Hesekiel 33:1-33

  • Verantwortung eines Wächters (1-20)

  • Nachricht über Jerusalems Fall (21, 22)

  • Botschaft für Bewohner der Ruinen Jerusalems (23-29)

  • Botschaft bleibt unbeachtet (30-33)

    • Hesekiel „wie ein romantisches Liebeslied“ (32)

    • „Ein Prophet war unter ihnen“ (33)

33  Und ich erhielt eine Botschaft von Jehova. Sie lautete:  „Menschensohn, sprich mit den Söhnen deines Volkes+ und sag zu ihnen: ‚Angenommen, ich bringe ein Schwert über ein Land+ und das ganze Volk des Landes nimmt einen Mann und macht ihn zu seinem Wächter  und er sieht das Schwert über das Land kommen und stößt ins Horn und warnt das Volk.+  Falls jemand den Schall des Horns hört, die Warnung aber nicht beachtet,+ und das Schwert kommt und nimmt ihm das Leben*, dann ist er für seinen Tod selbst verantwortlich*.+  Er hat den Schall des Horns gehört, aber die Warnung nicht beachtet. Er ist für seinen Tod selbst verantwortlich.* Hätte er die Warnung beachtet, hätte er sein Leben* gerettet.  Doch wenn der Wächter das Schwert kommen sieht und nicht ins Horn stößt+ und das Volk keine Warnung erhält, und ein Schwert kommt und nimmt einem von ihnen das Leben*, dann wird derjenige für sein Vergehen sterben, aber sein Blut werde ich vom Wächter zurückfordern*.‘+  Dich, Menschensohn, dich habe ich als Wächter für das Volk Israel eingesetzt, und wenn du ein Wort aus meinem Mund hörst, musst du es in meinem Namen warnen.+  Wenn ich zu einem Bösen sage: ‚Du schlechter Mensch, du wirst ganz bestimmt sterben!‘,+ aber du forderst ihn nicht in aller Deutlichkeit auf, seinen Kurs zu ändern, dann wird er als schlechter Mensch sterben wegen seines eigenen Vergehens,+ aber sein Blut werde ich von dir zurückfordern.  Wenn du jedoch einen Bösen warnst, damit er von seinem Weg umkehrt, er aber seinen Kurs nicht ändert, dann wird er für sein Vergehen sterben,+ doch dein eigenes Leben* wirst du ganz bestimmt retten.+ 10  Menschensohn, teil dem Haus Israel mit: ‚Ihr habt gesagt: „Unsere Auflehnungen und unsere Sünden lasten schwer auf uns und lassen uns dahinsiechen.+ Wie sollen wir da am Leben bleiben?“ ‘+ 11  Richte ihnen aus: ‚ „So wahr ich lebe!“, erklärt der Souveräne Herr Jehova. „Ich habe kein Gefallen am Tod des Bösen,+ sondern daran, dass ein Böser seinen Kurs ändert+ und am Leben bleibt.+ Kehrt um, kehrt um von euren schlechten Wegen,+ denn warum solltet ihr sterben, Volk Israel?“ ‘+ 12  Menschensohn, sag zu den Söhnen deines Volkes: ‚Die Gerechtigkeit* des gerechten Menschen wird ihn nicht retten, wenn er sich auflehnt,+ und die Schlechtigkeit des schlechten Menschen wird ihn nicht ins Stolpern bringen, wenn er sich von seiner Schlechtigkeit abwendet,+ und ein gerechter Mensch wird durch seine Gerechtigkeit nicht am Leben bleiben können an dem Tag, an dem er sündigt.+ 13  Wenn ich zu dem Gerechten sage: „Du wirst ganz bestimmt am Leben bleiben“, und er vertraut auf seine eigene Gerechtigkeit und handelt verkehrt*,+ dann wird man sich an keine seiner gerechten Taten erinnern, sondern er wird für sein verkehrtes Handeln sterben.+ 14  Und wenn ich zu dem Bösen sage: „Du wirst ganz bestimmt sterben“, und er wendet sich von seiner Sünde ab und handelt nach Recht und Gerechtigkeit,+ 15  und der Böse händigt das genommene Pfand wieder aus,+ zahlt das Geraubte zurück+ und folgt den Bestimmungen, die zum Leben führen, indem er nicht verkehrt handelt, dann wird er ganz bestimmt am Leben bleiben.+ Er wird nicht sterben. 16  Keine der Sünden, die er beging, wird ihm vorgehalten* werden.+ Weil er nach Recht und Gerechtigkeit gehandelt hat, wird er ganz bestimmt am Leben bleiben.‘+ 17  Dein Volk hat jedoch gesagt: ‚Der Weg Jehovas ist ungerecht‘, dabei ist ihr Weg ungerecht. 18  Gibt ein Gerechter seine Gerechtigkeit auf und handelt verkehrt, dann muss er dafür sterben.+ 19  Doch wenn sich ein schlechter Mensch von seiner Schlechtigkeit abwendet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er deswegen am Leben bleiben.+ 20  Ihr habt jedoch gesagt: ‚Der Weg Jehovas ist ungerecht.‘+ Ich werde über jeden von euch so urteilen, wie es seinen Wegen entspricht, o Haus Israel.“ 21  Im 12. Jahr, am 5. Tag des 10. Monats unserer Gefangenschaft, kam schließlich ein Entkommener aus Jerusalem zu mir+ und sagte: „Die Stadt ist gefallen!“+ 22  Am Abend vor dem Eintreffen des Geflohenen war die Hand Jehovas über mich gekommen. Bevor der Mann am Morgen zu mir kam, hatte Gott meinen Mund geöffnet. Meine Zunge war also gelöst und ich war nicht mehr stumm.+ 23  Anschließend erhielt ich eine Botschaft von Jehova. Sie lautete: 24  „Menschensohn, die Bewohner der Ruinen+ dort sagen über das Land Israel: ‚Abraham war nur ein einzelner Mann und doch nahm er das Land in Besitz.+ Wir dagegen sind viele, also gehört uns das Land erst recht.‘ 25  Darum sag zu ihnen: ‚Das sind die Worte des Souveränen Herrn Jehova: „Ihr esst Fleisch, das nicht ausgeblutet ist,+ und schaut zu euren widerlichen Götzen* auf und vergießt ständig Blut.+ Warum also sollte euch das Land gehören? 26  Ihr habt euch auf euer Schwert verlassen,+ verübt abscheuliche Praktiken und jeder von euch hat die Frau seines Mitmenschen verunreinigt.+ Warum also sollte euch das Land gehören?“ ‘+ 27  Sag zu ihnen: ‚Das sind die Worte des Souveränen Herrn Jehova: „So wahr ich lebe: Die Bewohner der Ruinen werden durch das Schwert fallen. Die auf dem offenen Gelände werde ich den wilden Tieren zum Fraß überlassen und die in den Festungen und Höhlen werden an einer Krankheit sterben.+ 28  Ich werde das Land zu einer völlig verlassenen Einöde machen+ und sein arroganter Stolz wird ein Ende haben und die Berge Israels werden trostlos sein,+ sodass niemand hindurchzieht. 29  Und sie werden erkennen müssen, dass ich Jehova bin, wenn ich das Land zu einer völlig verlassenen Einöde mache+ wegen all der Abscheulichkeiten, die sie verübt haben.“ ‘+ 30  Menschensohn, dein Volk redet über dich an den Mauern und in den Eingängen der Häuser.+ Sie sagen zueinander, jeder zu seinem Bruder: ‚Kommt und lasst uns die Worte hören, die Jehova übermittelt.‘ 31  Sie werden herbeiströmen, um als mein Volk vor dir zu sitzen, und sie werden deine Worte hören, aber nicht danach handeln.+ Denn mit ihrem Mund schmeicheln sie dir*, aber ihr Herz giert nach unehrlich erworbenem Gewinn. 32  Sieh nur! Du bist für sie wie ein romantisches Liebeslied, mit schöner Stimme gesungen und mit einem Saiteninstrument gekonnt gespielt. Sie werden deine Worte hören, aber keiner wird danach handeln. 33  Wenn es dann wahr wird — und es wird wahr werden —, werden sie erkennen müssen, dass ein Prophet unter ihnen war.“+

Fußnoten

Wtl. „nimmt ihn weg“.
Wtl. „wird sein Blut auf seinem eigenen Kopf sein“.
Wtl. „Sein Blut wird auf ihm sein“.
Oder „Seele“.
Oder „Seele“.
Oder „aber ich werde den Wächter für seinen Tod zur Rechenschaft ziehen“.
Oder „Seele“.
Oder „tut Unrecht“.
Wtl. „Keiner der Sünden . . . wird gegen ihn gedacht“.
Der hebräische Ausdruck für „widerlicher Götze“ könnte mit einem Wort verwandt sein, das „Dung; Mist“ bedeutet; Ausdruck der Verachtung.
Oder „reden sie lüstern“.