14. SEPTEMBER 2018
DEUTSCHLAND
Ausstellung in Kassel zum 70. Jahrestag eines denkwürdigen Kongresses von Jehovas Zeugen
Im Juli 1948 organisierten Jehovas Zeugen in Kassel ihre damals größte Veranstaltung der Nachkriegszeit in Europa. Zum 70. Jahrestag haben Jehovas Zeugen mit einer zwölftägigen Ausstellung in Kassel an dieses Ereignis erinnert. Es kamen mehr als 2 000 Besucher. Ein lokaler Fernsehsender und mehrere regionale Zeitungen berichteten darüber.
Zeugen Jehovas, die 1948 am Kongress teilnahmen, schildern ihre Erinnerungen.
Bei dem historischen Kongress in Kassel lag die Höchstzahl bei 23 150 Besuchern, darunter 1 200 Personen, die getauft wurden. Viele der Anwesenden und die Mehrzahl der Redner waren Überlebende der Konzentrationslager. Während der Eröffnungsfeier erinnerte der Leiter der Gedenkstätte Breitenau, Dr. Gunnar Richter, an das Leid, das Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime erdulden mussten.
Brüder und Schwestern bereiten den Veranstaltungsort vor, der mit mehr als 50 Bombenkratern übersät war.
Es wurden Fotografien ausgestellt, die die nahezu vollständige Zerstörung Kassels während des Zweiten Weltkriegs dokumentieren. Auf der Suche nach einem Veranstaltungsort konnten die Behörden unseren Glaubensbrüdern nur eine große Wiese anbieten, die mit zahlreichen Bombenkratern übersät war. Bruder Kurt Rex, ein damaliger Kongressteilnehmer, erinnert sich an die anstrengenden vier Wochen, in denen das Gelände vorbereitet wurde. Er erzählt: „Das war körperlich eine sehr harte Arbeit. Wir mussten erst mit Eimern das Wasser aus den vollgelaufenen Bombentrichtern rausschöpfen. Erst dann konnten die Löcher mit Trümmerteilen und Steinen von den zerstörten Häusern aus der Nachbarschaft gefüllt werden. Das Planieren vom Boden war dann auch schwere Handarbeit, denn wir hatten keine großen Maschinen und Geräte. Die ganze Zeit hat es geregnet, die Kleidung wurde gar nicht mehr trocken.“ Trotz des Dauerregens schafften unsere Glaubensbrüder etwa 10 000 Kubikmeter Steine und Trümmer heran.
Ein Teil der über 23 000 Kongressbesucher.
In seiner Eröffnungsrede beschrieb Wolfram Slupina, ein Vertreter des Zweigbüros von Jehovas Zeugen in Deutschland, den besonderen Geist, der die Brüder und Schwestern bei der Kongressvorbereitung antrieb: „Für sie war die Befreiung aus den Konzentrationslagern kein Anlass, sich selbst zu bemitleiden oder Rachegefühle zu hegen. ... Ihre wiedererlangte Freiheit beflügelte sie geradewegs.“
In einer Rede erklärte Frau Esther Kalveram, Stadträtin und Vertreterin des Magistrats der Stadt Kassel: „Dieser Kongress war nicht nur für Jehovas Zeugen, sondern auch für unsere Stadt, für Kassel, ein großes Ereignis.“
Der Kongress 1948 und die Ausstellung zum 70. Jahrestag beweisen, dass Jehovas Zeugen entschlossen sind, sich trotz enormer Hindernisse zu versammeln, um aus der Bibel zu lernen (Psalm 35:18).

