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Von links nach rechts: Bruder Alexandr Prjanikow, Schwester Wenera Dulowa und ihre Tochter, Schwester Darja Dulowa, vor ihrer Verhandlung

24. JANUAR 2020
RUSSLAND

Drohende Verurteilung für einen Bruder und zwei Schwestern in Karpinsk (Russland)

Das Stadtgericht Karpinsk gibt voraussichtlich am 27. Januar 2020 seine Entscheidung im Fall der Schwestern Wenera und Darja Dulowa sowie Bruder Alexandr Prjanikow bekannt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine dreijährige Freiheitsstrafe zur Bewährung für Bruder Prjanikow und Schwester Wenera Dulowa und eine zweijährige Bewährungsstrafe für Schwester Darja Dulowa.

Am 19. April 2016 sprachen Alexandr Prjanikow und Wenera Dulowa mit einem Mann über die Bibel. Ein Angehöriger des Mannes beschuldigte Bruder Prjanikow und Schwester Dulowa des Diebstahls und rief die Polizei. Die Beamten brachten beide aufs Polizeirevier, nahmen ihre Fingerabdrücke und beschlagnahmten ihre Literatur.

Im Zusammenhang mit diesem Vorfall wurden sie mehr als zwei Jahre später erneut in Gewahrsam genommen und befragt. Ihre Mobiltelefone sowie persönliche Dokumente wurden beschlagnahmt. Der Polizeichef beauftragte einen Assistenzprofessor für Theologie, die auf ihren Telefonen gespeicherten Daten zu untersuchen. In seinem 15-seitigen Bericht kam der Professor zu dem Schluss, dass auf den Geräten der beiden die Lehren von Jehovas Zeugen zu finden waren. Hauptsächlich aufgrund dieses Berichts leitete die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren ein. Das Stadtgericht Karpinsk ordnete daraufhin eine Durchsuchung ihrer Wohnungen an.

Bei der Durchsuchung von Schwester Dulowas Wohnung beschlagnahmten die Beamten elektronische Geräte, Bücher und Fotos und vernahmen ihre 18-jährige Tochter Darja. Dann durchsuchten sie die Wohnung ihrer Verwandten sowie Bruder Prjanikows Wohnung.

Bruder Prjanikows Wohnung wurde am Morgen des 16. April 2019 erneut von drei Beamten des Inlandsgeheimdienstes (FSB), einem Ermittlungsbeamten und zwei weiteren Beamten durchsucht. Sie beschlagnahmten elektronische Geräte und andere persönliche Gegenstände.

Am 23. Juli 2019 wurde Schwester Darja Dulowa als Verdächtige im Strafverfahren gegen ihre Mutter und Bruder Prjanikow zur Befragung vorgeladen. Alle drei wurden angeklagt; die Vorverhandlung begann im September 2019.

Für diese drei und unsere knapp 300 weiteren Glaubensbrüder und -schwestern, denen in Russland Strafverfolgung und Freiheitsstrafen drohen, beten wir voller Zuversicht: „Der Gott, der Hoffnung gibt, erfülle euch dadurch, dass ihr auf ihn vertraut, mit aller Freude und mit Frieden, damit ihr durch die Kraft des heiligen Geistes an Hoffnung überströmt“ (Römer 15:13).