Der erste Brief an die Korinther 14:1-40

  • Gaben zu prophezeien und in Zungen zu reden (1-25)

  • Ordentlicher Ablauf der Zusammenkünfte (26-40)

    • Stellung der Frauen in der Versammlung (34, 35)

14  Jagt der Liebe nach, doch bemüht euch auch ständig* um die Gaben des Geistes, vor allem aber darum, dass ihr prophezeien könnt.+  Denn wer in einer Zunge redet, spricht nicht zu Menschen, sondern zu Gott, denn niemand hört zu,+ obwohl er heilige Geheimnisse durch den Geist äußert.+  Wer aber prophezeit, baut auf und ermutigt und tröstet die Menschen durch das, was er sagt.  Wer in einer Zunge redet, baut sich selbst auf, wer aber prophezeit, baut eine Versammlung auf.  Ich hätte gern, dass ihr alle in Zungen redet,+ doch wäre es mir noch lieber, dass ihr prophezeit.+ Ja, wer prophezeit, ist größer als der, der in Zungen redet, es sei denn, er legt es auch aus*, damit die Versammlung aufgebaut wird.  Angenommen, ich würde jetzt kommen und in Zungen zu euch reden, Brüder, was würde ich euch Gutes tun, wenn ich euch nicht entweder eine Offenbarung+ oder Erkenntnis+ oder eine Prophezeiung oder eine Lehre mitteilen würde?  Es ist wie mit unbelebten Dingen, die einen Klang erzeugen, etwa eine Flöte oder eine Harfe. Wenn zwischen den Tönen kein Intervall ist, wie soll man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird?  Und wenn aus der Trompete ein undeutliches Signal ertönt, wer wird sich für die Schlacht bereit machen?  Genauso ist es, wenn ihr mit der Zunge Worte hervorbringt, die nicht leicht zu verstehen sind. Wie soll man da wissen, was gesagt wird? Ihr werdet tatsächlich in die Luft reden. 10  Es gibt auf der Welt viele verschiedene Arten zu reden und keine ist ohne Bedeutung. 11  Wenn ich nun den Sinn des Gesagten nicht verstehe, bin ich für den Redenden ein Ausländer, und der Redende ist für mich ein Ausländer. 12  So ist es auch mit euch. Da ihr eifrig nach den Gaben des Geistes strebt, bemüht euch, die Gaben im Überfluss zu haben, die die Versammlung aufbauen.+ 13  Wer daher in einer Zunge redet, soll darum beten, dass er es auslegen* kann.+ 14  Wenn ich nämlich in einer Zunge bete, dann ist es meine Gabe des Geistes, die betet, doch mein Verstand ist unproduktiv. 15  Was ist also zu tun? Ich will mit der Gabe des Geistes beten, aber ich will auch mit meinem Verstand beten. Ich will mit der Gabe des Geistes Lobgesänge anstimmen, aber ich will auch mit meinem Verstand Lobgesänge anstimmen. 16  Denn wenn du mit einer Gabe des Geistes Gott preist, wie soll ein gewöhnlicher Mensch in eurer Mitte zu deiner Dankesäußerung „Amen“ sagen, wo er doch nicht weiß, was du sagst? 17  Du bedankst dich zwar auf hervorragende Weise, aber der andere wird nicht aufgebaut. 18  Ich danke Gott, dass ich in mehr Zungen rede als ihr alle. 19  Dennoch würde ich in einer Versammlung lieber 5 Worte mit meinem Verstand reden, um auch andere zu unterrichten*, als 10 000 Worte in einer Zunge.+ 20  Brüder, werdet nicht zu kleinen Kindern, was euer Verständnis angeht,+ sondern seid kleine Kinder im Hinblick auf Schlechtigkeit.+ Werdet Erwachsene, was euer Verständnis angeht.+ 21  Im Gesetz steht: „ ‚Mit den Zungen von Ausländern und mit den Lippen von Fremden werde ich zu diesem Volk sprechen, aber nicht einmal dann werden sie auf mich hören‘, sagt Jehova*.“+ 22  Somit sind Zungen kein Zeichen für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen,+ während das Prophezeien nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen ist. 23  Wenn also die ganze Versammlung an einem Ort zusammenkommt und alle in Zungen reden und gewöhnliche Menschen oder Ungläubige hereinkommen, werden sie dann nicht sagen, dass ihr den Verstand verloren habt? 24  Wenn ihr aber alle prophezeit und ein Ungläubiger oder ein gewöhnlicher Mensch hereinkommt, wird er durch das, was ihr sagt, zurechtgewiesen und genau beurteilt. 25  Dann wird offenbar, was in seinem Herzen verborgen ist, sodass er niederfallen, Gott anbeten und erklären wird: „Gott ist wirklich unter euch.“+ 26  Was ist also zu tun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, hat einer einen Psalm, ein anderer hat eine Lehre, ein anderer hat eine Offenbarung, ein anderer redet in einer Zunge und wieder ein anderer hat eine Auslegung.+ Alles soll geschehen, damit ihr aufgebaut werdet. 27  Wenn jemand in einer Zunge redet, soll das auf höchstens zwei oder drei Personen beschränkt sein, und zwar nacheinander. Auch soll es jemand auslegen*.+ 28  Ist jedoch niemand da, der es auslegt*, soll der Betreffende in der Versammlung schweigen und zu sich selbst und zu Gott sprechen. 29  Von den Propheten+ sollen zwei oder drei sprechen, und die anderen sollen herausfinden, was es bedeutet. 30  Hat jedoch ein anderer, der dasitzt, eine Offenbarung, dann soll der erste Redner schweigen. 31  Ihr könnt ja alle nacheinander prophezeien, damit alle etwas lernen und ermutigt werden.+ 32  Die Propheten müssen sich beherrschen, wenn sie ihre Geistesgaben nutzen. 33  Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.+ Wie in allen Versammlungen der Heiligen 34  sollen die Frauen in den Versammlungen schweigen, denn es ist ihnen nicht erlaubt, zu reden.+ Sie sollen sich vielmehr unterordnen,+ wie es auch das Gesetz sagt. 35  Wenn sie etwas lernen wollen, sollen sie zu Hause ihre Männer fragen, denn es gehört sich nicht, dass eine Frau in der Versammlung redet. 36  Ist das Wort Gottes etwa von euch ausgegangen oder hat es etwa nur euch erreicht? 37  Wenn jemand denkt, dass er ein Prophet ist oder eine Geistesgabe hat, soll er anerkennen, dass das, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn ist. 38  Falls jemand das jedoch missachtet, wird er missachtet.* 39  Strebt also ständig danach, zu prophezeien,+ meine Brüder, aber verbietet nicht das Zungenreden.+ 40  Doch lasst alles anständig und geordnet* geschehen.+

Fußnoten

Oder „eifrig und beständig“.
Oder „übersetzt auch“.
Oder „übersetzen“.
Oder „mündlich zu unterrichten“.
Siehe Anh. A5.
Oder „übersetzen“.
Oder „übersetzt“.
Evtl. auch „Falls jemand jedoch unwissend ist, bleibt er unwissend“.
Oder „ordentlich“.