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Jehovas Zeugen

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Bericht über die Jahresversammlung 2014

100 Jahre Königreich!

Bericht über die Jahresversammlung 2014

Über 19 000 Anwesende verfolgten am 4. Oktober 2014 die 130. Jahresversammlung der Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. Sie fand im Kongresssaal von Jehovas Zeugen in Jersey City (New Jersey, USA) statt und wurde per Videostream an mehrere andere Orte übertragen.

Mark Sanderson von der leitenden Körperschaft führte durch das Programm. In seinen einleitenden Worten betonte er, dass diese Jahresversammlung pünktlich zum 100-jährigen Bestehen des messianischen Königreichs stattfindet — ein wirklich historischer Anlass!

Bruder Sanderson wies auf drei Besonderheiten hin, die das Königreich in den vergangenen 100 Jahren erreicht hat:

  • Es wird weltweit gepredigt. Dank Jehovas Segen konnte sein Volk unermüdlich die gute Botschaft vom Königreich bekannt machen. Von nur wenigen Tausend im Jahr 1914 ist unsere Zahl im Dienstjahr 2014 auf über acht Millionen gestiegen. Und wir werden weiter eifrig predigen, bis Jehova das Predigen für beendet erklärt.

  • Die Bürger des Königreichs werden als Gesamtheit beschützt. Von religiöser und politischer Seite aus wurden wir gnadenlos verfolgt, manche wollten Jehovas Zeugen sogar ganz ausrotten. Aber Jehova hat sein Volk immer beschützt — und tut es auch heute noch. Das zeigen die vielen Erfolge, die vor Gericht erzielt wurden, unter anderem vor dem Obersten Bundesgericht der Vereinigten Staaten und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

  • Die unterschiedlichsten Menschen sind vereint. Gottes Königreich hat Menschen unterschiedlichster Hintergründe, Nationalitäten und Sprachen zusammengeführt; es half ihnen, viele Herausforderungen zu meistern, und jetzt dienen sie vereint Jehova. „Das ist ein Wunder, das nur Jehova bewirken konnte“, sagte Bruder Sanderson. Und er betonte noch einmal, was für eine Ehre es für alle ist, bei dieser historischen Jahresversammlung dabei zu sein.

Die Serie Werde Jehovas Freund.

Als Nächstes ging es um die beliebte Trickfilm-Serie, die es schon seit über zwei Jahren gibt. Zuerst wurde ein Video gezeigt, in dem Kinder aus aller Welt interviewt wurden — sehr zur Freude aller Anwesenden. Die Kinder zeigten auf ihre Weise, wie dankbar sie für das sind, was sie durch die Videos gelernt haben.

Danach wurde ein neues Video aus dieser Reihe präsentiert: „Jehova macht dich mutig“. Es dauert 12 Minuten und macht die Bibelgeschichte von einem israelitischen Mädchen lebendig, das Naamans Frau mutig von Jehova erzählte (2. Könige 5:1-14). Das Video ist seit dem 6. Oktober 2014 in über 20 Sprachen auf jw.org verfügbar.

JW Language.

Bruder Sanderson kündigte diese neue App für Mobilgeräte an. Sie soll Zeugen Jehovas unterstützen, die sich noch mehr einsetzen wollen und deswegen eine neue Sprache lernen. Über 4 000 Wörter und Wendungen in 18 Sprachen sind in der App enthalten, und demnächst sollen weitere Wörter und Wendungen, Sätze für den Gesprächseinstieg und Funktionen dazukommen.

JW Broadcasting.

Ein echtes Highlight war die Ankündigung eines Internet-TV-Senders von Jehovas Zeugen (vorerst nur in Englisch). Das Studio befindet sich in unserer Weltzentrale in Brooklyn (New York, USA) und es werden Videos, Musik und vertonte Bibellesungen übertragen. Zusätzlich gibt es einmal im Monat eine Sendung, moderiert von einem Mitglied der leitenden Körperschaft oder einem Helfer eines der Komitees der leitenden Körperschaft.

Dann ließ Bruder Sanderson einen Ausschnitt aus der ersten Sendung abspielen, die Stephen Lett von der leitenden Körperschaft moderierte. Sie erlaubt einen Blick hinter die Kulissen und man sieht, welche Arbeiten notwendig waren, damit dieser neue TV-Sender entstehen konnte. JW Broadcasting ist seit dem 6. Oktober 2014 über tv.jw.org erreichbar.

„Das Königreich — 100 Jahre und mehr“.

Dieses Video mit Samuel Herd von der leitenden Körperschaft als Erzähler ging darauf ein, wie wir unser Predigen mit der Hilfe von Gottes Königreich immer weiter ausgedehnt und verbessert haben. Das Video beinhaltete historisches Bildmaterial, nachgespielte Szenen und Berichte von einigen langjährigen Zeugen Jehovas. Besonders hervorgehoben wurden verschiedene Meilensteine beim Predigen, wie die Produktion und groß angelegte Vorführung des „Photo-Dramas der Schöpfung“, Informationsmärsche, der Einsatz von Grammofonen, Zeugniskarten und Lautsprecherwagen sowie die verschiedenen Schulen, die uns für das Predigen ausrüsten.

Was bringt uns der Rückblick auf die ersten 100 Jahre Königreich? Das Königreich wird für uns noch realer und die Vorfreude wird gesteigert auf das, was es in der Zukunft noch bewirken wird.

Lieder für Jehova.

David Splane von der leitenden Körperschaft löste große Freude aus, als er bekannt gab, dass unser aktuelles Liederbuch Singt Lieder für Jehova revidiert wird. Es wird den gleichen Einband und Silberschnitt haben wie die revidierte Neue-Welt-Übersetzung. Die hochwertigen Materialien machen deutlich, welchen besonderen Stellenwert die Musik für Jehovas Zeugen hat.

Bruder Splane kündigte außerdem an, dass es demnächst einige neue Lieder gibt. Diese Lieder werden auf jw.org veröffentlicht, sobald sie fertig sind; wir müssen also nicht erst auf die gedruckte Ausgabe warten.

Drei neue Lieder, die man im Verlauf der Woche schon mit der Bethelfamilie einstudiert hatte, wurden bei der Jahresversammlung gesungen. Das erste Lied, „Das Königreich regiert — es komme!“, wurde speziell zum 100-jährigen Bestehen von Gottes Königreich komponiert. Zuerst wurde das Lied von einem Chor gesungen, den Bruder Splane selbst dirigierte. Danach sangen alle Anwesenden das Lied mit dem Chor zusammen; später im Programm wurde dann das neue Lied „Schenk uns Mut“ gesungen.

Video-Interview.

Gerrit Lösch von der leitenden Körperschaft interviewte drei Ehepaare, die schon Jahrzehnte im Bethel sind. Sie erzählten von einigen Änderungen, die sie im Lauf der Zeit miterlebt haben, und unterstrichen damit die Dynamik von Gottes Organisation. Bruder Lösch erwähnte, dass die Bibel organisatorische Verbesserungen schon vorausgesagt hatte, und hielt alle dazu an, mit Jehovas Organisation Schritt zu halten (Jesaja 60:17).

„Vorbilder und Gegenbilder“.

Bruder Splane erklärte bei diesem Vortrag, warum in unserer Literatur in den letzten Jahren kaum noch auf Vor- und Gegenbilder eingegangen wurde.

Früher wurde von vielen treuen Männern und Frauen, die in der Bibel erwähnt werden, gesagt, sie seien eine Vorausschau auf treue Christen in unserer Zeit. Außerdem schrieb man vielen Bibelberichten eine prophetische Bedeutung zu, die sich auf Gottes Diener heute beziehe. Zugegeben, solche Vergleiche können sehr faszinierend sein. Warum wurde also in den letzten Jahren in unserer Literatur weitestgehend darauf verzichtet?

In der Bibel wird an manchen Stellen gezeigt, dass bestimmte Personen oder Ereignisse eine Vorausschau auf etwas sind, das später einmal kommen würde. Wo die Bibel diese Verbindung eindeutig herstellt, verwenden wir sie gern. „Aber wenn die Bibel nichts sagt, dürfen auch wir nichts sagen“, stellte Bruder Splane klar. Wir müssen es vermeiden, zu viel in einen Bibelbericht hineinzulesen. Würden wir nur noch darauf achten, wo in einem Bericht Hinweise auf Vorbilder und deren spätere Erfüllung zu finden sind, könnten wir die nützlichen Lehrpunkte für den Alltag übersehen. Und die sind für alle von uns vorhanden, egal, ob wir auf ein Leben im Himmel oder auf der Erde hoffen (Römer 15:4). *

„Wirst du wachsam bleiben?“

Mit diesem Vortrag von Bruder Lett wurde unser Verständnis vom Gleichnis von den zehn Jungfrauen korrigiert (Matthäus 25:1-13). Wir verstehen es jetzt so: Der Bräutigam ist Jesus, und die Jungfrauen sind die gesalbten Jünger Jesu (Lukas 5:34, 35; 2. Korinther 11:2). Das Gleichnis bezieht sich auf die letzten Tage, die Handlung erreicht ihren Höhepunkt während der großen Drangsal. Als Jesus von fünf Jungfrauen sprach, die unklug handelten, wollte er damit nicht sagen, dass viele seiner gesalbten Nachfolger untreu werden und ersetzt werden müssen. Er wollte einfach eine nachdrückliche Warnung aussprechen. So wie die Jungfrauen kann auch jeder Gesalbte wählen, ob er vorbereitet und wachsam sein möchte oder nicht.

Getreu dem Grundsatz, nicht zu viel in einen Bericht hineinzudeuten, ist es auch hier nicht sinnvoll, zu jedem Detail eine prophetische Parallele zu suchen. Wir haben mehr davon, wenn wir uns auf die nützlichen Punkte aus dem Gleichnis konzentrieren. Ob wir zu den Gesalbten oder zu den „anderen Schafen“ gehören, jeder von uns hat die Verantwortung, sein Licht hell leuchten zu lassen und wachsam zu bleiben (Johannes 10:16; Markus 13:37; Matthäus 5:16). Wir müssen selbst treu bleiben, das kann kein anderer für uns übernehmen. Jeder kann „das Leben wählen“, wenn er wachsam bleibt und fleißig im Dienst ist (5. Mose 30:19).

„Das Gleichnis von den Talenten“.

Anthony Morris von der leitenden Körperschaft hielt den nächsten Vortrag. Diesmal ging es um das veränderte Verständnis vom Gleichnis von den Talenten (Matthäus 25:14-30). In diesem Gleichnis steht der Herr für Jesus, die Sklaven sind seine treuen gesalbten Nachfolger auf der Erde. Bei seinem Kommen wird Jesus sie mit Leben im Himmel belohnen. Als Jesus darüber sprach, was mit dem „bösen und trägen Sklaven“ geschehen würde, wollte er damit nicht sagen, viele Gesalbte würden untreu werden. Es war einfach eine Warnung an die Gesalbten; sie sollten fleißig bleiben und die Einstellung und das Verhalten des bösen Sklaven vermeiden.

Was können wir aus diesem Gleichnis lernen? Der Herr im Gleichnis vertraute seinen Sklaven etwas sehr Wertvolles an. Genauso hat Jesus seinen Jüngern etwas anvertraut, das er ebenfalls als sehr kostbar ansieht: den Auftrag, zu predigen und Jünger zu machen. Und er erwartet, dass sich jeder gemäß seinen Lebensumständen fleißig daran beteiligt. Bruder Morris sprach allen Anwesenden ein Lob für ihren eifrigen Einsatz für das Königreich aus.

„Wer wird bald Gottes Volk angreifen?“

Das war das spannende Thema des letzten Vortrags, den Geoffrey Jackson von der leitenden Körperschaft hielt. Er drehte sich um den bevorstehenden Angriff auf Gottes Volk, den Gog von Magog anführt (Hesekiel 38:14-23).

Früher dachten wir, Gog von Magog sei nur eine andere Bezeichnung für den Teufel, nachdem er aus dem Himmel geworfen worden war. Aber Bruder Jackson machte dann auf einige entscheidende Probleme aufmerksam, die diese alte Erklärung hervorruft. Zum Beispiel sagte Jehova über die Vernichtung von Gog: „Raubvögeln ... und den wilden Tieren des Feldes will ich dich zur Speise geben“ (Hesekiel 39:4). Außerdem sagte Jehova, dass „Gog und seine ganze Menge“ eine Grabstätte auf der Erde bekommen würden (Hesekiel 39:11). Aber wie soll das mit einem Geistwesen passieren? Satan wird für 1 000 Jahre in den Abgrund geworfen und nicht gefressen oder begraben (Offenbarung 20:1, 2). Außerdem wird Satan ja nach den 1 000 Jahren aus dem Abgrund losgelassen und „ausziehen, um die Nationen, die an den vier Ecken der Erde sind, irrezuführen, Gog und Magog“ (Offenbarung 20:7, 8). Wenn Satan Gog irreführt, dann kann Satan logischerweise nicht selbst Gog sein.

Wie Bruder Jackson erklärte, bezeichnet Gog von Magog in der Prophezeiung von Hesekiel nicht Satan, sondern einen Zusammenschluss von Nationen, die Gottes Volk in Zukunft vereint angreifen werden. Wahrscheinlich ist dieser Angriff identisch mit dem Angriff des „Königs des Nordens“ und dem der „Könige der Erde“ (Daniel 11:40, 44, 45; Offenbarung 17:12-14; 19:19).

Wer ist dieser „König des Nordens“? Das müssen wir abwarten. Aber es ist auf jeden Fall sehr glaubensstärkend, dass wir diese Ereignisse immer besser verstehen, je näher sie kommen. Wir haben keine Angst vor dem Angriff auf Gottes Volk, denn wir wissen, dass Gog von Magog besiegt und für immer vernichtet wird. Aber Gottes Volk wird niemals vernichtet. *

Schluss.

Bruder Sanderson stellte die Taschenausgabe der englischen Neuen-Welt-Übersetzung vor, die ab sofort verfügbar ist. Außerdem wird zurzeit an den Audioaufnahmen der revidierten Bibel gearbeitet, bei denen für die einzelnen Charaktere unterschiedliche Stimmen genommen werden. Diese Aufnahmen werden nach und nach auf jw.org verfügbar sein, beginnend mit dem Bibelbuch Matthäus.

Dann gab Bruder Sanderson den Jahrestext für 2015 bekannt, der Psalm 106:1 entnommen ist: „Dankt Jehova, denn er ist gut“. Er ermunterte alle, bewusst zu überlegen, wofür man jeden Tag dankbar sein kann.

Das Schlusslied war das dritte der neuen Lieder: „Jehova ist dein Name“. Alle sieben Mitglieder der leitenden Körperschaft kamen mit zum Chor auf die Bühne und sangen dann zusammen mit allen Anwesenden dieses schöne neue Lied — ein würdiger Abschluss für diese wirklich historische Jahresversammlung!

^ Abs. 22 Dieser und die zwei folgenden Vorträge stützten sich auf Artikel, die im Wachtturm vom 15. März 2015 erscheinen.

^ Abs. 30 Dieser Vortrag stützte sich auf einen Artikel, der im Wachtturm vom 15. Mai 2015 erscheint.

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