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Jehovas Zeugen

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Ein Kongress geht rund um die Welt: Ein Rückblick

Vor 50 Jahren trat eine ungewöhnliche Reisegruppe — 583 Zeugen Jehovas — eine zehnwöchige Reise um die Welt an. Aber nicht als herkömmliche Touristen, sondern als Delegierte des Kongresses „Ewige gute Botschaft“. Ein Kongress, der in mehr als 20 Ländern veranstaltet wurde und deswegen auch „Rund-um-die-Welt-Kongress“ genannt wurde.

Ein Höhepunkt dieser Kongresse war der Vortrag „Wenn Gott König ist über die ganze Erde“. Gehalten wurde er zumeist von Nathan Knorr (aus der Weltzentrale von Jehovas Zeugen). Der Inhalt seiner Rede? Mit der Welt geht es immer mehr bergab, doch die Bibel zeichnet ein großartiges Bild von der Zukunft: Die Erde wird wieder zum Paradies! 580 509 Menschen weltweit hörten diesen Vortrag.

„Rund um die Welt“ in zehn Wochen

Startpunkt war Milwaukee (Wisconsin, USA). Von hier ging die Reise als Erstes Richtung Osten über New York, London, Stockholm, München nach Mailand. Überall nutzten die Weltreisenden die Gelegenheit, um von der guten Botschaft aus der Bibel zu erzählen.

Viele der Ortsansässigen schätzten das sehr. Eine junge Frau in Stockholm sagte: „Ich werde Ihren Besuch nie vergessen! ... Da sind Sie so weit gereist, nur um mit mir über Ihren Glauben an Gott zu sprechen! Es ist wirklich bewundernswert, was Sie da machen.“

Eine kleine Enttäuschung erlebten die Kongressteilnehmer, als sie nach Athen kamen. Die Behörden dort hatten nämlich auf Druck der Kirche hin die Genehmigung für den Kongress im Panathinaikos-Stadion zurückgezogen. Aber das setzte der Freude der Kongressbesucher keinen Dämpfer auf. Sie ließen sich nicht beirren und hielten den Kongress in Privatwohnungen und Versammlungsräumen von Jehovas Zeugen ab. Und so kamen bis Ende August nahezu 10 000 in den Genuss des Kongressprogramms.

Von Athen ging die Reise weiter in den Libanon, nach Jordanien, Israel und Zypern. Auch dort wurden sie von ihren Glaubensbrüdern herzlich aufgenommen und sehr verwöhnt. Einer der Kongressreisenden in Nikosia (Zypern) erzählte zum Beispiel schmunzelnd: „Jedes Mal wenn ich wieder zu Hause bei meinen Gastgebern ankam und gerade die Schuhe ausgezogen hatte, waren sie plötzlich auf mysteriöse Weise verschwunden ... nur um fünf Minuten später wieder frisch geputzt und blank poliert dazustehen!“

Zum Schluss führte die Reise nach Asien und in den Pazifikraum. Gastgeberländer waren Indien, Birma (heute Myanmar), Thailand, Hongkong, Singapur, die Philippinen, Indonesien, Australien, Taiwan, Japan, Neuseeland, Fidschi und Korea. Unsere Weltreisenden trafen mit Tausenden einheimischen Zeugen Jehovas zusammen. Viele von ihnen hatten jede Menge zu organisieren und zu planen, um bei den Kongressen dabei sein zu können — aber wohl keiner musste sein Leben so sehr umstellen wie ein junges verlobtes Paar in Yokosuka (Japan). Als der junge Mann seinen Chef fragte, ob er für den Kongress in Kioto freibekommen könnte, bekam er zur Antwort, das ginge nur für Beerdigungen oder Hochzeiten. Da die beiden ohnehin demnächst heiraten wollten, verlegten sie ihre Hochzeit kurzerhand vor ... und verbrachten ihre Flitterwochen auf dem Kongress!

Anfang September ging die Reise mit dem Kongress auf Hawaii und dann in Kalifornien zu Ende. In Pasadena (Kalifornien) war der Besucherzustrom viel größer als erwartet — weshalb es nach Programmschluss jedes Mal stundenlange Staus gab. Trotzdem erklärte ein Polizeichef gegenüber einer Lokalzeitung, das sei die „disziplinierteste und bestorganisierte Veranstaltung in dieser Größenordnung“, die er je erlebt habe.

Kostbare Souvenirs

Noch heute halten Jehovas Zeugen eine wertvolle Erinnerung an diese Kongresse in ihren Händen: das Bibelhandbuch „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“. Es wurde damals veröffentlicht und ist in ihren Zusammenkünften nach wie vor ein wichtiges Referenzwerk.

Harold King kurz nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis in China

Auf dem Kongress in New York wurde außerdem ein neues Lied vorgestellt — verfasst und komponiert von Harold King, einem Zeugen Jehovas, der bis 1963 wegen seines Glaubens in China inhaftiert gewesen war. Er hatte es während seiner Zeit in Einzelhaft geschrieben und „Von Tür zu Tür“ genannt. Bis heute ist es Teil des Liederbuchs von Jehovas Zeugen (leicht abgewandelt unter dem Titel „Von Haus zu Haus“).

Mittlerweile sind die Kongresse von Jehovas Zeugen nicht mehr so aufwendig. Die Veranstaltungsorte sind kleiner geworden, dafür finden die Kongresse an mehr Orten statt. Das hat den Vorteil, dass die Besucher keine so lange Anreisezeit mehr haben. Durch solche und andere Vereinfachungen ist es jetzt mehr Anwesenden möglich, sich auf das Programm zu konzentrieren. Unsere Jahreskongresse werden von über sieben Millionen Zeugen Jehovas und zahllosen ihrer Gäste besucht. Hätten Sie Lust, diesen Sommer einmal dabei zu sein? Hier finden Sie heraus, wann und wo der nächste Kongress in Ihrer Nähe stattfindet.

 

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Warum veranstalten wir Kongresse?

Wir haben jedes Jahr drei besondere Veranstaltungen. Was erwartet einen dabei?