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27. DEZEMBER 2019
VENEZUELA

Besondere Predigtaktion in abgelegenem Gebiet in Venezuela

Zeugen Jehovas haben besondere Anstrengungen unternommen, in einem ländlichen Gebiet im Nordwesten von Venezuela zu predigen, genauer gesagt auf der Halbinsel Guajira. Die Aktion dauerte vom 15. Juli bis 31. Dezember 2019. Rund 640 Verkündiger beteiligten sich daran. Sie haben über 32 000 Stunden beim Predigen eingesetzt und fast 2 000 Bibelstudien begonnen.

Das Gebiet ist riesig und das Reisen beschwerlich. Vor Ort gibt es nur wenige Verkündiger. Viele Einwohner haben daher noch nie mit Zeugen Jehovas gesprochen oder Gottes Namen gehört. Die Brüder und Schwestern haben keine Mühen gescheut, um den Einheimischen dort zu predigen. Die Wirtschaftskrise in Venezuela mit hoher Arbeitslosigkeit und Hyperinflation hält an. Um bei der Aktion mitmachen zu können, haben manche Verkündiger monatelang gespart oder etwas von ihrem Besitz verkauft.

Gepredigt wurde in Spanisch und Wayuunaiki, der Sprache der Wayuu, einem indigenen Volk, das in abgelegenen Siedlungen lebt. Da nur wenige Verkündiger Wayuunaiki sprechen, wurden die Teilnehmer der Aktion vorab mit biblischer Literatur in dieser Sprache ausgerüstet sowie mit Schulungsvideos und Broschüren über die Kultur der Wayuu.

Eine Frau freute sich so sehr, die Botschaft in ihrer Sprache zu hören, dass sie sich anbot, die Verkündiger zu einer abgelegenen Siedlung zu führen, wo einige ihrer Angehörigen und Freunde leben. Eine Gruppe von Verkündigern stand morgens um halb vier auf und machte sich für den Tag fertig. Dann holten sie die Frau am frühen Vormittag zu Hause ab und folgten ihr etwa eine Stunde zu Fuß.

In der Siedlung angekommen, rief die Frau ganz laut: „Kommt raus! Kommt raus! Ich habe Gott mitgebracht!“ Die Verkündiger waren ziemlich überrascht, als die Leute Stühle herbeitrugen und der Botschaft lauschten. Wie die Leute sagten, war es das erste Mal, dass jemand kam, um mit ihnen über Gott zu sprechen. Aus Dankbarkeit bereiteten sie für alle 17 Verkündiger ein Frühstück zu.

Die Frau, die die Verkündiger dorthin geführt hatte, freute sich so sehr über die positive Reaktion der Leute, dass sie den Verkündigern den Vorschlag machte, sie zu drei weiteren Dörfern in der Gegend zu bringen. In jedem Dorf rief sie die Leute zusammen. Die Leute kamen und hörten die Botschaft. Zum Abschied am Ende des Tages sangen die Verkündiger mit Tränen in den Augen ein Königreichslied in Wayuunaiki für die Frau und andere, denen sie gepredigt hatten.

Jehova möchte, dass jeder mit der Botschaft der Bibel erreicht wird. Besondere Predigtaktionen wie die in Venezuela zeigen deutlich, dass Jehova die Anstrengungen seiner Diener segnet, „die eine gute Botschaft von etwas Gutem verkünden“ – auch in abgelegenen Orten rund um den Globus (Römer 10:14, 15).