Misghina Gebretinsae.

Kirgistan: Dieser Königreichssaal wurde von Anwohnern zweimal zerstört