Gehen wir in der Zeit ein Stück zurück. Der Israelit Nehemia lebt in der persischen Stadt Susa und ist ein Diener von König Artaxerxes. Eines Tages kommt Nehemias Bruder mit schlechten Nachrichten aus Juda und berichtet: »Die Menschen in Jerusalem sind nicht sicher. Die Tore und Mauern der Stadt, die die Babylonier zerstört haben, sind nicht wieder aufgebaut worden.« Das macht Nehemia sehr traurig. Er will nach Jerusalem reisen, um zu helfen. Deshalb betet er darum, dass der König es ihm erlaubt.

Irgendwann bemerkt der König, dass Nehemia traurig ist, und fragt: »Warum siehst du so traurig aus?« Nehemia antwortet: »Ich bin so traurig, weil meine Stadt Jerusalem in Trümmern liegt.« Der König fragt: »Was kann ich für dich tun?« Sofort betet Nehemia im Stillen und sagt dann: »Lass mich bitte nach Jerusalem gehen, um die Mauern wieder aufzubauen.« König Artaxerxes ist einverstanden. Er sorgt auch dafür, dass Nehemia auf der langen Reise sicher ist. Außerdem macht er ihn zum Statthalter von Juda und gibt ihm Bauholz für die Stadttore.

In Jerusalem untersucht Nehemia zuerst die Stadtmauern. Dann ruft er die Priester und die führenden Männer zusammen und sagt: »Wir sind in einer schlimmen Lage. Wir müssen uns an die Arbeit machen!« Die Männer stimmen zu und sie fangen an, die Mauern wieder aufzubauen.

Aber ihre Feinde machen sich über sie lustig und sagen: »Da braucht ja nur ein Fuchs hochzuklettern und eure Mauer stürzt ein.« Die Arbeiter achten aber nicht auf ihre Beleidigungen und bauen einfach weiter. Die Mauer wird immer höher und stärker.

Die Feinde planen, Jerusalem überraschend aus verschiedenen Richtungen anzugreifen. Als die Juden davon erfahren, bekommen sie Angst. Doch Nehemia sagt: »Habt keine Angst. Jehova ist auf unserer Seite.« Dann stellt er Wachen auf, um die Arbeiter zu beschützen,  und die Feinde können ihren Plan nicht mehr umsetzen.

Nach nur 52 Tagen sind die Mauern und die Tore fertig. Nehemia holt alle Leviten für das Einweihungsfest nach Jerusalem. Er teilt sie in zwei Gruppen ein. Sie gehen alle beim Quellentor die Treppe hoch auf die Mauer. Dann marschieren die beiden Gruppen in entgegengesetzter Richtung um die Stadt. Dabei spielen sie Trompete, Harfe und Zimbel und singen Lieder für Jehova. Esra geht mit der einen Gruppe, Nehemia mit der anderen. Am Ende treffen sich alle beim Tempel. Alle Männer, Frauen und Kinder feiern und bringen Jehova Opfer dar. Ihre fröhlichen Stimmen sind auch noch in der Ferne zu hören.

Keine Waffe, die geschaffen wird, um euch zu schaden, wird Erfolg haben (Jesaja 54:17)