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23. SEPTEMBER 2020
RUSSLAND

Russland: Bruder Juri Salipajew droht zweijährige Freiheitsstrafe

Russland: Bruder Juri Salipajew droht zweijährige Freiheitsstrafe

Urteilsverkündung

Am 7. Oktober 2020 * wird das Bezirksgericht Maiski der Republik Kabardino-Balkarien voraussichtlich seine Entscheidung im Fall unseres Glaubensbruders Juri Salipajew bekannt geben. Ihm droht eine zweijährige Freiheitsstrafe.

Kurzbiografie

Juri Salipajew

  • Geburt: 1962 (Samara)

  • Lebenslauf: arbeitet als Schweißer und Lkw-Fahrer; mag Gedichte und geht gern wandern

  • 1983 Heirat mit Natalia, einer ehemaligen Klassenkameradin; zehn Jahre später begannen beide gemeinsam die Bibel zu studieren; sie haben drei Kinder; dienen Jehova als Familie zusammen mit weiteren Verwandten

Fallgeschichte

Am 20. August 2016 führten Polizeibeamte in einem Königreichssaal in Maiski eine Razzia durch. Dabei schleusten sie einige unserer Publikationen ein, die als „extremistisch“ eingestuft und verboten worden waren. Obwohl die Brüder mithilfe von Videomaterial beweisen konnten, dass die Literatur platziert worden war, verurteilte ein Gericht die örtliche Rechtskörperschaft von Jehovas Zeugen wegen des angeblichen Verstoßes zu einer Geldstrafe von 200 000 Rubel (ungefähr 2 200 Euro). Monate später wurde aufgrund der Vorfälle vom 20. August 2016 ein Strafverfahren gegen Bruder Salipajew eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft behauptet, Bruder Salipajew hätte verbotene Literatur verbreitet und andere Zeugen Jehovas zu Gewalt gegen Andersgläubige angestiftet. Er wird daher gemäß Artikel 280, Teil 1 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation des „öffentlichen Aufrufs zu extremistischen Aktivitäten“ angeklagt.

Die Gerichtsverhandlungen begannen am 21. Juni 2020. Während des gesamten Verfahrens haben sich die Zeugen der Anklage mehrmals gegenseitig widersprochen oder ihre Aussagen haben sich als haltlos erwiesen. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen stellte sich beispielsweise heraus, dass einige Zeugen gar nicht bei den Zusammenkünften anwesend waren, bei denen sie angeblich gehört hatten, wie Bruder Salipajew andere zu Gewalt anstiftete. Einige Zeugen der Anklage sagten zudem aus, dass die im Königreichssaal entdeckte verbotene Literatur von den Beamten dort platziert worden war.

Während Bruder Salipajew auf die Gerichtsentscheidung wartet, beten wir darum, dass die folgenden Worte von David ihm und seiner Familie Kraft und Frieden geben: „Jehova ist meine Kraft und mein Schild. Auf ihn vertraut mein Herz. Er hat mir geholfen und ich freue mich von Herzen“ (Psalm 28:7).

^ Abs. 3 vorläufiges Datum